Büchsenöffner: Gutes Modell schon ab 7 Franken

K-Tipp 11/2014 vom

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Wer Lebensmitteldosen einfach und sicher ­öffnen will, greift am besten zu einem Safety-Dosenöffner. Diese Modelle belegen im K-Tipp-Test die vorderen Plätze.

Mit dem Sommer beginnt die Hochsaison für Picknicks und Camping. Viele Outdoor-­Menüs sind in Dosen verpackt. Geübte Camper verwenden zum Öffnen ein Sackmesser. Einfacher und sicherer gehts jedoch mit einem Büchsenöffner. Zur Auswahl stehen die klassischen Zangen- und die kleinen Flügel­öffner, die ähnlich funk­tionieren. Und dann gibt es in den Läden noch die Safety-Büchsenöffner. 

Der K-Tipp kaufte 15 verschiedene Geräte und liess sie im Ipi-Labor in Stuttgart (D) von technischen Experten testen. Insgesamt wurden 1500 Büch­sen geöffnet. Das günstigste Modell von Ikea kostet Fr. 2.95. Für das WMF-Gerät Profiplus Inox muss man Fr. 55.90 zahlen.

Safety-Öffner halten, was sie versprechen 

Resultat: Acht Öffner erhielten das Gesamturteil «sehr gut» oder «gut» – darunter alle sechs Sicherheits-, also Safety-Dosenöffner. Grund: Diese Geräte sind deutlich einfacher zu reinigen, weil die Rädchen im Gegensatz zu den Zangen- und Flügelöffnern nicht mit dem Büchseninhalt in Berührung  kommen. Zudem lassen sich die Safety-Modelle mit weniger Kraftaufwand an der Büchse ansetzen und hinterlassen weniger scharfe Kanten.  

Das liegt an der Technik der Geräte: Sie schneiden nicht den Büchsendeckel aus, sondern nur am dünnen Falz an der Oberseite einer Büchse entlang. 

Das Gesamturteil «sehr gut» erreichten die Geräte «Master Auto Safety» von Kuhn Rikon und «Dosenöffner Safety» von Zyliss. Ein «sehr ­gutes» Gesamturteil verpasst hat der teure «Profi Plus» von WMF: Die Tester kritisierten bei diesem Sicherheitsbüchsenöffner aus Metall das hohe Eigengewicht und den damit verbundenen höheren Kraftaufwand beim Klemmen und Halten der Büchsen. Gut sind auch die Sicherheitsdosenöffner von Moha, Coop und Cucina & Tavola aus der Migro» sowie der Zangen­öffner von Cucina & Tavola und der Leifheit «Comfort Dosenöffner Lifty».

Gravierende Mängel bei Ikea-Billigprodukt

Abgeschlagen auf dem letzten Platz landete das Billigmodell «Stäm» von Ikea: Die Konstruktion des farbigen Kunststoffbüchsenöffners hat gravierende Mängel. Benutzt man das Gerät zum ersten Mal, ist nicht auf Anhieb ersichtlich, wie es funktionieren soll. Die Oberfläche ist glatt, die Form der Griffe unhandlich, und beim Einklemmen der Dose besteht die Gefahr, sich die Finger zu quetschen. Dazu kommt: Das Ansetzen an den Dosen gelingt nicht immer – und der Dosenrand wird durch das Öffnen sehr scharfkantig. Das Modell «Stäm» köpft Büchsen: Es schneidet nicht nur den Deckel aus wie die Zangen- und Flügelöffner. «Stäm» schneidet unter dem Deckel das ganze ­obere Ende entlang den Seitenwänden ab. 

Der Öffner «Champion» von Spar erhielt zwar die Note «genügend». Er hält jedoch nicht, was der Name verspricht: Das Salzwasser setzte dem Gerät deutlich zu. Der «Cham­pion» begann an vielen Stellen zu rosten. Und je länger der Test dauerte, desto kraftraubender wurde die Bedienung. 

Wie bei fast allen Zangen- und Flügelbüchsenöffnern im Test sind auch beim «Champion» enge Stellen zwischen Schneide- und Transportrad vor­handen. Dort kann sich der Doseninhalt absetzen, was mit der Zeit zu einer hartnäckigen Verschmutzung führt. Denn diese Rückstände lassen sich nur schwer entfernen.

Schneiderad-Technik aus dem Jahr 1870

Die meisten Hersteller nahmen die Testergebnisse kommentarlos zur Kenntnis. Laut Moha-Direktor Michael Ung kann man Korrosion bei Büchsen­öffnern nicht vollständig verhindern. Das Schneiderad müsse eine gewisse Härte haben und könne deshalb nicht aus rost­freiem Edelstahl bestehen. 

Dass viele Büchsenöffner im Test nur die Gesamt­note «genügend» erhielten, erstaunt nicht: Die meisten ­Modelle funktionieren mit der gleichen, uralten Schneiderad-Technik – sie  stammt aus dem Jahr 1870.

So wurde getestet

Mit Messungen und praktischen Tests prüften technische Experten des Stutt­garter Ipi-Instituts 15 verschiedene 
Büchsenöffner:

  • Praxistest: Kann man die Büchsenöffner auf Anhieb ohne Anleitung einfach bedienen? Wie robust sind sie? Ver­glichen wurden die Geräte im Neuzustand und nach dem Öffnen von 100 verschiedenen Dosen. Werden die Geräte nach der Dauerbelastung schwergängiger? Wie stark ist die Rostbildung an den Büchsenöffnern, wenn man sie mit Salzwasser besprüht und anschliessend zwei Tage lang lagert? Wie stark verschmutzen die Geräte, und wie leicht lassen sie sich von Hand reinigen? Kann man die Öffner leicht an den Büchsen ansetzen? Rutschen sie ab? Kann man sich die Finger einklemmen und verletzen? Wie einfach lassen sich die Deckel abnehmen? Bleiben scharfe Kanten zurück? 
  • Messungen: Wie leichtgängig funktioniert der Öffner? Und wie viel (Finger-)Kraft braucht es für das Betätigen des Drehrads? 

Unter www.ktipp.ch finden Sie alle K-Tipp-Tests seit Januar 2000. Der Bezug eines Tests (inklusive Tabellen) ist für Abonnenten kostenlos.

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