Gesunde Olivenöle gibts scho n für wenig Geld

Gesundheitstipp 03/2012 vom 13. März 2012

von Andreas Gossweiler, Redaktion Gesundheitstipp

Im Olivenöl stecken Polyphenole, die vor Herz­krankheiten und Krebs schützen. Doch günstige Öle enthalten oft nicht weniger davon als die teuren Produkte. Das zeigt ein Test des Gesundheitstipp.

Studien haben gezeigt: Olivenöl ist gesund. Denn es enthält viele Polyphenole. Diese Stoffe können vor Herzkrankheiten und Krebs schützen. Im Olivenöl stecken mehr davon als in anderen Ölsorten. Polyphenole sind nicht nur gesund, sie be­einflussen auch den Geschmack: Je mehr davon im Olivenöl enthalten sind, desto schärfer und bitterer ist das Aroma (siehe Kasten).

Olivenöl-Experte Andreas März sagt deshalb, gutes Olivenöl müsse «mindestens 300 bis 500 Milligramm Polyphenole pro Liter» enthalten. In einem Olivenöl der Spitzenklasse hat es bis zu 800 Milligramm der gesunden Stoffe.

Nicht alle Olivenöle erreichen gute Werte. Das zeigt jetzt ein Test des Gesundheitstipp. Er liess 15 Öle aus verschiedenen Herkunfts­ländern in einem spezialisierten ­Labor untersuchen. Nur 8 Produkte haben einen Polyphenol­gehalt von mehr als 300 Milligramm.

Am besten schnitt das ­italienische Olivenöl «I Trulli» von Jelmoli ab: Ein Liter enthält 533 Milligramm der gesunden Stoffe. Dieses Öl ist teuer – es kostet Fr. 53.60 pro Liter. Doch es gibt auch preisgünstige Olivenöle, die sehr gesund sind.

So erzielte das M-Budget-Olivenöl (324 Milligramm) das bessere Resultat als ­teurere Öle wie das griechische Silver Leaf aus dem Basler Bioladen Eichblatt.


Bio-Öle sind nicht ­besser als andere

Die biologisch hergestellten Olivenöle schnitten nicht ­besser ab als andere Produkte. Die Laborfachleute massen pro Liter  248 bis 394 Milligramm Polyphenole –  ungefähr gleich viel wie bei den getesteten Ölen aus konventionellem Anbau. Das schlechteste Testresultat erzielte das Prix-Garantie- ­Olivenöl von Coop: Es enthält nur gerade 36 Milligramm der gesunden Stoffe.

«Ein so niedriger Gehalt ist indiskutabel», sagt die deutsche Ernährungsexpertin Martina Meuth. «Denn der Polyphenolgehalt ist ein entscheidender Hinweis auf die Qualität.» Fachleute gehen davon aus, dass Olivenöl mit weniger als 50 Milligramm Polyphenolen sich kaum positiv auf die Gesundheit auswirkt.

Martin Popp von der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Wädenswil ZH erklärt: «Der Polyphenolgehalt hängt von vielen Faktoren ab.» Er schwanke je nach Olivensorte, Klima und Produktionsmethoden. Besonders wichtig sei der Zeitpunkt der Ernte: «Je früher im Jahr die Oliven geerntet werden, desto höher ist in der Regel der ­Polyphenolgehalt.» Deshalb könne ein billiges Olivenöl gleich viele der gesunden Stoffe enthalten wie ein teures Öl, sofern man die Oliven im gleichen Zeitraum geerntet hat.

Die Art des Anbaus – also biologisch oder konventionell – habe hingegen keinen grossen Einfluss, ergänzt Martin Popp. Das hätten mehrere wissenschaftliche Studien gezeigt.


Gesunde Öle erkennt man am Geschmack

Weil weder der Preis noch das Bio-Label einen Hinweis auf den Polyphenolgehalt geben können, bleibt Konsumenten nur eine Möglichkeit, um ein gesundes Olivenöl zu finden: Man muss sich auf den Geschmack verlassen. Und ein Olivenöl suchen, das ausgeprägt scharf schmeckt. Das ist ein Hinweis, dass es viel gesunde Stoffe enthält.

Zum Testresultat sagt Coop- ­Mediensprecher Urs Meier: «Das Prix-Garantie-Olivenöl ist eine ­Mischung aus Vergine- und Extra-Vergine-Olivenöl.» Es handle sich um ein mildes Öl. Das erkläre den niedrigen Gehalt an Polyphenolen. Meier: «Nicht jeder Konsument wünscht geschmacklich herbe Öle.»

Spar schreibt, tunesische Öle enthielten generell weniger Polyphenole als zum Beispiel italienische.

Aldi und Lidl teilen dem Gesundheitstipp mit, die Werte ihrer Olivenöle lägen «im üblichen Bereich».

Thomas Gafner, Inhaber des Reformhauses Ruprecht in Bern, sagt, er habe das Olivenöl Capo­vento Chianti Classico jetzt aus dem Sortiment genommen, weil zu wenig Kunden bereit seien, einen so ­hohen Preis dafür zu zahlen.


Polyphenole: Schutz vor Krankheiten


Pflanzen bilden Stoffe, die sie vor schädlichen Umwelteinflüssen schützen. Dazu gehören Polyphenole – über 30 verschiedene stecken in Oliven. Die Stoffe verhindern, dass Öl ranzig wird. Je mehr davon ein Olivenöl enthält, desto länger ist es haltbar – und umso bitterer schmeckt es. Die Stoffe kommen auch in Rotwein, Tee und in anderen Lebensmitteln vor.

Wissenschafter haben heraus­gefunden, dass Polyphenole den menschlichen Körper vor Krebs, Entzündungen und Herzkrankheiten schützen.

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