Die Schattenseiten des Sonnenscheins

Haus & Garten 02/2010 vom

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Zu viel Sonne kann wertvollen Teppichen, Möbeln und Bildern arg zusetzen. Mit Fensterfolien lässt sich dies ganz einfach verhindern. Dafür braucht es nicht einmal handwerkliches Geschick.

Je grösser die Fenster, desto mehr natürliches Licht gelangt in Haus und Wohnung. Doch viel Licht hat auch seine Schattenseiten: Direkte Sonne schadet mit ihrer UV-Strahlung der Wohnungsausstattung: Das Lieblingssofa bleicht aus, der teure Perserteppich verblasst und das Gemälde verliert an Glanz. Diese Schäden sind meist irreparabel. Um sie zu verhindern, braucht es einen Schutz gegen die schädliche UV-Strahlung.

Als günstige Alternative zu sonstigen Beschattungssystemen (siehe unten) bieten sich spezielle Fensterfolien an. Diese werden auf die Aussen- oder Innenseite der Fensterscheibe geklebt. Damit lassen sich Fenster kostengünstig und ohne aufwendige Bohr- und Montagearbeiten nachrüsten. Sie funktionieren wie ein Spiegel , indem sie bei hohem Sonnenstand die Strahlen abhalten. Gleichzeitig sollten sie aber den Durchblick nicht beeinträchtigen.

Fensterfolien lassen sich in zwei Kategorien einteilen: transparente UV-Schutzfolien und getönte  Sonnenschutzfolien. Man kann sie nach Mass in Bau- und Hobbymärkten, aber auch bei Spezialanbietern und in Online-Shops kaufen. Sie kosten je nach Qualität und Ausführung zwischen 60 und 230 Franken pro Quadratmeter mit Verlegung.

«Wer noch mehr sparen will, kann Fensterfolien auch selbst verlegen. Wir bieten den Selbstverlegern ein spezielles Set für 15 Franken an. Dieses besteht aus Rasierklingen, Fensterschabern und Reinigungsmittel», sagt Urs Kurath, Geschäftsführer von Folienexpress in Egg ZH.

Vor dem Montieren muss man zuerst abklären, ob die Fenster mit Standardisolierglas ausgerüstet sind oder ob sie eine Wärmeschutzverglasung haben. Um dies festzustellen, halten Sie ein Feuerzeug von innen vor die Scheibe.

Die Flamme spiegelt sich mehrmals in der Scheibe. Falls eine der Flammen rot ist und die anderen gelb, haben sie eine Wärmeschutzverglasung. In diesem Fall werden die getönten Folien mit Spiegeleffekt auf die Aussenseite geklebt. Bei durchsichtigen UV-Schutzfolien empfehlen Experten eine Innenmontage – für beide Arten der Verglasung.

Um die Folien falten- und blasenfrei aufzukleben, gehen Sie wie folgt vor:

  • Mit Glasreiniger die Fensterfläche gründlich putzen, dann mit einem Glasschaber nass abziehen und schliesslich mit einem sauberen Tuch abwischen.
  • Das Fenster mit genug Verklebeflüssigkeit (destilliertes Wasser mit ein paar Tropfen Seife) einsprühen.
  • Schutz von der Klebeseite der Folie abziehen und ebenfalls mit Verklebeflüssigkeit einsprühen.
  • Folie auf das Fenster legen und ausrichten. Die überstehenden Ränder abschneiden.
  • Die einem zugekehrte Seite der Folie mit der Verklebeflüssigkeit besprühen und mit einer Rakel (eine Art Kratzeisen) glattziehen, bis die Flüssigkeit unter der Folie herausgedrückt ist. Nochmals wiederholen, bis möglichst die ganze Flüssigkeit zwischen Glas und Folie herausgestrichen ist.
  • Abschliessend die Folie mit säurefreiem Silikon versiegeln.



Schutz vor Hitze, Sonne und den Augen des Nachbarn

Schatten im Raum lässt sich auch durch klassische Beschattungssysteme (aussen und innen) herstellen:

  • Aussenbeschattung: Aufwendig bei der Montage und deshalb recht teuer sind Aussenjalousien, Markisen und Sonnensegel. Sie sollten aus wetterfesten, lichtechten Materialien sein. Für grosse Fensterflächen eignen sich Systeme mit elektrischen Steuerungen, welche die Stärke der Sonneneinstrahlung erkennen und automatisch den jeweiligen Schutz ausfahren.    
  • Innenbeschattung: Vorhänge, Plissées, Jalousien und Rollos bieten eine einfache und im Vergleich zu Aussensystemen günstigere Möglichkeit, Räume von innen abzudunkeln. Neben dem Sonnen- bieten sie auch Sichtschutz. Mit speziellen Vorhangsystemen lässt sich der Lichteinfall ebenfalls automatisch regulieren. Nachteile sind oft mühsame Reinigung und zu wenig Hitzeschutz (mehr über Innenbeschattung, siehe Haus & Garten 3/09).



Tipps

Weitere praktische Tipps gegen das Ausbleichen durch UV-Strahlen:

  • Teppiche: Sonneneinwirkung kann man ausgleichen, indem man den Teppich einmal pro Jahr um 180 Grad dreht.
  • Gemälde: Teure Bilder lassen sich einzeln mit Spezialverglasungen gegen UV-Strahlen schützen. Solche Verglasungen können auch für Fenster verwendet werden. Sie sind allerdings sehr teuer, ein Quadratmeter kostet 150 bis 250 Franken mehr als Standard-Isolierglas, wie der Schweizer Hersteller Glas Trösch auf Anfrage bekannt gibt.
  • Böden: Bei Parkettböden und Dielen helfen spezielle Öle, Lasuren und Lacke mit UV-Schutz. Diese findet man in den Baumärkten. Sie sind schon unter 20 Franken pro 750 ml erhältlich.
  • Sonnenschirme: Verblasste Farben auf einem Sonnenschirm oder Segeltuch leuchten wieder kräftiger, wenn sie mit einem in Spiritus getauchten Tuch abgerieben werden.
  • Lichtechte Materialien: Achten Sie beim Kauf von Möbeln für Wintergärten, Sonnenschirmen, Sonnensegeln und Vorhängen  auf lichtechte Materialien. Die Lichtechtheit wird in einer Zahlenskala von 1 bis 7 angegeben. Je höher die Zahl, desto weniger kann die Sonne das Material ausbleichen.
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