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Täglich eine halbe Stunde Bewegung. Das raten Mediziner. Das Fitnesscenter kann man sich dabei sparen: In Haus und Garten kann man ebenso gut trainieren – mit Staubsauger und Rasenmäher.
Katharina Zaugg steht unter dem Türrahmen, in beiden Händen hält sie einen feuchten Lappen. Sie lockert sich, steht bequem hin. Dann beginnt sie ihr Aufwärmprogramm: Auf beiden Seiten streicht sie sanft und ohne Druck den Türrahmen hoch (Bild im pdf-Artikel), streckt sich, dehnt sich, bis ihre Hände sich oben treffen.
Beim äusseren Türrahmen gehts dann übers Kreuz: Mit der rechten Hand fängt sie unten links an und streicht nach oben. Das dehnt die seitlichen Rückenmuskeln. Zaugg ist Ethnologin und Reinigungsfachfrau aus Basel. Sie weiss, wie man richtig putzt und seinem Körper dabei Gutes tut. So wird Putzen zur Wellness.
Auch Sportmediziner der amerikanischen Universität von South Carolina sagen jetzt: «Putzen ist gesund und macht fit.» Zahlreiche Tätigkeiten im Haushalt seien körperlich genauso intensiv wie Wandern, Velofahren oder Gymnastik, so die Sportmedizinerin Barbara E. Ainsworth. Sie und ihr Team haben die Intensität von Alltagstätigkeiten und Sportarten anhand des Sauerstoffverbrauchs gemessen und verglichen.
Dafür verwendeten sie eine neue Methode: Sie messen in sogenannten metabolischen Einheiten, abgekürzt Met (siehe auch «Saldo» 7/10). Der Ruhezustand – also Liegen oder Sitzen – entspricht 1 Met. Wer sich eine halbe Stunde mode-rat mit einer Intensität zwischen 3 bis 6 Met bewegt, kann Krankheiten wie Diabetes, Herzinfarkt und Krebs vorbeugen.
Eine halbe Stunde Fensterputzen genügt
Das gesunde Vorsorgeprogramm lässt sich locker im Haushalt absolvieren: mit Fensterputzen (3 Met), Staubsaugen (3,5 Met) oder indem Sie den Boden auf allen Vieren schrubben (4 Met). Im Garten können Sie mit Umgraben (5 Met) punkten, mit Rasenmähen (5,5 Met) oder Holz hacken (6 Met). Die Intensität ei-niger Sportarten zum Vergleich: Velofahren hat 4, Bergwandern 6, Schwimmen 7 Met.
Damit Haushaltsarbeiten wirklich gesund sind, sollte man sie locker und unverkrampft anpacken. Zaugg rät: «Betrachten Sie Putzen als Tanz: Machen Sie leichte, rhythmische Bewegungen und setzen Sie den ganzen Körper ein.» Zudem sollte man mit der Hand keine Faust machen, sondern locker und ohne Druck über die Oberflächen fahren.
Tipps: So macht der Frühlingsputz mehr Freude
Gratis-Merkblatt: «Gesunde Bewegung» des Gesundheitstipp
09. Mai 2010 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp
