Kaum besser als ein normaler Putzschwamm

saldo 18/2013 vom

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Schmutzradierer oder Fleckenschwämme beseitigen hartnäckige Flecken. Das zeigt eine saldo-Stichprobe. Aber ein normaler Putzschwamm mit etwas Reiniger kann das auch – und ist erst noch günstiger.

Oberflächlicher Schmutz: Lässt sich mit einem Radierschwamm problemlos entfernen

Oberflächlicher Schmutz: Lässt sich mit einem Radierschwamm problemlos entfernen

Sie heissen Schmutz- oder Fleckenradierer, Radier- oder Wunderschwamm: Gemeint sind handtellergrosse, meist weisse Schwämme, die verschiedensten Flecken zu Leibe rücken sollen. Sie kommen ohne Reinigungsmittel aus und müssen lediglich mit etwas Wasser befeuchtet werden. Der Reinigungseffekt funktioniert ähnlich wie bei einem Radiergummi oder bei Schmirgelpapier. Nachteil: Die aus dem Kunststoff Melamin hergestellen Schwämme lösen sich mit der Zeit auf. 

saldo schickte acht Produkte aus dem Detailhandel, dem Baumarkt und der Drogerie ins Testlabor. In ­einem Praxistest wurde ermittelt, wie die Schwämme mit verschiedenen Fleckenarten auf unterschiedlichem Untergrund klarkommen. Zudem testeten die Experten, wie schnell sich die Radierschwämme abnutzen und wie gut sie sich handhaben lassen (siehe «So wurde getestet»).

Als Vergleichsstandard dienten ein Universalschwamm von Scotch-Brite in Verbindung mit einem Allesreiniger und ein Mikrofasertuch der Coop-Eigenmarke Super Clean, dem Sieger eines «K-Tipp»-Tests («K-Tipp» 6/2011).

Das Ergebnis: In Sachen  Schmutzentfernung erzielen alle getesteten Schwämme die gleichen guten Ergebnisse. Bei oberflächlichen Verschmutzungen wie etwa Druckerschwärze auf Streichputz, Bleistift auf Kunststoff, Gummiabrieb an Fussleisten, Malkreide oder gar Tomatensauce auf lackiertem Holztisch kann man auf die praktischen Putzhelfer zählen. 

Edelstahl: Kalkflecken lassen sich einfach wegradieren

Höchstnoten gab es für das Entfernen von Kalkrückständen auf Edelstahl. Dringt der Schmutz tiefer in die Oberfläche ein, darf man aber nicht zu viel erwarten – wie bei Kaffeespritzern auf Streichputz, Rotwein auf Tapete oder Kugelschreiber auf unlackiertem Holz. In diesen Fällen muss so viel von der Oberfläche abgetragen werden, dass der Schaden (Kratzer, Abrieb) in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. 

Interessant: Ein Universalschwamm mit etwas Reiniger getränkt kommt auf ungefähr die gleichen Ergebnisse. Einzig Druckerschwärze auf Kunststoff reinigt er deutlich besser als die Radierschwämme. Das Mikrofasertuch ist hingegen wenig wirksam bei Kugelschreiber, Bunt- und Filzstiftspuren auf Holz. 

Universalschwamm und Mikrofasertuch punkten mit einer deutlich besseren Haltbarkeit. Der Universalschwamm konnte in diesem Kriterium sogar den Testsieger von Putz Power übertrumpfen und erzielte ein «sehr gut». Am unteren Ende der Skala waren die Schwämme von Blink und Peggy Perfect. Letzterer wies bereits nach dem Putzen ­eines einzigen Plättlis Schäden auf und war nach acht Plättli komplett durchlöchert und plattgedrückt. 

Auch bei der Handhabung zeigten sich Unterschiede. Zwar warnen alle Hersteller vor Kratzspuren beim Reinigen von Plexiglas. Entsprechende Hinweise zu Anwendung, Material, Gesundheitsgefährdung oder Herkunft sind teilweise spärlich. Die knappste Version findet sich auf der Verpackung des Nodorsil-Schwamms. Warnhinweise fehlen vollends. Dabei ist Melamin, der Ausgangsstoff der Schwämme, in hohen Dosen giftig. Deshalb sollten die Schwämme ausser Reichweite von Kindern gelagert werden.

Mikrofasertuch: Für heikle Oberflächen besser geeignet

Fazit: Generell eignen sich Radierschwämme vor allem für das Beseitigen von kleinen, oberflächlichen Verschmutzungen. Sie sind ohne Reinigungsmittel einsatzbereit. Für hartnäckige Flecken und vor allem für empfindliche Oberflächen sind sie allerdings nicht geeignet. Hier ist man mit einem Mikrofasertuch besser bedient. Es reinigt zwar nicht ganz so gut, hinterlässt aber auf glänzenden Flächen keinerlei Kratzer und Flecken. Und weil es sich bei weitem nicht so schnell abnutzt, ist es am Ende auch noch billiger. Genauso wie der normale Putzschwamm.
Gertrud Rall

So wurde getestet

Die Experten des Labors PZT in Wilhelmshaven (D) überprüften die Radierer unter folgenden Aspekten:

  • Reinigung: So gut reinigen die Schwämme verschiedene Untergründe von folgenden Flecken:
    • Kleidungsabrieb auf Streichputz
    • Kaffee auf Streichputz
    • Rotwein auf Tapete
    • Druckerschwärze auf Kunststoff und Streichputz
    • Bleistift auf lackiertem und unlackiertem Holz
    • Kugelschreiber auf unlackiertem Holz
    • Buntstifte und Malkreide aus Wachs auf lackiertem Holz
    • Gummiabrieb auf lackiertem Holz
    • Filzstift auf lackiertem Holz
    • Kalk auf Edelstahl
    • Seife auf Plexiglas
    • Angetrocknete Tomatensauce auf lackiertem Holz.
  • Abnutzung: Wie schnell nutzt sich der Schwamm bei mittlerem Druck auf einer Bodenplatte ab? Ausserdem: Bilden sich Fusseln oder gar Löcher? Zerreisst der Schwamm bei stärkerem Griff?
  • Handhabung: Wie gut liegt der Schwamm in der Hand? Zerdrückt er beim Putzen? Sind die Gebrauchshinweise ausreichend? Entstehen auf Plexiglas Kratzer und Flecken? Wie gut lässt sich der Schwamm nach dem Benutzen reinigen?

Zum Vergleich wurden ein Universalschwamm (harte Seite) in Verbindung mit einem Allesreiniger sowie ein Microfasertuch mitgetestet.

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