Artikel | saldo 01/2010
So einfach ist Sparen: Eliminieren Sie unnötige Fixkosten
Wer sparen will, tut dies am besten bei den Fixkosten. saldo gibt Tipps, wie Sie Ihre Ausgaben reduzieren können.
Zwar lag die Teuerung im letzten Jahr nahe bei null und der Index der Konsumentenpreise zeigte für 2009 sogar leicht nach unten. Trotzdem: Über einen längeren Zeitraum betrachtet, müssen die Schweizer für ihren Lebensunterhalt immer mehr ausgeben. Gemäss dem neusten Preisüberblick des Bundesamtes für Statistik stiegen zum Beispiel die Wohnungsmieten zwischen 2000 und 2008 um 14 Prozent. Die Krankenkassenprämien wiederum nahmen in dieser Zeit gar um 50 Prozent zu. Beide Posten fallen besonders ins Gewicht, weil sie bis zu einem Drittel eines Haushaltsbudgets ausmachen können.
Umso mehr lohnt es sich, die einzelnen Ausgabeposten eines Haushalts unter die Lupe zu nehmen, vor allem die Fixkosten: von den Versicherungsprämien über die TV-Gebühren bis zu den Ausgaben fürs Handy. saldo zeigt, dass sich die Kosten zum Teil mit wenig Aufwand senken lassen. Im Januarloch ist das eine lohnende Sache.
Versicherungen: Prämien aushandeln
- Manche Gesellschaften gewähren auf Anfrage Prämienreduktionen wie Schadenfreiheitsrabatte, Treuerabatte, Seniorenrabatte oder Rabatte für junge Familien. Prämien immer wieder neu verhandeln, nicht einfach jährlich blind die neue Rechung zahlen!
- Hausbesitzer sollten von ihrer Versicherungsgesellschaft wegen des Ausfalls des Mieterrisikos einen Rabatt verlangen. Das Sparpotenzial liegt je nach Gesellschaft bei bis zu 70 Franken pro Jahr.
- Wer die Privathaftpflicht- und die Hausratversicherung bei der gleichen Gesellschaft abschliesst, profitiert oft von Kombirabatten. Allerdings: Vergleichen ist trotzdem nötig. Manchmal sind zwei einzelne Versicherungen bei verschiedenen Gesellschaften günstiger.
- Mieter können auf eine Glasversicherung verzichten, wenn sie keine wertvollen Gegenstände wie Aquarien oder Glastische im Haushalt haben.
- Bei einigen Hausratversicherungen gibt es Ermässigungen, wenn man Velos, Ski oder Geldwerte nicht versichern will.
- Eigenheimbesitzer erhalten bei manchen Gesellschaften einen Rabatt auf die Hausratversicherung, wenn sie Einbruchschutzmassnahmen treffen.
Fernsehen: Auch ohne Grundgebühr
- Die monatlichen Grundgebühren von 22.50 Franken fürs Kabelfernsehen (Cablecom) müssen nicht sein. Wenn dem Nutzer eine gute Bildqualität nicht so wichtig ist, kann er zum Beispiel via Internet auf www.zattoo.com fernsehen. Rund 70 kostenlose Sender stehen hier zur Verfügung.
- Eine andere Möglichkeit: Wer sich mit den Schweizer Sendern zufriedengibt, der kann digitales Fernsehen über die Antenne empfangen. Informationen dazu finden sich auf dem Portal www.broadcast.ch von SRG SSR idée suisse unter dem Stichwort «Antenne».
- Programme lassen sich auch über Satellit empfangen. Sind die Anschaffungskosten einmal getätigt, fallen keine Kabelgebühren mehr an. Sparpotenzial pro Jahr: 270 Franken. Es gilt jedoch zu beachten: Plombiert die Cablecom den Anschluss, ist es nicht mehr möglich, ihn für das Radiohören oder Surfen zu nutzen.
Konten: Zinsen vergleichen
- Ein Vergleich der Privatkontogebühren lohnt sich. Ein Kleinkunde zahlt laut Berechnungen des «K-Tipp» Kontospesen zwischen 50 und 220 Franken pro Jahr. Die Grossbanken UBS und Credit Suisse sind für Kleinkunden besonders unattraktiv.
