Medikamente

Gesundheitstipp 01/19 vom

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Auf Misteltropfen verzichten?

«Gegen meinen hohen Blutdruck verwende ich Misteltropfen. Mein Arzt rät mir davon ab. Ich solle dafür das Mittel ­Adalat regelmässiger nehmen, das er mir ­verschrieben hatte. Ist das wirklich besser?»

Nein. Es gibt keinen Grund, warum Sie auf die Mistel­tropfen verzichten sollten. Wenn Sie dadurch nur selten eine Blutdrucktablette brauchen, entlastet das Ihre Leber und die Nieren. Adalat ist ein Blutdruckmittel, das sehr gut funktioniert, wenn man es nur ab und zu braucht. Dann senkt es den Blutdruck schnell.

Arthrose: Schadet mir Olfen?

«Ich habe Arthrose. Seit längerer Zeit nehme ich ab und zu das ­Schmerzmittel Olfen 50. Mein Arzt gibt mir jeweils ein ­Rezept für ein ganzes Jahr. Kann mir das ­Medikament ­schaden?»

Ja, Sie sollten Olfen nicht regelmässig einnehmen. Es erhöht das Risiko für Herzinfarkte und kann zu Blutungen und Geschwüren in  Magen oder Darm führen. Nehmen Sie nur dann eine Tablette, wenn es wirklich sein muss. Verwenden Sie eine kleinere Dosierung. Olfen gibt es auch als 25-Milligramm-Tabletten. Eine Alternative wäre es, das Gelenk mit Wallwurzsalbe einzustreichen. Be­wegen Sie sich viel. Auch das hilft bei Arthrose.

Muss ich weiterhin Hormone nehmen?

«Ich bin mitten in den ­Wechseljahren. Seit ein paar Monaten habe ich starken Ausfluss, der leicht blutig ist. Der Frauenarzt sagte mir, ich  hätte zu wenig ­Östrogen. Er verschrieb mir Ovestin Ovula. Die Hormonzäpfchen helfen aber nicht. Soll ich sie trotzdem noch ­verwenden?»

Nein. Offenbar ist Östrogenmangel nicht die Ur­sache des Ausflusses. Es ist ausserdem riskant, über ­längere Zeit täglich Hormonzäpfchen zu nehmen. So haben Sie ein höheres Risiko für Brustkrebs, Blutgerinnsel und Schlaganfall. Verzichten Sie vier bis sechs Wochen auf die Zäpfchen. So kann sich Ihr Körper selbst regulieren. Denn in der ersten Zeit nach Ausbleiben der Mens suchen die Hormone ein neues Gleichgewicht. Dabei können Beschwerden auftreten, die von alleine wieder verschwinden.

Unruhig wegen Antidepressiva? 

«Ich habe Depressionen. Deshalb nehme ich ­jeweils am Morgen ­Sertralin und am Abend Mirtazapin. In der Nacht habe ich immer unruhige Beine. Ist das wegen der Medikamente?»

Ja, das kann gut sein. ­Sertralin und Mirtazapin können sich in ihrer Wirkung verstärken und als Nebenwirkung zu un­ruhigen Beinen führen. Besprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie wirklich beide Antidepres­siva brauchen. Viele Ärzte verschreiben Mirtazapin am Abend, damit man besser einschläft. Doch da helfen auch pflanzliche Mittel wie Baldrian, Melissen- oder Hopfentee.

Geht es nicht ohne Säureblocker?

«Im letzten Sommer war meine Speiseröhre leicht entzündet. Der Arzt gab mir den Säureblocker Esomep. Inzwischen geht es mir wieder gut. Der Arzt sagte aber, ich müsse das Mittel ­mein Leben lang ­einnehmen. Stimmt das?»

Nicht unbedingt. Es hängt davon ab, wie stark die Speiseröhre im unteren Teil entzündet war. Wenn der Arzt veränderte Zellen feststellte, ist es besser, den ­Säureblocker länger einzunehmen. Fragen Sie Ihren Arzt, ob dies bei Ihnen der Fall ist. Wenn nicht, können Sie das Mittel schrittweise absetzen.

Ist Vitamin K2 schädlich für mich?

«Seit einem Hirnschlag nehme ich Vitamin K2 und den Blutverdünner Clopidogrel. Nun habe ich gehört, man sollte die beiden Mittel nicht zusammen einnehmen. Stimmt das?»

Nein. Sie können die Medikamente gut gleichzeitig einnehmen. Probleme gibt es nur beim Blutverdünner Marcoumar. Vitamin K2 führt dazu, dass er weniger gut wirkt.

Schlaflos: Was hilft am besten?

«Ich schlafe schlecht und bin immer müde. Der Arzt gab mir das Medikament Demetrin. Ausserdem probierte ich das pflanzliche ­Mittel Rebalance. ­Beides half nichts. Gibt es etwas ­Besseres?»

Ja. Möglicherweise verschlimmert Demetrin das Problem. Der Grund: Es dauert sehr lange, bis es im Körper abgebaut ist. Nach 50 bis 80 Stunden ist immer noch die Hälfte des Wirkstoffs im Körper. Möglicherweise sind Sie deshalb ­immer müde. Versuchen Sie, von Demetrin wegzukommen, indem Sie schrittweise immer weniger von diesem Medikament nehmen. Andere Schlafmittel bleiben weniger lang im Körper und wirken am Tag nicht mehr nach, zum Beispiel Zolpidem. Alternativ können Sie auch Pflan­zen­tink­turen ausprobieren – zum Beispiel Melisse oder Hopfen. Sie müssen aber mit etwa vier Wochen rechnen, bis diese sanften ­Mittel  wirken.

Aspirin Cardio: Brauche ich es?

«Seit zehn Jahren ­schlucke ich jeden Tag ­Aspirin Cardio, um mich vor ­einem Herzinfarkt zu schützen. Nun hörte ich, dass das Mittel ­häufig nichts nützt. Ich hatte zudem im ­letzten ­Sommer zwei kleine ­Magengeschwüre. Muss ich das Mittel noch ­längere Zeit einnehmen?» 

Nein, Sie können es vermutlich absetzen. Fragen Sie Ihren Arzt, denn er kennt Ihre Krankheits­geschichte im Detail. Aspirin Cardio nützt vermutlich nichts bei Menschen, die noch keine Herz- oder Gefässkrankheiten hatten. Das zeigten neue Studien ­(Gesundheitstipp 11/2018). Ausserdem kann Aspirin dem Magen schaden und die Schleimhaut reizen. Ihre Magengeschwüre sind ­daher ebenfalls ein Grund, Aspirin Cardio nicht mehr zu schlucken.

Ist Appecal gut fürs Abnehmen? 

«Ich möchte ein paar Kilos ­loswerden. Meine Kollegin empfahl mir die Tabletten ­Appecal. Ist das eine gute 
Idee?» 

Nein. Solche Mittel verursachen ­häufig unangenehme Neben­wirkungen – zum Beispiel Blähungen. Essen Sie stattdessen aus­gewogen und bewegen Sie sich viel. Mit einem Salat und ­einem grossen Glas Wasser zum Auftakt dämpfen Sie den ­Appetit. ­Während des Essens sollten Sie nichts mehr trinken. Dann müssen Sie länger ­kauen. Das hilft, weil sich das Sättigungsgefühl frühestens nach 20 Minuten einstellt. 

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