Hochdruckreiniger: Preiswert und schnell zum sauberen Vorplatz

Haus & Garten 02/2011 vom

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Teurer und leistungsfähiger heisst nicht immer besser und schneller: Das zeigt der Haus & Garten-Test von Hochdruckreinigern. Testsieger ist ein ­günstiges Produkt aus der Landi.

Hochdruckreiniger eignen sich für Terrassenflächen, Vorplätze und Gartenplatten. Sie sind aber auch hilfreich beim Reinigen von Velos, Mülltonnen und Gartenwerkzeugen sowie Mauern und ­Ziegeln. Marktleader ist Kärcher.

Dessen gelbe Modelle sind im Fachhandel und in beinahe jedem Bau- und Fachmarkt zu finden. Landi, Coop Bau+ Hobby und Jumbo führen zusätzlich auch Eigenmarken.

Vier davon wurden zusammen mit vier ­Kärcher-Modellen ins deutsche Prüflabor SLG nach Hartmannsdorf geschickt. Dort wurden sie eingehend getestet.


Hauptkriterium: Reinigen von Gartenplatten

Fazit: Platz 1 eroberte der Okay Power 1319i aus der Landi. Interessantes Detail: Dieser Reiniger wird im italienischen Kärcher-Werk hergestellt.

Die ­zwei Kärcher-Geräte K 4.00 und K 5.600 erreichten zwar die gleich gute Gesamtnote, doch das Landi-Modell ist deutlich günstiger (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Beim Praxistest lag der Schwerpunkt beim Säubern von Gartenplatten.

Geprüft ­haben die Fachleute ferner, wie gut und wie schnell sich stark verschmutzte Autos und Auto­felgen (unterschiedliche Felgen mit Bremsstaubablagerungen) reinigen lassen. Auch die Handhabung, die Bedienungsanleitung und der Stromverbrauch wurden geprüft.


Leistung hängt nicht von der Motorenstärke ab

Der Test macht deutlich: Eine hohe Leistung – also möglichst viel Watt – bedeutet keineswegs eine bessere und schnellere Reinigungsleistung. Beispiel: Die Motoren von Testsieger Okay Power 1319i und dem zweitplatzierten Kärcher K 4.00 sind beide um 200 Watt schwächer als der Drittplatzierte.

Gleich verhält es sich übrigens mit dem Wasserdruck beim ­Arbeiten, wie Prüfungsleiter Wolfgang Juch betont: «Entscheidend ist die Düsenart. Ist sie aggressiv gestaltet, also mit einem sehr dünnen Loch oder rotierend, leistet sie eindeutig mehr als Düsen mit grösseren Löchern.»

Für das Reinigen von grossen Flächen empfiehlt Juch, unbedingt einen Flächenreiniger zu benutzen. «Er ist schneller und das Ergebnis gleich­mässiger.»


Ein «genügendes» Gerät für knapp 160 Franken

Ein weiteres Test-Ergebnis: Ein ganz passabler Hochdruckreiniger für den gelegentlichen Einsatz muss keineswegs teuer sein. So kostet beispielsweise der OK WK 2.200 aus dem Coop gerade mal Fr. 159.-. Für leicht verschmutzte Gartenplatten eignet sich auch der Kärcher K 2.00 für nur Fr. 99.–.

Der günstigste Reiniger im Test, der Go/on JHP 100 von Jumbo, kann nicht mithalten. Er hat einzig beim Felgenreinigen eine genügende Note erzielt. Ein ungenügendes Gesamturteil erhielt auch der Okay Power 1015 aus der Landi:

Zuerst woll­te die Dreckfräse nicht mehr ­rotieren, wenig später war der Hauptschalter des Geräts defekt. Dies führte zu einem ­Notenabzug. Landi-Marketing-Chef Urs Moll sagt: «Die Anzahl Defekte liegt bei diesem Gerät knapp über 1 Prozent. Das ist im normalen Rahmen.» 

Probleme gabs auch beim Coop-Produkt OK WK 2.200 und beim Kärcher K 2.38 M: Bei beiden Geräten versagte die Rotation der Düsen, was zu ­einer Abwertung führte.

Kärcher-Sprecher Thomas Kick: «In der Betriebsanleitung weisen wir darauf hin, dass stark verschmutzte Flächen zuerst mit der Flachstrahldüse vorgereinigt werden müssen, sonst kann Dreck die Düsen verstopfen.»

Die Kärcher-Modelle fielen im Labor durch scharfkantige Hand­griffe an der Druckpistole auf. Zudem kann man sich die Finger einklemmen. Kick: «Seit 1984 hat Kärcher 50 Millionen Geräte verkauft. Uns ist keine einzige Verletzung durch ein­geklemmte Finger bekannt.»   


Stärken und Schwächen der getesteten Hochdruckreiniger
Okay Power 1319i: Kompaktes Gerät und gute Reinigungsleistung. Bei Aufbewahrung und Handhabung aber weniger praktisch als Kärcher K 5.600 und K 4.000.

  • Kärcher K 4.00 Eco Silent: Gute Reinigungsleistung bei auffallend niedrigem Geräuschpegel. Reinigungsmittel kann ohne Umbau eingefüllt werden. Eine Regulierung ist aber nicht vorhanden.
  • Kärcher K 5.600: Starke Verschmutzung wird mühelos mit der Dreckfräse beseitigt. Das Gerät bietet einen grossen Arbeitsradius.
  • Kärcher K 2.38 M: Überzeugte mit sauberer und schneller Reinigung grosser, wenig verschmutzter Flächen. Kleiner Arbeitsradius. Räder überflüssig, da der Griff zum Ziehen zu niedrig angesetzt ist.
  • OK WK 2.200: Reiniger überzeugt mit sauberer, schneller Reinigung grosser Flächen mit geringer Verschmutzung. Gerät ist aber schwer und hat sehr kleine Räder. Transportgriff ist zu niedrig. Bedienungsanleitung mangelhaft.
  • Kärcher K 2.00: Einfaches Gerät für Einsteiger. Enthält nur eine Dreckfräse, die aber nicht für empfindliche Flächen geeignet ist.
  • Go/on JHP 100: Einfaches Gerät für Einsteiger. Hochdruckstrahlrohr eignet sich nur zur Reinigung von kleineren, glatten Oberflächen.
  • Okay Power 1015: Gerät ist vergleichbar mit Kärcher K 2.38 M. Allerdings fehlt ein Flächenreiniger.



Tipps für den Umgang mit Hochdruckreinigern

  • Überwintern: Zubehör entfernen und Restwasser leeren. Hochdruckreiniger frostsicher lagern.
  • Beim Kauf aufs Zubehör achten: Beim Reinigen von Flächen sind Rotationsdüsen den Flachstrahldüsen klar überlegen. Lange Pistolenschläuche erleichtern die Handhabung vor allem bei schweren Geräten.Ein automatischer Abschaltmodus verhindert unnötigen Lärm und schont das Gerät. Fürs Reinigen von Autos und Lamellenstoren spezielle Aufsätze wie Waschbürsten verwenden.
  • Bei heiklen Objekten, beispielsweise Velos, nicht zu nahe herangehen, sonst wird Wasser ins Lager oder in den Federkolben gedrückt.
  • Achtung beim Reinigen elektrischer Geräte immer erst den Stecker ausziehen!
  • Vorrichtungen zum Verstauen von Kabel, Pistole und weiterem Zubehör erleichtern Transport und Aufbewahrung.
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