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Die Roaminggebühren sinken in der EU ab Juli noch einmal massiv. Schweizer zahlen für die Handynutzung im Ausland aber unverändert ein Vielfaches.
Auf den Beginn der Sommerferien sinken in der EU die Preisobergrenzen für die Nutzung von Handys im Ausland nochmals. Darauf einigten sich das EU-Parlament, die Kommission und die EU-Mitgliedstaaten. Die EU hat bereits im letzten Jahr tiefere Preise verordnet, nachdem die Telekomkonzerne diese nicht von sich aus gesenkt hatten (saldo 10/11). Neu gelten folgende Ansätze:
Im Juni des letzten Jahres hatten die Leser von saldo, «K-Tipp» und «Bon à Savoir» innert eines Monats 56 000 Unterschriften gesammelt. Mit der Petition verlangten sie von der zuständigen Bundesrätin Doris Leuthard, die Roaming-gebühren auf EU-Niveau zu senken. Der Bundesrat hatte aber kein Gehör dafür, Preisobergrenzen festzulegen.
Die Haltung des Bundesrates ist nicht uneigennützig: Die Schweizer Mobilfunkunternehmen machen pro Jahr dank der überrissenen Rechnungen für das Roaming mindestens 330 Millionen Franken Gewinn («K-Tipp» 12/11). Die Gewinne des grössten Mobilfunkkonzerns, der Swisscom, gehen zu einem guten Teil in die Bundeskasse.
Bundesrat selbst bestätigt überhöhte Auslandtarife
Selbst der Bundesrat bestreitet nicht, dass die Schweizer fürs mobile Telefonieren im Ausland viel mehr zahlen als EU-Bürger. In seinem neuen Bericht «Evaluation zum Fernmeldemarkt» räumt er ein, dass Schweizer Handynutzer im Jahr 2011 für Anrufe im Durchschnitt mehr als das Doppelte bezahlen mussten als die Kunden in den 29 EU- und EWR-Staaten. Für eingehende Anrufe zahlten sie 150 Prozent und pro SMS 165 Prozent mehr. Und: Prepaid-Handy-Nutzer kostete das Datenroaming im Ausland 363 Prozent mehr. Laut dem Bundesrat würden Schweizer Handynutzer überdies «benachteiligt», da die inländischen Anbieter Anrufe im Minutentakt statt genau nach Sekunden abrechnen. Dennoch lehnt der Bundesrat die Einführung von Preisobergrenzen ab.
Sunrise und Orange machen auf Anfrage von saldo keine Angaben zu allfälligen Preissenkungen. Nur die Swisscom kündigt vage eine Preisreduktion bis zum Sommer an.
So liegt es am Parlament, tiefere Gebühren zu verordnen: SP-Nationalrätin Ursula Wyss reichte im Anschluss an die Petition einen Vorstoss im Parlament ein. Der Nationalrat stimmte ihm letzten September mit 181 zu 5 Stimmen zu.
Seither liegt das Geschäft beim Ständerat. Er hat es auf die lange Bank geschoben. Das lohnt sich für die Telekomkonzerne. Auf www.saldo.ch lässt sich jederzeit der Gewinn ablesen, den sie dank der überhöhten Preise machen. Seit der Überweisung an den Ständerat sind es bis zum Redaktionsschluss dieser Nummer bereits wieder 178,9 Millionen Franken.
07. April 2012 | Eric Breitinger, Redaktion saldo
Kommentare (1) |
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mit unserer hochgepriesenen CH-Kaufkraft. Warum findet der
Konsument selten Handys mit mehr als einem SIM-Karte-slot? Die
Anbieter verunmöglichen das, sie wollen dass mit Abos und mit der
Möglichkeit, ein aktuelles neues Handy zu erwerben, von diesem
auch Gebraucht gemacht wird und führen daher keine solche Handys
in ihrem Angebot. Somit kann der Kunde nur mit einem 2.Handy und
Auslandkarte, im Ausland von den billigen Tarifen profitieren. Mit
Handys, die gleichzeitig mehrere SIM-Karten (ohne Provideranbindung)
bewirtschaften, könnte man den hohen Gebüren elegant aus dem
Wege gehen. Handys bei Ricardo, Ebay oder direkt in China ist die
Lösung. Weg von den teuren Abos, bei denen der Sprechminutenpreis
weit höher ist als bei den Prepaid-Angeboten.