- Ebenfalls prüfenswert sind die unterschiedlichen Zinsen der Banken: Wer gewährt zum Beispiel den höchsten Zins bei Sparkonten? Beispiel: Beim E-Depositenkonto von Postfinance gibt es aktuell 1,5 Prozent Zins, während andere Banken meist nur gerade 0,5 Prozent gewähren.
Autos: Sparsames Modell wählen
- Beim Auto lassen sich die Fixkosten nur wesentlich senken, wenn man sich für ein sparsameres Modell entscheidet. Eine Übersicht über den Spritverbrauch der Fahrzeuge gibt es auf Vergleichsportalen wie www.spritmonitor.de.
- Für manch einen Autofahrer dürfte sich aber auch ein Umstieg auf den öffentlichen Verkehr rechnen. Auskunft dazu gibt der Mobilitätskostenrechner auf der Homepage www.umverkehr.ch. Sparsame Autos findet man auch auf der Auto-Umweltliste des VCS auf www.verkehrsclub.ch.
Kreditkarten: Keine Jahresgebühr
- Möglichst eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr wählen. Oder einen Kartenherausgeber, der die Jahresgebühr mit einem Umsatzbonus wieder zurückgibt.
- Nie Geldbezüge mit Kreditkarten am Automaten im Ausland tätigen. Es fallen hohe Bezugs- und Umrechnungsgebühren an.
- Wer die Kreditkarte oft im Ausland braucht, sollte eine Gesellschaft mit tiefen Ausland-Bearbeitungsgebühren wählen. Ein Kunde mit 7000 Franken Auslandumsatz zahlt zum Beispiel mit der Visa Postfinance rund 60 Franken Gebühren, mit der Coop Verde American Express dagegen fast 140 Franken.
Festnetz: Oft nicht mehr nötig
- Viele Handybenutzer brauchen keinen Festnetzanschluss mehr. Doch um das Breitband-Internet nutzen zu können, behalten sie ihn bei. Das wäre aber gar nicht nötig. Denn Swisscom-Mobile-Abonnenten können den Festnetzanschluss stumm schalten lassen und sparen so 303 Franken pro Jahr.
- Nutzer des mobilen Internets können ebenfalls getrost auf den Festnetzanschluss verzichten.
Mobiltelefon: Prepaid ist günstiger
- Der Umstieg von einem Abonnement auf ein Prepaid-Angebot lohnt sich für alle Kunden, die kein neues Handy brauchen. Weil keine Grundgebühr anfällt, sparen ausser dem Vieltelefonierer alle Nutzer massiv, nämlich 15 bis 20 Franken monatlich. Dies macht pro Jahr 180 bis 240 Franken. Ein weiterer positiver Effekt: Da das Guthaben vorher gekauft werden muss, besteht eine Kostenkontrolle.
Internet: Günstige Mini-Abos
- Am günstigsten surft man, wenn man sich per Telefonleitung ins Internet einwählt. Der Nachteil: Die Übertragungsrate bei der Einwahl via Telefonmodem beträgt nur 56 kbit/s. Dies macht das Surfen extrem langsam.
- Günstige Alternativen sind DSL-Anschlüsse für Gelegenheitssurfer. Die Swisscom bietet einen DSL-Anschluss ohne Grundgebühr. Man zahlt lediglich 3 Franken die Stunde, wenn man tatsächlich surft. Die Leitung ist zwar nicht so schnell wie beim Standard-Anschluss, aber doch rund fünfmal schneller als übers Telefonmodem.
- Wer lieber eine Pauschalgebühr zahlt, kann sich für DSL-Mini entscheiden. Das Abo kostet 34 Franken und die Übertragungsrate liegt bei 1000 kbit/s. Damit lassen sich pro Jahr gegenüber dem Standard-Anschluss mit 5000 kbit/s immer noch 180 Franken sparen. Bei der Cablecom gibt es zum gleichen Preis eine Leitung mit 2000 kbit/s. Sunrise hat leider kein vergleichbares Angebot.
18. Januar 2010
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