Puls-Tipp-Aktion - Lassen Sie Ihre Brille testen!

Gesundheitstipp 6+7/2002 vom

Sonnenbrillen: Nur gute Modelle schützen vor den gefährlichen UV-Strahlen

Wer die Sonne geniesst, sollte seine Augen mit einer guten Sonnenbrille schützen. Vor allem ältere Modelle und Trendbrillen genügen oft nicht. Unser Labortest schafft Klarheit.

Thomas Grether thgrether@pulstipp.ch

Der Sommer ist da. Jetzt heisst es: Raus aus dem Haus, ran an den Grill oder ab in die Badi. Sonnenlicht ist etwas Herrliches. Aber aufgepasst: Zu starkes Licht - vor allem in den Bergen und am Meer - beeinträchtigt die Sehzellen. «Die Augen vergessen keinen einzigen Strahl», sagt Christian Grimm vom Labor für Zellbiologie der Universitäts-Augenklinik Zürich.

Über die Jahre hinweg kann die Linse langsam trüb werden - im Alter kann deshalb sogar der graue oder grüne Star entstehen. Wer gar direkt in die Sonne blickt, schädigt die Netzhautmitte sofort. Im Sehzentrum entstehen kleine Narben, die sich beim Lesen als lästige kleine Punkte bemerkbar machen können.

Das tückische an solchen Lichtschäden: Man bemerkt sie nicht sofort, weil sie schmerzlos sind. Besonders gefährdet sind die Augenlinsen von Kindern, da sie doppelt so viel Licht durchlassen wie jene von Erwachsenen. «Helle Augen sind zudem empfindlicher als dunkle, da sie mehr Licht bis zur Netzhaut vordringen lassen», sagt Christian Grimm.

Wichtig ist deshalb, die Augen mit einer guten Sonnenbrille vor den Strahlen zu schützen. Die Gläser sollten das UV-Licht vollständig herausfiltern. Doch das alleine genügt nicht. Sie sollten die Augen auch vor dem Blaulicht schützen.

Neue Sonnenbrillen genügen diesen Anforderungen meistens, ältere jedoch lassen häufig zu viele Strahlen durch. Um sicherzugehen, lässt man seine Sonnenbrille deshalb am besten prüfen. Der Puls-Tipp bietet seinen Leserinnen und Lesern in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Labor Baselland einen Sonnenbrillentest an.

Der Preis einer Sonnenbrille sagt nichts über ihren UV-Schutz aus. «Selbst Sonnenbrillen, die mehrere hundert oder sogar über tausend Franken kosten, schützen manchmal ungenügend», sagt Niklaus Jäggi, Leiter des Kantonalen Labors Baselland.

Praktisch keinen Schutz bieten modische Trendbrillen mit orangen oder hellgrünen Gläsern, aber auch Brillen, die automatisch abdunkeln. Kantonschemiker Jäggi und sein Team untersuchten diese «fototropen» Brillen letztes Jahr. Das bedenkliche Resultat: 46 von 49 getesteten Brillen hatten einen mangelhaften bis sehr schlechten UV-Schutz.

Beim Kauf einer Brille sollte man auf folgende Punkte achten:

- Die Gläser müssen vor UV-Strahlen bis zu einer Wellenlänge von 400 Nanometern schützen: Achten Sie auf den Kleber «UV 400» - solche Brillen lassen höchstens 0,5 Prozent des UV-Lichts durch.

- Braune Gläser schützen besser als blaue.

- Ideal sind Brillen, die bis zu den Augenbrauen reichen und seitlich mindestens bis zum Gesichtsrand. Bei sehr heller Sonne, im Schnee oder Wasser, ist ein Seiten- und Infrarotschutz wichtig.

Vorbildlich sind jene Brillenhersteller, die der Sonnenbrille eine kleine Broschüre beilegen. Dort steht, ob eine Brille eher für die Stadt oder fürs Hochgebirge geeignet ist und welcher Schutzstufe sie angehört. Brillen mit sehr dunklen Gläsern zum Beispiel gehören in die Kategorie 4. Diese eignen sich fürs Hochgebirge, jedoch nicht fürs Autofahren.



Leseraktion - Labortest: Prüfen Sie vier Brillen für zehn Franken

Wer sichergehen will, dass seine Sonnenbrille nicht zu viele ultraviolette Strahlen (UV) und Blaulicht durchlässt, sollte sie prüfen lassen. Der Puls-Tipp bietet seinen Leserinnen und Lesern in Zusammenarbeit mit dem Kantonalen Labor Baselland einen Sonnenbrillen-Test an.

Die Kosten betragen 10 Franken. Darin eingeschlossen ist die Prüfung von bis zu vier Sonnenbrillen sowie das Porto.

Und so wirds gemacht:

- Verpacken Sie (höchstens vier) Sonnenbrillen in eine kleine Kartonschachtel, damit sie auf den Förderbändern der Post nicht beschädigt werden.

- Wertvolle Brillen können Sie von der Post mit dem Hinweis «fragile» befördern lassen.

- Legen Sie dem Päckli eine Zehnernote bei.

- Vermerken Sie auf dem Päckli oder an den Brillen deutlich Ihre Adresse.

Adresse: Kantonales Laboratorium, «Sonnenbrille» Hammerstrasse 25 4410 Liestal Einsendeschluss: 15. Juni 2002

Sie erhalten Ihre Sonnenbrille innert weniger Tage zurück, spätestens am 30. Juni 2002.

Vom Labor erhalten Sie dazu einen kurzen Bericht, der Ihre Brille in eine der vier Kategorien «optimaler», «guter», «genügender» oder «ungenügender Schutz» einteilt.

Als Beurteilungsgrundlage dienen die EN Norm 1836 sowie die Empfehlungen des Schweizerischen Optikerverbands.
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