Das «Migros-Magazin» und die «Coopzeitung» lassen sich für Gefälligkeitsartikel bezahlen. Das deckte saldo im Juni auf (12/2022). Firmen wie Mastercard, Barilla, UBS und Feldschlösschen bezahlen rund 30'000 Franken pro redaktionelle Seite. ­Dafür werden sie dann etwa mit Lobhude­leien über «die trendigen Alkoholfreien» und «die Braukunst» belohnt.

Für den Presserat ist klar: «Es fliesst Geld. Es handelt sich um bezahlten Inhalt.» Dieser müsse auch als solcher gekennzeichnet sein. Migros und Coop fanden das nicht nötig. ­Immerhin sagte Coop schon im Sommer: «Wir prüfen die Frage der Kennzeichnung von Artikeln.»

Und siehe da: Neuerdings steht unter den gekauften Artikeln «Paid ­content» («bezahlter Inhalt»). Allerdings in kaum lesbarer, nur etwa 1,5 Millimeter grosser Schrift. Zum Vergleich: Die Titelschrift ist fast zehn Mal so gross.