Schluss mit diesen Farbstoffen!

K-Tipp 20/2008 vom

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Künstliche Farbstoffe im Essen machen Kinder zappelig und fördern Allergien. Eine Petition des «Gesundheitstipp» will jetzt mit den ungesunden Buntmachern Schluss machen.

Künstliche Farbstoffe stecken überall: in Siruppen, Limonaden und Himbeersaucen, in Süssigkeiten wie M&Ms, Bonbons und Kaugummis, aber auch in Würsten, Suppen und Fischprodukten. Die Farben stammen aus den Labors der Chemiefabriken, wo sie aus Erdöl hergestellt werden. Dazu gehören zum Beispiel das gelbe Tartrazin (E102), das rote Azorubin (E122) und das Cochenillerot (E124).

In den letzten Jahren häuften sich Meldungen über die gesundheitlichen Gefahren dieser Lebensmittel-Zusatzstoffe. 2007 zeigte eine britische Studie, dass ein Mix aus verschiedenen künstlichen Farben und einem Konservierungsmittel bei Kindern Hyperaktivität verstärkt und die Konzentration verschlechtert.


Allergien durch künstliche Farbstoffe

Andere Studien ergaben, dass künstliche Farben wie Cochenillerot und Tartrazin bei sensiblen Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen wie Nesselfieber, Ausschlägen und Asthma führen können.

Eine Stichprobe der Zeitschrift «Gesundheitstipp» (Ausgabe 11/08) belegt jetzt: In einigen Lebensmitteln für Kinder stecken teils beträchtliche Mengen künstlicher Farbstoffe. Beispiel: Ein Frisco- Raketenglace Jelly und ein Säcklein Trolli Saure Glühwürmchen enthalten zusammen rund 6,5 Milligramm Cochenillerot. Bei sensiblen Kinder können ab 5 Milligramm allergische Reaktionen auftreten.

Die Stichprobe zeigt zudem: Bei einzelnen Produkten waren nicht einmal alle künstlichen Farben korrekt deklariert. So zum Beispiel das Allurarot bei den Sunmix-Bonbons der Firma Zile und das Patentblau im Frisco-Raketenglace Jelly.

Für viele Mediziner und Ernährungsfachleute ist klar: Es herrscht dringender Handlungsbedarf. «Kinder müssen besonders vor gesundheitlichen Risiken durch Farbstoffe geschützt werden», sagt die Zürcher Kinderärztin Regina Müller. Ein Schritt in diese Richtung macht jetzt die EU: Künftig müssen Lebensmittel mit bestimmten Farbstoffen einen Warnhinweis tragen, dass sie «sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken» können. Das hat das europäische Parlament im Sommer beschlossen.

Doch für viele Experten geht das zu wenig weit. Ernährungsfachfrau Carine Buhmann aus Liestal BL: «Farbstoffe mit gesundheitlichen Risiken haben in Kindernahrung nichts zu suchen. Ein Verbot wäre sinnvoll.» Es gebe genügend natürliche Lebensmittelfarben, wie zum Beispiel Randensaft und Kurkumin.

Deshalb hat die Zeitschrift «Gesundheitstipp» jetzt eine Petition lanciert. Sie verlangt, dass der Bundesrat die schädlichen künstlichen Farben in Lebensmitteln verbietet.

Mit dieser Forderung steht der «Gesundheitstipp» nicht allein: Rund vierzig Konsumentenorganisationen aus England, Skandinavien, Italien und Osteuropa verlangen ebenfalls ein Verbot der künstlichen Farbstoffe. Unterstützt wird die Petition in der Schweiz auch von den Ärztinnen und Ärzten für Umweltschutz sowie von verschiedenen Politikern.


PETITION: Unterschreiben auch Sie!

Nur ein Verbot kann Kinder vor den schädlichen Folgen der künstlichen Farbstoffe in Lebensmitteln schützen. Darum: Unterschreiben Sie die Petition auf www.gesundheitstipp.ch

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