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Die Zinssätze für Sparkonten sind tiefer denn je. Und Bankkunden zahlen massiv mehr für Geld, das ihnen die Bank zur Verfügung stellt – zum Beispiel in Form von Konsumkrediten. Zwei Experten vertreten ihre Meinung zu den Konditionen für Privatkunden.
Pro
«Zinsdifferenzen bei unterschiedlichen Bankdienstleistungen sind seit jeher Teil des Geschäftsmodells von Banken. Die Zinssätze für Konsumkredite bei der Bank-Now leiten sich aus mehreren Faktoren ab: Zum einen deckt Bank-Now mit dem Zinsunterschied die Refinanzierungskosten, die der Bank beim Verleih von Geldern entstehen. Zum anderen deckt sie mit der Zinsmarge die anfallenden Kosten für eine sorgfältige Kreditprüfung, Vertragsabwicklung und Kundenbetreuung während der Vertragslaufzeit.
Bank-Now macht zudem Rückstellungen für allfällige Kreditausfälle. Der momentan tiefe Leitzins der Nationalbank schlägt sich nur teilweise in den effektiven Refinanzierungskosten der Finanzinstitute nieder. Die Kosten für die Finanzierung von Krediten über den Kapitalmarkt liegen aufgrund der markant gestiegenen Risikozuschläge weiterhin deutlich über dem historischen Niveau. Gleichzeitig führt die konjunkturelle Abschwächung zu steigendem Rückstellungsbedarf für allfällige Zahlungsausfälle. Diese Kosten bewirken, dass sich der Spielraum für generelle Zinsreduktionen gegenüber den Kunden weiter verringert hat.»
Patrick Arnet (38) ist Leiter Innovation und Mitglied der Geschäftsleitung der Bank-Now. Die Tochterfirma der Credit Suisse ist auf die Vergabe von Krediten und Leasing spezialisiert.
www.bank-now.ch
Contra
«In der Schweiz liegen die Zinssätze für Konsumkredite mehr als 3 Prozentpunkte über dem europäischen Mittel. Anpassungen nach unten sind nicht in Sicht. Als vor fünf Jahren «Cashgate» aus der Taufe gehoben wurde, hofften viele Konsumenten auf tiefere Kreditzinsen. Eigentümer des Privatkreditspezialisten sind die Raiffeisen-Gruppe, diverse Kantonal- und Regionalbanken, Migros Bank, Bank Coop sowie Privat- und Handelsbanken.
Schon bald wurde klar, dass der Neuling im Kreditmarkt nicht den Konkurrenzkampf suchte. Auch die Bank-Now pflegte einen Schmusekurs – und fuhr damit schon im ersten Geschäftsjahr einen Gewinn von 119 Millionen ein. Die frappierende Harmonie unter den Kreditgebern rief dann 2007 die Eidgenössische Wettbewerbskommission (Weko) auf den Plan. Sie fand jedoch ‹keine hinreichenden Anzeichen für eine Wettbewerbsabrede›. Immerhin: Der Konsumkreditmarkt sollte weiterhin genau beobachtet werden.
Dem Durchschnittskonsumenten würde eine ‹Aldisierung› des Konsumkreditmarkts mehr bringen als die frommen Sprüche über ei-ne ‹verantwortungsbewusste Kreditvergabe›, die die Verantwortlichen der Kreditinstitute seit einigen Jahren im Munde führen. Fachleute schätzen: Die Kundschaft der Kreditinstitute würde jedes Jahr über 300 Millionen Franken sparen, wenn die Konkurrenz spielen würde.»
Mario Roncoroni (55) ist Geschäftsleiter der Schuldensanierung Bern. Der Verein bekämpft die Überschuldung privater Haushalte und klärt die Leute über die Gefahren der Überschuldung auf.
www.schuldenhotline.ch
06. Dezember 2009
