Keine Grenzwerte für Chemiecocktails

saldo 18/2018 vom | aktualisiert am

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Die Wirkungen von hormonaktiven Chemikalien können sich gegenseitig ­verstärken – das zeigt eine neue Studie. Grenzwerte gibt es aber nur für die ­einzelnen Stoffe.

Grenzwerte für Chemikalien in einzelnen Lebensmitteln bringen nichts.

Grenzwerte für Chemikalien in einzelnen Lebensmitteln bringen nichts.

Man findet sie in Lebensmitteln, Plastik, Textilien, Haushaltsprodukten oder Kosmetika: Chemikalien, die wie Hormone wirken. Zum Beispiel stecken Rückstände des Pestizids Chlorpyrifos in Äpfeln (saldo 17/2018), Weichmacher in Regenjacken, Bisphenol A in Getränkedosen oder Triclosan in Deos (saldo 6/2015). Menschen und Tiere nehmen hormonaktive ­Stoffe über das Essen, die Haut oder die Luft auf. 

Ein Forscherteam um den Biochemiker Timo Strünker von der Uni Münster (D) zeigte bereits vor vier Jahren auf, dass viele hormonaktive Chemikalien die Funktion menschlicher Spermien beeinträchtigen können. 

Neu belegt Strünker, dass sich hormonaktive Chemikalien gegenseitig beträchtlich verstärken können. Die Forscher untersuchten dazu einen Wachstumsbeschleuniger, den Bauern in der Viehmast einsetzen, und einen UV-Filter, der in Sonnencremes und Kosmetika vorkommt. 

Umweltämter Luzern und Aargau üben schon lange Kritik

Das Problem: Grenzwerte gibt es nur für einzelne hormonaktive Stoffe, nicht aber für Kombinationen. 
Eva van Beek vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit räumt ein, dass der Bund nur bei Stoffen mit ­bekannter ähnlicher Wirkung «Summenhöchstwerte» festlege. Bis problematische Mischungen hinsichtlich Ver­stärkungseffekt identifiziert und entsprechende Grenzwerte festgelegt seien, dauere es noch Jahre. 

Die Umweltämter der Kantone Luzern und Aargau kritisierten bereits im Mai 2011 die Grenzwerte für Einzelstoffe. [...]

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