Bund will die Betreuung von Verwandten nicht honorieren

saldo 04/2019 vom

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Rund 330 000 Leute betreuen und pflegen in der Schweiz ihre betagten Angehörigen. Geld erhalten sie dafür nicht. Trotz Milliardenüberschüssen in der Bundeskasse ist der Bundesrat nicht bereit, sie ­finanziell zu unterstützen.

Angehörige leisten jedes Jahr 64 Millionen Stunden Betreuung (Bild: Alamy)

Angehörige leisten jedes Jahr 64 Millionen Stunden Betreuung (Bild: Alamy)

Die Luzerner CVP hat im vergangenen Oktober die Pflege- und Betreuungsinitiative lanciert: «Wer freiwillig und unentgeltlich hilfsbedürftige Personen pflegt und betreut», soll jährlich in der ­Steuererklärung 5000 Franken vom steuerbaren Einkommen abziehen können. Denn betreuende und pflegende Angehörige sind in der Schweiz grösstenteils auf sich allein gestellt.

 Das weiss auch der Bundesrat. Im Auftrag des Parlaments erstellte er vor vier Jahren einen Bericht. Darin kommt er zum Schluss, dass Ange­hörige vielfach überfordert seien und an Erschöpfung leiden: «Sind sie gleichzeitig noch erwerbstätig, können die beiden Aufgaben die eigene Laufbahn und die materielle Existenz gefährden.» 

Laut dem Bericht wurden im Jahr 2012 rund 240 000 Personen über 65 von 330 000 Angehörigen betreut und gepflegt. Aktuellere Zahlen gibt es nicht. Die Freiwilligenarbeit sei eine «besonders bedeut­same Ressource für die Wohlfahrt», schreibt der Bundesrat. 

Freiwilligenarbeit im Wert von 3,5 Milliarden Franken 

Der Spitex-Verband hat errechnet, dass die Angehörigen jährlich 64 Millionen Stunden Betreuung leisten. Das entlastet das Gesundheitswesen um 3,5 Milliarden Franken. [...]

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