Kritiker vermuten es schon lange: Wenn die Nahrungsmittelindustrie Studien finanziert, kommt ein anderes Ergebnis heraus als bei unabhängigen Forschern. Ein Team der spanischen Universität Navarra hat dies jetzt am Beispiel von Coca-Cola und Co. detailliert aufgezeigt. Die Forscher nahmen 17 Studien unter die Lupe. Alle waren der Frage nachgegangen, ob gezuckerte Getränke dick machen. Es zeigte sich: Studien, die von Lebensmittelkonzernen oder -verbänden finanziert waren, kamen in fünf von sechs Fällen zum Ergebnis, dass diese Getränke nicht mitschuldig seien an Übergewicht.

Bei Studien, die nicht von der Industrie finanziert wurden, war das Verhältnis genau umgekehrt: Fünf von sechs zeigten, dass sehr wohl ein Zusammenhang zwischen Softdrinks und Übergewicht besteht.

In ihrem Artikel im Fachblatt «Plos Medicine» vergleichen die Autoren dies mit der Tabakindustrie. Auch sie hatte jahrelang Forscher finanziert, die mit Studien bestritten, dass Rauchen Krebs erzeugt. Dadurch konnte die Industrie behaupten, dass die Wissenschaft sich nicht einig sei.