Auf der Nordseeinsel Helgoland steht ein malerischer Felsen. Dort nisten Seevögel. Wer genau hinschaut, sieht Nester in unnatürlich bunten Farben. Die Vögel haben blaue und rote Kunststofffasern von ausrangierten Fischernetzen in ihren Nestern verbaut. Die Tiere bleiben in den Netzstücken hängen, verheddern sich in den Fasern oder sie erhängen sich selbst. Neben einem der Nester baumelt der Kadaver eines strangulierten Vogels.

Ortswechsel nach Mellum, einer unbewohnten Nordseeinsel in einem Naturschutzgebiet: Der Strand ist voller Treibgut, darunter Netze, Plastikstücke und Kleinstpartikel aus Kosmetika. 80 Prozent aller Müllfunde hier sind Plastikteile. An den Stränden anderer Meere sieht es ähnlich aus.

Den Bauch voller Plastik statt Nahrung

In einer Szene des Films untersuchen Wissenschafter einen abgemagerten, toten Eissturmvogel. Er verhungerte, weil sein Magen mit unverrottbarem Kunststoff gefüllt war: Folien, Plastikbruchstücke und Industriekunststoff. Für Nahrung fehlte der Platz.

Ein gravierendes Problem sind auch die Zusatzstoffe im Kunststoff. Die Weichmacher, UV-Filter oder Flammschutzmittel verteilen sich ebenso im Meer wie die Plastikteilchen. Danach wandern sie via Fische in die Körper von Robben – oder zurück zum Menschen. Bei vielen Stoffen, die auf diese Weise im Meer treiben, ist die Wirkung auf Menschen noch nicht genau erforscht.

Die Dokumentation beschränkt sich auf die Funde in Norddeutschland. Dennoch gibt sie einen guten Einblick in die Plastikmüll-Problematik. Der Film lässt sich im Internet kostenlos unter http://dokumonster.de/sehen/9231-planet-e-muellhalde-meer-zdfinfo-hd-doku anschauen.

«Müllhalde Meer.» Ein Film von Birgit Hermes. Deutschland 2012, 27 min. ZDF.