Fotofragen Abzocke

10. September 2018

von

Wir hatten über Facebook ein Fotoshooting mit Portrait gewonnen. Als wir angekommen sind hat er dann ein paar Schnappschüsse gemacht uns die dann gezeigt und erklärt dass wir nur ein Foto auswählen könnten für das Portrait. Er hat aber auch Aufnahmen von den Kindern alleine gemacht. Wir haben uns dann auf ein Familienfoto geeinigt für das "gratis Portrait" Dann fragten wir ob die restlichen Photos in digitaler Form haben dürften da wir ja ein Fotoshooting gewonnen hatten! Da ging der Scam los. Er sagte man könnte die Fotos nur in Portrait Form bestellen. Als wir dann nach den Preisen gefragt haben kostete das kleinste Portrait 1900.- chf!! Total utopische Preise. (Für eine Leinwand 20×30 cm) Mein Mann hat dann klar kommuniziert dass wir nicht in der finanziellen Lage sind soviel Geld zu bezahlen. Der Fotograf würde dann richtig aufdringlich und hat nicht locker gelassen! Wir wollten dann nur das "gewonne" Portrait haben. Er hat dann gesagt dass ist doch viel zu klein für ein Familienportrait und wenn wir etwas dazugeben dann könnten wir es vergrössen. Er meinte es sei zwar das Format welches wir "gewonnen" haben aber es sei doch zu schade da man die Gesichter nicht gut erkennt etc etc. Zuerst biet er uns ein grösseres Format für CHF 900.- an als wir zoegerten ging er auf dann auf 600.- runter. Wieder sah er das wir uns das kurz ueberlegten und kam dann mit der Ratenzahlung. Mein Mann fragte ob wir uns das zuerst ueberlegen konnten und dann wurde der Fotograf richtig unangenehm und fragte uns um 2 Gründe warum wir das nicht investieren wollen für unsere Kinder, es sei ein so guter Preis etc.. er hat uns regelrecht vollgelabbert und total durcheinander gebracht. Er wurde wirklich noch aufdringlicher und die Kinder wurden sogar weinerlich. Seine Persönlichkeit sich innerhalb von Minuten verändert. Wir fühlten uns total in die Enge getrieben und gestresst und haben dann eingewilligt das grössere Portrait zu bestellen.  Wir wollten einfach da raus! Als wir dann begriffen haben was passiert ist war es zu spät!  Wir begreifen jetzt dass der Wettbewerb nur ein Trick gewesen ist um abzuzocken und wir voll darauf reingefallen sind! Ich habe dem Fotografen bereits eine Email geschrieben, erhoffe mir aber nichts davon da ich ja unterschrieben habe. Meine Frage ist nun ob es etwas gibt was man unternehmen kann dagegen? Es klingt vielleicht unglaublich aber der war so einschüchternd und aufdringlich dass wir gar nicht klar denken konnten.

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Kommentare

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von Sirio am
12.09.2018, 08:10

Aggressive Verkaufsmethoden

Zu ergänzen wäre wahrscheinlich noch, dass die Beweislast bezüglich aggressiver Verkaufsmethoden in einem solchen Fall beim Käufer liegt.

von Rechtsberatung K-Tipp+saldo am
11.09.2018, 18:31

Fotoshooting

Nachdem Sie den Vertrag unterzeichnet haben, sind Sie im Prinzip leider tatsächlich an diesen gebunden. Unter den gegebenen Umständen haben Sie aber allenfalls die Möglichkeit, den Vertrag wegen Übervorteilung anzufechten. Artikel 21 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR), der die sogenannte Übervorteilung regelt, lautet wie folgt: "Wird ein offenbares Missverhältnis zwischen der Leistung und der Gegenleistung durch einen Vertrag begründet, dessen Abschluss von dem einen Teil durch Ausbeutung der Notlage, der Unerfahrenheit oder des Leichtsinns des andern herbeigeführt worden ist, so kann der Verletzte innerhalb Jahresfrist erklären, dass er den Vertrag nicht halte, und das schon Geleistete zurückverlangen. Die Jahresfrist beginnt mit dem Abschluss des Vertrages." Die Übervorteilung setzt also zweierlei voraus: Einerseits ein offenkundiges Missverhältnis zwischen Leistung und Gegenleistung. Und andererseits muss die benachteiligte Partei im Zeitpunkt des Vertragsabschlusses in ihrer Entscheidungsfreiheit beeinträchtigt sein. Art. 21 OR nennt als typische Fälle der Beeinträchtigung "Notlage, Unerfahrenheit oder Leichtsinn." Diese Aufzählung ist aber nicht abschliessend. Infrage kommt etwa auch der Einfluss von besonders aggressiven Verkaufsmethoden. Unter Umständen können Sie also durchaus argumentieren, Sie seien übervorteilt worden - womit der Vertrag für Sie unverbindlich wäre.

von Sirio am
10.09.2018, 17:27

Vertrag

Solche Methoden kennt man auch von anderen "Branchen", etwa im Bereich Timesharing. Da Sie den Vertrag weder am Telefon noch an der Haustüre abgeschlossen haben, haben Sie rechtlich leider keine Möglichkeit, um diesen rückgängig zu machen.

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