Korrekturprogramme: Gute Fehlersuche kostet

saldo 14/2017 vom | aktualisiert am

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Die meisten Textprogramme haben eine eingebaute Rechtschreibprüfung. ­Ein ­saldo-Test zeigt: Bei kosten­loser Software ist die Korrek­turfunktion wenig wert.

Microsoft Word 365, 110 Franken pro Jahr (Bild: pd)

Microsoft Word 365, 110 Franken pro Jahr (Bild: pd)

Die meisten Textprogramme prüfen eingegebenen Text auf die richtige Rechtschreibung. Bei einem Fehler unterstreichen sie das falsche Wort und schlagen per Mausklick eine korrekte Variante vor. 

Doch viele dieser Programme sind ein Ärgernis, weil sie schlecht korrigieren. Das zeigt ein saldo-Vergleich mit sieben verbreiteten Programmen: den kostenpflichtigen Microsoft Word, Softmaker Office und Papyrus Autor, den Gratisprogrammen Open Office, Libre Office und Apples Pages sowie dem Online-Schreibprogramm Google Docs. 

Jede Software musste einen Text mit 100 Schreibfehlern analysieren. Der Text enthielt Tippfehler, falsche oder fehlende Satzzeichen, Fehler bei der Gross-/Kleinschreibung und der Getrenntschreibung sowie Fallfehler. Ausserdem sollten die Programme Helvetismen erkennen – Ausdrücke, die vor allem in der Schweiz gebräuchlich sind (wie «innert», «parkieren», «Türfalle» oder «Gipfeli»). Grundlage für die ­Beur­teilung war der Duden.

Fazit: Wer Geld ausgibt, erhält ein besseres Resultat. Der Text­maker von Softmaker Office (80 Franken) korrigierte mehr als die Hälfte aller Fehler richtig (siehe Grafik). Fast so gut war die für Autoren entwickelte Software Papyrus Autor (205 Franken). Beide Programme verwenden die Duden-Rechtschreibprüfung. Papyrus Autor punktet zudem mit ­einer Stil­analyse und macht auf Füllwörter und lange Sätze aufmerksam. 

Die Ergebnisse im Detail: 

Mit reinen Tippfehlern wie «Flim­kritik» oder «Baummmwolle» kamen alle Programme gut zurecht. Sie fanden mindestens 80 Prozent ­aller Fehler, Google Docs sogar alle.

Bei Satzzeichenfehlern wie fehlenden Kommatas oder falschen Apostrophen («Lisa’s Wohnung») waren die meisten Programme überfordert. Textmaker war noch am erfolgreichsten. Er schlug in 40 Prozent der Fälle eine richtige Lösung vor. Google Docs und ­Apple Pages dagegen verbesserten keinen einzigen Satz.

Bei der Gross- und Kleinschreibung lagen Papyrus Autor und Textmaker in drei Vierteln der Fälle richtig. Google Docs war Schlusslicht – zusammen mit Open Office und Libre Office: Die drei Programme erkannten keinen Fehler. 

Mit Fallfehlern hatten die meisten Programme Probleme. Den Satz «Es wird einen langen Tunnel gebaut» fanden alle korrekt. Immerhin: ­«Eines Tag geschah es» verbesserten Textmaker, Papyrus Autor und Word umgehend. 

Wählt man in der Software die Textsprache «Deutsch (CH)», sollte man erwarten, dass sie Helvetismen erkennt und nicht bemängelt. Bei Google Docs war das in 95 Prozent der Fälle so. Libre Office und Open Office kannten nur ein Drittel aller Schweizer Ausdrücke. 

Tipp: Wer sich über eine ­fehlerhafte Korrekturfunktion ärgert, kann sie in den meisten Textprogrammen in den Ein­stellungen deaktivieren.

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