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Artikel | K-Tipp 17/2010

Pelati: Geschält aber nicht unbedingt schalenfrei

«Geschälte Tomaten» steht auf den Konservendosen. Doch eine Stichprobe des K-Tipp zeigt: In praktisch allen Produkten finden sich noch wenige Schalenreste.

Wer beim Kochen Zeit sparen will, kauft anstelle frischer Tomaten solche in Dosen. Das sorgt aber immer wieder für ­Ärger, wie Reaktionen aus der K-Tipp-Leserschaft belegen. Grund: Die Dosentomaten enthalten häufig noch Häute – darunter auch sehr dicke.

Susanne Kistler aus Minusio TI meint stellvertretend: «Wenn auf der Konserve steht, die Tomaten seien geschält, dann erwarte ich auch geschälte Tomaten. In der Zeit, in der ich die Schalen herausfischen muss, hätte ich längst meine frischen Tomaten selber geschält.»

Tatsächlich steht auf den Dosen explizit, sie seien geschält. Der K-Tipp hat deshalb 90 Dosen von sieben Grossverteilern untersucht, darunter solche mit ganzen Tomaten (auf der Dose als «Pelati» bezeichnet) und solche mit gehackten Tomaten.


Nur 4 von 90 Dosen ohne Schalen

Von beiden Kategorien wurden jeweils fünf zufällig ausgewählte Dosen unter die Lupe genommen: Der Doseninhalt wurde in ein Sieb geschüttet, mit Wasser gereinigt, zerdrückt, und die so gut sichtbaren Schalen wurden herausgenommen und gewogen.


Das sind die Resultate:

  • Lediglich in 4 der ins­gesamt 90 untersuchten Dosen fand der K-Tipp überhaupt keine Schalen.
  • Bei den ganzen Pelati schnitten die Eigenmarken Coop Geschälte Tomaten und Parmadoro von Hero mit im Durchschnitt je 1 Gramm Schalenanteil pro Dose am besten ab (siehe Tabelle im pdf-Artikel).
  • Die Pelati der Spar-­Eigenmarke, von Longobardi aus der Migros und Aldis Carloni schneiden am schlechtesten ab. Letztere enthielten im Schnitt über 5 Gramm Schalen – mehr als fünfmal so viel Schalen wie das beste Produkt der Stichprobe.
  • Bei den gehackten Tomaten überzeugte an erster Stelle Coop mit seinem Produkt Qualité & Prix. Es enthielt nur halb so viele Schalen wie die gehackten Tomaten von Longobardi der Migros.



Grossverteiler ­wollen handeln

Migros-Sprecherin Monika Weibel ist sich des Problems bewusst: «Bei un­serem Lieferanten werden zurzeit Massnahmen umgesetzt, damit weniger Schalenreste in die Dosen gelangen.» Aldi wiederum verspricht, den Schälprozess «nochmals zu überprüfen und gegebenenfalls zu ­verbessern».

Grossverteiler Coop, der bei den Pelati mit seinem Qualité-&-Prix-Produkt nur im Mittelfeld landete, hat laut ­eigenen Angaben bereits vor dem Test Verbesserungsmassnahmen eingeleitet: «Um die Qualität zu steigern, haben wir den Lieferanten gewechselt.»

Ende Jahr sei das neue Produkt in den Regalen. Spar-Sprecherin Silvia Manser betont, dass bei den gehackten Tomaten nirgends auf der Büchse versprochen werde, sie seien schalenfrei. Zudem sei soeben der Anbieter gewechselt worden.

Ein hoher Preis ist üb­rigens kein Hinweis auf weniger Schalen: So kostet der Sieger der Stichprobe gerade mal 80 Rappen. Parmadoro von Hero, der Zweitplazierte, ist mehr als doppelt so teuer.

Aufgefallen ist zudem, dass es in den Dosen mit ganzen Tomaten deutlich mehr Schalenrückstände hat. Sie sind zudem wesentlich grösser als bei den gehackten Tomaten. Es kam sogar vor, dass die ganzen Tomaten nur zur Hälfte geschält waren. 


Gesunde Inhaltsstoffe

Test

Der K-Tipp hat vor zwei Jahren Dosen-Tomaten im Labor getestet (Ausgabe 15/08). Untersucht wurden Geruch, Geschmack, Aussehen und Inhaltstoffe. Der Grossteil der Produkte schnitt gut ab. Bei einigen Marken aber wurden qualitativ ungenügende Tomaten gefunden. Im März 2009 hat die Zeitschrift «Test» Dosen-Tomaten auf heikle Bestandteile untersucht. Resultat: Es wurden kaum Schadstoffe entdeckt.


Inhaltsstoffe

Pelati sind eine gute Alternative, wenn im Laden nur fade Treibhaus-Tomaten erhältlich sind. Denn Konserven-Tomaten werden rot und reif vor Ort geerntet und sofort verarbeitet. Tomaten sind auch gesund, da sie reich an Vitaminen sind – speziell an Vitamin C.

Zudem enthalten sie Kalium und die Glücksbotenstoffe Tyramin und Serotonin. Besonders gut ist der Stoff Lycopen: Er unterstützt das Abwehrsystem. Lycopen gilt als wichtiger Schutz vor Krebs und Herzinfarkten.

Pelati enthalten fast doppelt so viel Lycopen wie frische Tomaten. Grund: Pelati werden blanchiert, um die Schalen zu lösen. Dabei öffnen sich die Fruchtzellen – und der wertvolle Stoff wird freigesetzt.

17. Oktober 2010 | Daniel Jaggi, Redaktor K-Tipp


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