|
(0) |
Orangensaft ist für die Zähne noch schädlicher als angenommen. Das zeigt eine aktuelle Studie.
Orangensaft mag für die Gesundheit wichtig sein – den Zähnen tut er gar nicht gut. Eine Studie des englischen Eastman Institute for Oral Health Researchers zeigt nun, dass Orangensaft und andere Fruchtsäfte noch schädlicher sind als bisher vermutet. In der Studie verglich man die Zahnschädigung bei Orangensaft sowie bei Bleichmitteln in einigen aufhellenden Zahncremes.
Resultat: Der Fruchtsaft zerstörte den Zahnschmelz viel stärker. Die Forscher badeten Zahnschmelzsplitter 20 Minuten in Orangensaft und spülten sie dann mit Speichel. Nach mehreren Wiederholungen war der Zahnschmelz zu 84 Prozent aufgeweicht und die Oberfläche stark beschädigt. Die Schlussfolgerung der Forscher: Wer 20 Minuten lang an seinem Fruchtsaft nippt, hat eine grössere Erosion am Zahn zu befürchten, als wer das Glas schnell leert.
Frisch gepresster Saft enthält am meisten Säure
Dabei kommt es nicht darauf an, ob das Getränk Zucker enthält oder nicht. Zwar fördern zuckerfreie Produkte kein Karies, bei der Erosion des Zahnschmelzes kommt es jedoch nur auf die Säurekonzentration im Getränk an. Daher beschleunigen Softdrinks wie Coca-Cola in der Light-Version die Erosion ebenso wie ihre Versionen mit Zucker. «Je natürlicher der Saft, desto gefährlicher ist er», sagt Thomas Imfeld, Professor an der Klinik für Präventivzahnmedizin der Universität Zürich. Ein frisch gepresster Saft weist die grösste Säurekonzentration auf. Manche Zahnärzte raten daher davon ab, Orangensaft zu trinken.
Doch auf das vitaminreiche Getränk sollte man nicht verzichten. Es genügt, den Saft zügig auszutrinken und den Mund danach mit Wasser zu spülen. Mit dem Zähneputzen sollte man danach noch eine gute Stunde warten. Putzt man sofort, schädigen Zahnbürste und -paste den aufgeweichten Zahnschmelz besonders stark. Daher gilt: Lieber nicht putzen als zu früh. Thomas Imfeld empfiehlt Menschen, die eine Stunde nach dem Trinken nicht zum Zähneputzen kommen, zuckerfreie, zahnschonende Kaugummis zu kauen.
Tee: Enthält zwar Fluor, verfärbt aber die Zähne
Ebenfalls als zahnschonend gilt ungezuckerter Tee. Er wird sogar oft als gesundheitsfördernd für die Zähne angepriesen. Zwar enthalten Schwarz- und Grüntee Fluorid. Dieser Stoff härtet den Zahnschmelz und macht ihn gegen Karies widerstandsfähiger. «Die Menge an Fluorid im Tee ist aber im Vergleich zur Zahncreme vernachlässigbar», sagt Thomas Imfeld. Zudem können sich bei einem hohen Teekonsum die Zähne verfärben. Damit ist der Nutzen des Tees für die Zähne dahin: Denn wer die Verfärbung wieder abschmirgeln lässt, schadet wiederum dem Zahnschmelz.
27. Februar 2010 | Marc Mair-Noack, Redaktion saldo
