Knirps & Co.: Diese Schirme lassen Sie nicht im Regen stehen

saldo 05/2014 vom | aktualisiert am

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Gute Taschenschirme gibt es schon unter 20 Franken. Das zeigt der saldo-Test. Der günstigste Schirm versagte im Windkanal.

Klein, leicht, praktisch: Die in der Umgangssprache Knirps genannten Taschenschirme sind in der Regel nicht länger als ein Lineal und leichter als drei Tafeln Schokolade. Sie passen in die Handtasche oder in den Rucksack. 

Doch wie robust sind die Leichtgewichte? saldo schickte 20 Modelle ins Labor. Die Ingenieure des deutschen Prüfinstitutes PZT testeten zehn manuelle und zehn automatische Taschenschirme bei Wind und Böen. Ebenfalls geprüft wurden die Wasserfestigkeit des Gewebes und die Trocknungszeiten.

Automatik-Modelle: Widerstandsfähiger als manuelle Schirme

Die Preisspanne der getesteten Schirme ist gross. Der am Kiosk erhältliche «Ok»-Schirm kostet 8 Franken, das automatische Modell «Fiber T2» der Traditionsmarke Knirps acht Mal mehr. Doch der Test zeigt: Ein hoher Preis bedeutet nicht automatisch eine gute Qualität. Beispiel: Das Modell «Alu matic» von Globus kostet Fr. 49.80. Es schneidet leicht schlechter ab als der manuelle «Unisex Taschenschirm» aus der Migros für Fr. 16.30. 

Grundsätzlich zeigte der Test: Drei der zehn manuellen Taschenschirme scheiterten im Windkanal. Alle automatischen Modelle hingegen waren nach diesem Test noch brauchbar. Sie erwiesen sich generell als robuster. Besonders auch bei Wind von hinten und nach dem Umklapptest zeigten sich weniger Beschädigungen als bei den manuellen Modellen.

Ein sehr wasserfestes Gewebe auf einem robusten Gestell bietet der Testsieger: das automatische Modell «Light Trek Automatik» von Euroschirm. Das Gewebe hält einem Wasserdruck von 1 Bar stand. Zum Vergleich: Der Bezug des «Esprit Petito» kapituliert schon unter einem dreimal geringeren Wasserdruck. Einziger Wermutstropfen beim Testsieger: Mit einem Preis von 55 Franken ist der «Light Trek Automatik» einer der teuersten Schirme im Testfeld. 

Der H&M-Schirm ist schon nach 30 Minuten wieder trocken

Sieben weitere automatische Knirpse schnitten gut ab. Von den manuellen Modellen waren fünf gut. Am besten schnitt der «Unisex Taschenschirm» der Migros ab. Von den Schirmen zu weniger als 10 Franken erreichte der manuelle Schirm von H&M das beste Resultat. Dies vor allem auch aufgrund der schnellen Trocknungszeit von nur 30 Minuten. In dieser Disziplin war der Testsieger schlechter. Er benötigte 60 Minuten, bis er wieder ganz trocken war. 

Kiosk-Schirm: Stoff im Windkanaltest mehrfach gerissen

Der Test zeigt auch, dass schwere Schirme nicht unbedingt stabiler sind. Mit 282 Gramm ist der «Ok»-Schirm eines der schwereren Modelle im Test. Er landete aber wegen der schlechten Verarbeitung am Schluss der Rangliste. Bläst der Wind von vorne auf den Schirm, knickt das Gestänge bereits bei einer Brise von 36 km/h. Nach dem Windkanaltest war der Kiosk-Schirm nicht mehr zu gebrauchen. Der Stoff riss gleich an mehreren Stellen. Zum Vergleich: Die manuellen Modelle «Piccolo» von Knirps und «Isotoner» von Migros halten von vorne deutlich mehr Wind aus. Selbst bei stürmischen Winden von 72 km/h geben beide nicht nach. 

Die Kiosk-Betreiberin Valora schreibt, der «Ok»-Schirm sei «auch bei stärkerem Wind zweckmässig» und erfülle die Bedürfnisse der Kunden. Valora würde die Testergebnisse sehr ernst nehmen und diese bei der Auswahl von künftigen Modellen berücksichtigen. 

Prüfkriterien: So wurde die Qualität der Schirme getestet

Die Ingenieure des technischen Prüfinstituts PZT aus Wilhelmshaven in Deutschland testeten im Auftrag von saldo, wie robust und wasserdicht die 20 Schirme sind.

  • Robustheit bei Wind und Böen: Wie stark werden die Schirme beschädigt, wenn man sie 50 Mal von Hand mit einem Ruck am Stock herum­klappt? Welcher Windstärke halten die Schirme stand? Dies überprüften die Experten im Windkanal. Dort führten sie zwei Testläufe aus, einmal mit Wind, der von vorne auf den Schirm trifft, und einmal mit Wind von ­hinten. Die Belastung erfolgte stufenweise bis zu einer Windgeschwindigkeit von 20 Metern pro Sekunde. Dies entspricht einem stürmischen Wind bei 
    Windstärke 8. 
  • Wasserfestigkeit: Die Laborexperten setzten ein Stück Schirm­bezug ohne Naht als Boden einer Wassersäule ein und massen den Wasserdruck bis zu dem Zeitpunkt, bei dem der Bezug Wasser durchlässt.
  • Verarbeitung: Jeder Schirm wurde im Labor von einer Mitarbeiterin 500 Mal geöffnet und wieder geschlossen. Anschliessend begut­achteten die Experten den Zustand der Schirm­mechanik. Die Verarbeitungsqua­lität von Bezug, Stock und Gestell wurde auch im Neuzustand begutachtet.
  • Trocknungszeit: Welcher Schirm trocknet am schnellsten? Um dies herauszufinden, legten die Experten die Schirme eine ganze Stunde lang ins Wasserbad. Dann wurden die Knirpse aufgespannt. In der Folge wurde das Gewicht der Schirme so lange gemessen, bis jedes Modell sein ursprüngliches Trockengewicht wieder erreicht hatte.
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