Trainingskontrolle - Pulsmesser: Einige sind schwach auf der Brust

saldo 5/2002 vom 13. März 2002

Pulsmessgeräte versprechen optimale Trainingskontrolle und piepsen, wenn das Herz zu schnell oder zu langsam schlägt. Einige Geräte messen jedoch ungenau.

Frühlingserwachen - der Winterspeck muss weg. Im Kampf gegen die ungeliebten Pfunde sollte man allerdings nicht von null auf hundert durchstarten, sondern behutsam vorgehen. Wer mit zu hohem Puls trainiert, ermüdet schnell und hat am nächsten Tag hauptsächlich Muskelkater.

Eine Hilfe beim Training ist der Pulsmesser - eine Kombination aus Brustgürtel und Armbanduhr. Der Sensor am Brustkorb misst den Herzschlag, die Uhr am Handgelenk empfängt die Signale und zeigt den aktuellen Puls an. Die Pulsuhr warnt den Sportler, wenn sein Körper überlastet oder unterfordert ist. Das Problem ist nur: Nicht alle Messgeräte sind verlässlich, einige sind sogar eher schwach auf der Brust, wie ein Test der deutschen Stiftung Warentest zeigt. Nur drei in der Schweiz erhältliche Pulsmesser erhielten die Gesamtnote «gut».


Falsche Werte durch elektromagnetische Störungen

Einige Pulsmesser gerieten beispielsweise beim Laufen in der Gruppe aus dem Takt. Da das Signal vom Brustgurt zur Armbanduhr per Funk übermittelt wird, sucht sich das Gerät immer das stärkste Signal. Kommt man mit dem Arm seinem Nachbarn zu nahe, zeigt die eigene Uhr unter Umständen die Herzfrequenz des Mitläufers an. Auch in der Nähe von startenden Autos oder Hochspannungsleitungen spielten manche Geräte wegen elektromagnetischer Störungen verrückt.

Die meisten Pulsuhren sind zudem kompliziert in der Bedienung und unhandlich. Auch bei der Verständlichkeit der Anleitung gibt es grosse Unterschiede. Differenzen gab es ebenfalls im Härtetest. Mehrmals riss das Armband, oder das Glas war nicht kratzfest genug. Positiv: Obwohl Pulsmesser eigentlich nicht zum Schwimmen gedacht sind, sind alle Geräte wasserdicht.

Testsieger ist der Polar M 51/52, allerdings ist das Modell mit einem Preis von 289 Franken auch das teuerste im Test. Auf dem zweiten Platz liegt ebenfalls Polar mit dem Modell A 5, gefolgt von Timex Fitness 82541 auf Rang drei. Der Grossteil der getesteten Geräte wurde mit der Note «befriedigend» oder «ausreichend» bewertet. Die günstigeren Pulsmesser schnitten nicht grundsätzlich schlechter ab als teurere Modelle. Letztere ermitteln allerdings zusätzlich den Durchschnittspuls oder registrieren die Trainingszeit über dem Limit.


Vor dem Training empfiehlt sich ein Leistungstest

«Prinzipiell muss eine Pulsuhr nur richtig messen, piepsen, wenn man übertreibt, und die Uhrzeit anzeigen», erklärt Walter O. Frey, Sportarzt an der Klinik Hirslanden in Zürich. Luxusmodelle machen deshalb für Anfänger oder Gelegenheitssportler wenig Sinn. «Vor allem ältere oder herzschwache Personen sollten vor dem Training ihre Blutwerte messen und die Pulsfrequenz bestimmen lassen», empfiehlt Frey.

Als Faustregel beim Joggen oder Velofahren gilt übrigens generell: Man sollte sich noch unterhalten können. Egal, was das Pulsmessgerät sagt.

Cécile Klotzbach



Pulsmessung - Richtiges Training

Wirklich sinnvoll ist ein Pulsmessgerät erst nach einem Leistungstest bei einer Fachperson. Den machen auch Profisportler regelmässig. Sie trainieren häufig mit Pulsmessern und befinden sich stets unter ärztlicher Kontrolle. Damit die Uhr auch wirklich piepst, wenn das Herz zu schnell tickt, muss sie programmiert werden. Dazu muss der Sportler seinen idealen Puls kennen - und der ist von Alter und Geschlecht abhängig. Vager Anhaltspunkt für den richtigen Pulsbereich: 180 minus Alter für Personen unter 40, 170 minus Alter für die älteren. Zudem sollte das Trainingsziel bestimmt werden.
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