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Ich habe den grauen Star. Der Augenarzt rät zu einer Operation. Nun habe ich gehört, man könne sich Multifokal-Linsen einsetzen lassen. Können Sie mir diese empfehlen?
Nein. Den meisten Patienten bringen Multifokal-Linsen keinen Vorteil. Diese Linsen sollen es ermöglichen, sowohl in die Ferne als auch in der Nähe scharf zu sehen – im besten Fall ohne Lesebrille.
Doch sie haben zahlreiche Nachteile: Das Gesichtsfeld ist deutlich kleiner, und man sieht störende Lichthöfe rund um Lichtquellen. Wer nachts Auto fahren will, sollte sich deshalb auf keinen Fall solche Linsen einsetzen lassen. Dazu kommt: An Multifokal-Linsen müssen sich Gehirn und Psyche gewöhnen. Einigen Patienten gelingt das nie; sie bereuen dann ihren Entscheid.
Eine Option sind diese Linsen nur für Menschen, die im Beruf rasch zwischen Nah- und Fernsicht wechseln müssen und keine Brille wollen. Dies sind z. B. Bibliothekare, Maler oder Automechaniker. Alle anderen sind mit normalen Linsen plus Lesebrille besser bedient.
09. Mai 2010 | mü
