|
(0) |
Wer mindestens zweimal am Tag die Zähne putzt, schützt sich nicht nur vor Karies: Er verringert auch die Gefahr eines Herzinfarktes.
Saubere Zähne – gesundes Herz: Das ist die Erkenntnis einer britischen Studie. Die Forscher untersuchten die Daten von 11'000 Menschen über eine Dauer von acht Jahren. Das Ergebnis ist klar: Je häufiger sich die Teilnehmer die Zähne putzten, desto seltener erlitten sie einen Herzinfarkt oder andere Herzkrankheiten. Am besten fuhr, wer mindestens zweimal täglich die Zähne putzte.
Wer dagegen nur einmal täglich zur Zahnbürste griff, erhöhte sein Risiko um einen Drittel. Noch selteneres Zähneputzen liess das Risiko gar um 70 Prozent ansteigen – unabhängig von anderen Faktoren wie Alter, Rauchen oder Übergewicht.
Bakterien können Blutgerinnsel verursachen
Auf den ersten Blick überrascht es, dass schlechte Zähne zu Herzinfarkt führen können. Gemäss dem Zürcher Herzspezialisten Jerry Rojas spielen Bakterien eine entscheidende Rolle: Wer seine Zähne nicht putzt, hat mehr Bakterien im Mund.
Diese gelangen durch kleinste Verletzungen des Zahnfleisches in die Blutbahn. Dort ziehen sie Blutplättchen an, es entsteht ein kleines Gerinnsel. Rojas: «Solche Gerinnsel können wachsen und ein Herzkranzgefäss verstopfen. Es kommt zum Infarkt.»
Schon früher waren Studien zum Schluss gekommen, dass eine schlechte Mundhygiene schlecht fürs Herz ist. So erhöht sie das Risiko für eine Entzündung der Herz-Innenhaut. Entzündetes Zahnfleisch (Paradontitis) ist ein idealer Nährboden für Bakterien, die in die Blutbahn gelangen und das Herz schädigen können.
Beim Putzen Zahnzwischenräume nicht vergessen
Zu einer guten Mundhygiene gehört nicht nur regelmässiges Zähneputzen. Man sollte die Zahnzwischenräume reinigen, idealerweise mit einer so genannten Interdentalbürste (siehe «Gesundheitstipp» 9/10). Guten Schutz gegen Bakterien bieten zudem fluoridhaltige Mundspülungen.
25. September 2010 | Christian Egg, Redaktor
