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Artikel | saldo 11/2010

Die SRG hat zu viel, nicht zu wenig Geld

Anfang 2011 wird Roger de Weck neuer SRG-Generaldirektor. Er erbt ein jährliches Defizit von rund 50 Millionen Franken. saldo sagt, wie er die SRG sanieren und erst noch die Gebührenzahler entlasten kann.

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Kommentare (4)

 
  • lucchima | 15.06.2010, 15:13

    Silvio Bertolami von Saldo liegt 16.9 Mio daneben

    Können gewisse Print-Journis eigentlich rechnen?

    Demnächst wird der Bundesrat über den SRG-Finanzbedarf
    entscheiden. Etliche Medien können der Verlockung nicht
    widerstehen, ein durchsichtiges Kesseltreiben gegen die SRG zu
    entfachen, mitunter garniert mit lockeren Anwürfen an ihr
    angeblich privilegiertes Personal. Doch manche, die wacker in die
    Tasten greifen, können leider nicht rechnen. Das Märchen von
    den «explodierenden Personalkosten» ist der Beweis.

    Weltwoche: Golfplatz-Experte Kurt W. Zimmermann, der bei TV3 hautnah
    erlebt hat, wie man Millionen in den Sand setzt, behauptet in der
    Weltwoche, er „habe noch nie eine Führungskraft in den Medien
    erlebt, die derart wenig Ahnung von Zahlen hat wie Roger de Weck“.
    Zudem versteigt er sich zur Aussage, die Personalkosten der SRG seien
    seit 2005 „explodiert“. Seine Zahl: + 80 Millionen.

    Saldo: Silvio Bertolami hat weniger Fantasie als Zimmi, aber auch er
    ist kein Adam Riese. Für den gleichen Zeitraum, den der
    Weltwoche-Autor angibt (2005 – 2009), kommt er im Artikel «Die
    SRG hat zu viel, nicht zu wenig Geld» auf folgende Zahl: + 70
    Millionen. Leider hat’s im «Beobachter», wo gleich 3
    Autoren auf die SRG losgelassen wurden, keine entsprechende
    Schätzung. Aber der Titel (Der Koloss muss abspecken) ist
    aussagekräftig genug.

    Die Reihe liesse sich fortsetzen. NZZ-Chefredaktor Markus Spillmann
    zum Beispiel behauptete am 10. Juni, die Personalkosten seinen in den
    letzten fünf Jahren (2005 – 2009) um 60 Millionen
    «explodiert». Doch die NZZ hat zum Glück einen
    Medienredaktor, der zum Thema SRG SSR nicht pro domo, sondern sachlich
    schreibt. Zwei Tage zuvor hat er die zwei Faktoren genannt, die den
    Anstieg der Personalkosten weitgehend erklären. Erstens die
    Teuerung, die dem SRG-Personal zwar nicht voll ausgeglichen wurde,
    aber selbstverständlich zu Mehraufwendungen führte. Zweitens
    die Integration von 65 Vollzeitstellen der Tochtergesellschaft Swiss
    TXT (Teletext), was zur Folge hat, dass diese Kosten neu in der
    Rechnung des Stammhauses SRG auftauchen.

    Des Rätsels Lösung

    Wie aber lautet die richtige Zahl, welche die behauptete
    «Explosion» entschärft? Alle, die nicht blind bzw.
    voreingenommen sind, finden sie auf Seite 116 des
    SRG-Geschäftsberichts 2009. Dort steht:

    Personalaufwand 2005: 628.1 Mio
    Personalaufwand 2009: 681.2 Mio

    Das heisst: der Zuwachs betrug 53.1 Millionen. Die Krone für den
    gröbsten Fehler gehört Kurt W. Zimmermann von der Weltwoche
    (26.9 Mio), Silvio Bertolami von Saldo liegt 16.9 Mio daneben, kommt
    also nur auf Platz 2.
  • prekarier | 11.06.2010, 21:37

    Wenig Ahnung

    hat der Journalist von den Strukturen bei den elektronischen Medien!
    Es gibt eine Infrastruktur, die sehr viel Geld kostet und da die SRG
    bei der EBU (fast gezwungenermassen) mitmachen muss, entstehen auch
    durch die dauernd neuen Technologien immense Kosten.
    Dass beim Personal viel gespart werden könnte, ist nur bedingt
    richtig - sicher wäre da in den oberen Charchen einiges
    einzusparen, wenn man z.B. die Verantwortlichkeiten effizinter
    aufteilen würde. Aber im Prinzip ist eben die SRG keine
    Schoggifabrik, wo man viel automatisieren könnte.

    Als wohl wichtigster Punkt betr. Programmgestaltung ist die politische
    Seite zu erwähnen. Als ich vor bald 40 Jahren bei der SRG meine
    Arbeit aufnahm, war gerade wieder so eine Kampagne von rechter Seite,
    die die SRG auflösen wollte. Solche Kampagnen gab es immer wieder
    und alle waren erfolglos. Heute versucht man die SRG durch das
    Entziehen der Gelder zu beeinflussen - und das gelingt auch teilweise.
    Wenn ich denke, wieviel Schmäh da gesendet wird! Und das sind
    billige Produkte, die, anders als Herr Berolami meint, wenig
    Einsparungen bringen würden - ausser man würde wieder wie
    früher einmal ein Aquarium aufstellen und in
    viertelstündigen Pausen die Bewegungen der Fische
    übertragen. Ein Vorteil zu früher hätte man: man
    könnte sie farbig und im HD-Format ausstrahlen...
  • rolo44 | 10.06.2010, 07:56

    endlich bringts einer auf den Punkt

    "unsere" TV-Anstalten bringen zwischen den unzähligen
    Werbefenstern die im deutschen Sprachraum wohl schlechtesten Sendungen
    zustande. Desinformation wohin man schaut (man vergleiche nur mal
    unsere Nachrichten mit den deutschen...) und dafür noch
    Zwangsgebühren einsacken. Wie lange schauen wir diesen
    skandalösen Zuständen eigentlich noch zu?
  • Odilo | 08.06.2010, 14:43

    Die SRG hat zu viel, nicht zu wenig Geld

    Ich finde den Artikel von Silvio Bertolami tendenziös und
    oberlausig. Wenn seine Argumentation stimmte, müsste man auch die
    Kosten von ARD und ZDF zum Vergleich herbei ziehen, oder man
    könnte argumentieren, dass auch für die räthoromanische
    Schweiz (< 1 % der Bevölkerung) eigene SRG-Programme für
    ca. 240 Mio. Franken zu produzien wären. Wie wärs allenfalls
    mit dem Vergleich Kosten pro Einwohnergleichwert?
    Mit freundlichen Grüssen
    Odilo Schmid, ehem. NR
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