Persönlich: Schweizer Gastfreundschaft

K-Tipp 13/2018 vom

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In den Ferien kann man wunderbar Erkenntnisse über die unterschiedlichen Ausprägungen von Gastfreundschaft sammeln.

In deutschen Gaststätten darf man sich zum Beispiel über grosse Portionen für wenig Geld freuen, und auf Sardinien werden Kinder in den Restaurants hingebungsvoll umsorgt. 

Dass es auch anders geht, erfährt der – ­ein­heimische – Tourist, wenn er in der Schweiz unterwegs ist. Nicht nur die hohen Preise ­können einem das Reisen hier verleiden. Drei persönliche Erlebnisse:

Das Restaurant einer Seebadi verlangt für jede zusätzliche Brotscheibe zum Essen 50 Rappen – genau wie für zusätzliche Teller, wenn man beispielsweise eine Portion unter den Kindern aufteilen will.

In einem Campingrestaurant bestelle ich eine Pizza ohne Mozzarella – deswegen wird die Pizza aber nicht günstiger, im Gegenteil: ­Aufgrund des «Spezialwunsches» an die ­Küche soll ich 50 Rappen draufzahlen.

Meine Frau und ich bestellen für uns und ­unsere drei Kinder in einem Ausflugs­restaurant drei Gerichte. Die Serviceangestellte tischt daraufhin nur drei Tischsets mit Besteck und Serviette auf und fragt wenig charmant: «Das genügt, oder?» Nach ­zusätzlichen Servietten traut man sich das ohnehin schon leicht genervte Personal gar nicht mehr zu fragen.

Selbstverständlich sind das keine existenziellen Probleme. Und man könnte sich ja wehren. Aber wer macht schon wegen 50 Rappen ein Büro auf? Auch wenn man solche Fälle nicht pauschalisieren darf: 

Es bleibt ein schaler ­Nachgeschmack. Und ­einmal mehr die ­Erkenntnis: Viele Touristen ­meiden die Schweiz vielleicht nicht nur wegen der hohen Preise.

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