Unzulässige Gebühr der Swisscom

K-Tipp 13/2017 vom

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Seit Anfang Jahr bestraft die Swisscom Kunden mit einem Zuschlag, wenn sie ihre Rechnungen am Postschalter bezahlen. Die Schlichtungsstelle Ombudscom sagt dazu: Diese Gebühren sind nicht geschuldet.

Postschalter: Telecomfirmen verlangen von Kunden eine Gebühr (Bild: KEYSTONE)

Postschalter: Telecomfirmen verlangen von Kunden eine Gebühr (Bild: KEYSTONE)

Brigitte Zahner (Name geändert) aus Bern ist seit vielen Jahren Kundin der Swisscom. Als sie jüngst ihre Telefonrechnung studierte, wurde sie stutzig: Die Swisscom belastete ihr eine Gebühr. Grund: Zahner hatte die Monatsrechnung am Postschalter bezahlt. 

Der Zuschlag beträgt ­zwischen 90 Rappen und Fr. 3.55. Je höher der Rechnungsbetrag, desto höher die Gebühr.

Zahner reklamierte beim Kundendienst der Swisscom. Dieser argumentierte, die Weiterbelastung der Postschaltergebühren sei mehrfach schriftlich auf der Rechnung angekündigt worden. Gleichzeitig bot die Swisscom an, die Gebühren für ein Jahr zu erlassen.  

Zahner akzeptierte dies nicht und wandte sich an die Schlichtungsstelle Ombudscom. Diese vermittelt bei Streitigkeiten zwischen Kunden und Telecomfirmen. Die Ombudscom liess in ihrem Schlichtungsvorschlag von Ende Juni kein gutes Haar am Vorgehen der Swisscom: «Eine unscheinbare Information auf den Rechnungen zu den neuen Gebühren ohne genaue Preisangabe genügt den rechtlichen Anforderungen nicht.» Und: Weil eine klare Information an die Kunden gefehlt habe, sei «in diesem Fall von einer unzulässigen versteckten Preis­erhöhung auszugehen». 

Swisscom hält an Gebühr fest

Fazit der Ombudscom: Die Postgebühren sind nicht geschuldet. Grund: Sie seien «weder in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen noch im Vertrag aufgeführt worden». Eine Einigung der Parteien über den Preis sei jedoch ein wesentliches Element des Vertrags.

Die Swisscom schreibt dem K-Tipp, sie könne die Ausführungen der Ombudscom nicht nachvoll­ziehen. «Wir sind überzeugt, dass wir die Kunden korrekt und transparent informiert haben und unser Vorgehen rechtlich in Ordnung ist. Wir halten deshalb daran fest, dass die Kunden die Gebühr fürs Einzahlen am Postschalter selber bezahlen.»

UPC verlangt bis zu Fr. 7.50

Die Telecomfirmen Salt, Sunrise und UPC bitten ihre Kunden ebenfalls zur Kasse, wenn sie die Rechnungen am Postschalter bezahlen. 

Im Gegensatz zur Swisscom verlangen diese Unternehmen nicht nur die effektiven von der Post verlangten Taxen, sondern Pauschalbeträge. So schlägt Salt Fr. 3.95 pro Rechnung drauf, Sunrise bis zu 5 Franken und UPC sogar bis zu Fr. 7.50. 

Die drei Firmen recht­fertigen dies damit, dass einheit­liche Gebühren für sie weniger administrativen Aufwand bedeuten und zudem «interne Aufwendungen» abdecken würden. Doch: Wie die Swisscom erwähnen auch Salt, Sun­rise und UPC diese Gebühr gar nicht oder nur unzu­reichend in ihren jeweiligen Geschäftsbedingungen. Sie ist gemäss dem Schlichtungsvorschlag der Ombudscom somit nicht geschuldet. 

Tipp: Bezahlen Sie nur die unbestrittenen Kosten Ihrer Telefonrechnung ohne die unzulässigen Zuschläge. Sie können dazu einen neutralen Einzahlungsschein benutzen. 

So kann man Gebühren am Postschalter umgehen

Günstiger als am Postschalter ist es, Rechnungen mit einem Zahlungsauftrag zu begleichen. Einfach Einzahlungsscheine ausfüllen, Beträge zusammenzählen und mit dem Zahlungsauftrag abschicken. 

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