Telefonberatung: Woher kommt der Juckreiz?

saldo 18/2017 vom

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Jucken: Ist das Blutdruckmittel schuld?

«Mich juckt es am ganzen Körper. Ich habe kleine Erhebungen, die ich aufkratze. Der Hausarzt hat keine Ursache gefunden. Ich nehme nur ein Medikament: Comilorid-Mepha gegen hohen Blutdruck. Löst es den Juckreiz aus?»

Ja. Comilorid hat zwei Wirkstoffe, die Juckreiz und Hautausschläge auslösen können. Fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen ein anderes Blutdruckmittel geben kann.

SchlafApnoe: Was hilft gegen den Schleim? 

«Wegen Schlafapnoe trage ich in der Nacht eine CPAP-Maske. Sie leitet einen Luftstrom in die Nase. Morgens habe ich immer viel dicken, weissen Schleim in der Nase und einen sehr trockenen Mund. Der Hausarzt sagte, ich soll vor dem Schlafen mit Eukalyptus und Rosmarin inhalieren. Das bringt aber nichts. Was kann ich tun?»

Spülen Sie tagsüber immer wieder Ihre Nase mit einer Salzlösung. Gurgeln Sie auch damit. Sie können die Lösung selbst her­stellen: Mischen Sie 1 Liter Wasser mit 2 Teelöffel Salz. Manchmal hilft auch eine Nasensalbe, die gut befeuchtet. Wenn das nichts hilft: Fragen Sie Ihren Arzt nach ­einem Befeuchter für die Maske.

Reflux: Was kann ich gegen Nebenwirkungen tun?

«Gegen saures Aufstossen nehme ich seit langem das Medikament Antramups. Eine Freundin sagte mir, dass man dadurch weniger Mineralien aufnimmt. Stimmt das?»

Ja. Wenn Sie über längere Zeit Säureblocker nehmen, kann der Körper weniger Kalzium aufnehmen. Dadurch riskieren Sie Knochenbrüche. Auch Magnesium oder Vitamin B12 kann der Körper weniger gut ­aufnehmen. Nehmen Sie ein Kalzium-/Vitamin-D-Präparat ein. Lassen Sie beim Arzt prüfen, ob Sie genug Vitamin B12 haben. 

Gicht: Soll ich Allopurinol nehmen?

«Am grossen Zeh hatte ich zum ersten Mal einen Gichtanfall. Ich nahm das Schmerz­mittel Irfen, das gut wirkte. Meine Haus­­ärztin will mir jetzt Allopurinol ver­schreiben. Ich soll es lebenslang nehmen, um mich vor Gichtanfällen zu schützen. Muss ich das machen?»

Nein. Ein solches Medikament braucht man nur, wenn man mehr als drei Gichtanfälle pro Jahr hat oder wenn Gelenke und ­Nieren bereits geschädigt sind. Da dies bei Ihnen nicht der Fall ist, können Sie ver­suchen, mit anderen Mitteln weitere Anfälle zu verhindern. Am wichtigsten ist die Ernährung: Schränken Sie den Konsum von Fleisch, Meeresfrüchten und Alkohol ein. 

Schmerzen: Braucht mein Schwiegervater so viele Medikamente?

«Mein 96-jähriger Schwiegervater brach sich vor zwei Jahren den Oberschenkelhals. Er hat noch immer unerträgliche Schmerzen, obwohl er hoch dosierte Schmerzmittel wie Dafalgan, Novalgin und Targin nimmt. Er muss auch viele andere Medikamente einnehmen, insgesamt sind es 17. Was sollen wir tun?»

Man sollte die Situation neu beurteilen. Als Erstes muss ein Arzt die Ursache der Schmerzen finden. Dann muss man nochmals überlegen, welche Medikamente Ihr Schwiegervater wirklich braucht und welche er streichen kann. Am besten gehen Sie dazu in ein geriatrisches Zentrum eines Spitals. 

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