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Viele Banken bieten für Kunden ab 60 Seniorenkonten an. Ein saldo-Vergleich zeigt: Die Vorteile sind bescheiden, die Vergünstigungen ein Lippenbekenntnis.
Ältere Menschen sind für die Banken eine interessante Zielgruppe. «Es ist erwiesen, dass Personen in den Jahren vor der Pensionierung über die höchsten Einkommens- und Vermögenswerte verfügen. Diese finanzstarken Kunden sind für uns sehr attraktiv», schreibt zum Beispiel Raiffeisen. Auch andere Banken betonen, wie wichtig ihnen die Kunden ab 60 Jahren sind. Viele Banken bieten deshalb Privat- und Sparkonten speziell für Senioren an. In der Regel werden bestehende Konten bei Erreichen des 60. Geburtstags automatisch in ein Seniorenprodukt umgewandelt. Diese Privat- und Sparkonten bieten allerdings sehr wenig, wie ein Vergleich von saldo ergeben hat.
Bank Zweiplus zahlt mit 0,65 Prozent den höchsten Zins
Die meisten Banken gewähren bei der Verzinsung der Seniorenprodukte einen geringen Aufschlag von 0,125 Prozent gegenüber den Standardkonten.
Bei manchen Banken ändern allerdings nur die Produktnamen, nicht aber die Konditionen:
Die höheren Zinsen für Jugendliche und Studenten erklären sie mit der schlechteren Vermögens- und Einkommenssituation dieser Kundengruppe im Vergleich zu Senioren. Zudem, so die ZKB, habe jede Bank ein grosses Interesse daran, junge Kunden frühzeitig an sich zu binden. Bank Coop, BKB und LUKB halten fest, dass bei ihnen zu den Seniorenkonten spezielle Beratungsdienstleistungen gehören. Die BKB beispielsweise bietet die kostenlose Beratung «Senioren für Senioren» an: Pensionierte Bankmitarbeiter geben ihren Altersgenossen Ratschläge.
Bessere Konditionen bei Postfinance oder Credit Suisse
Senioren, denen die Sicherheit wichtig ist und die dennoch eine anständige Verzinsung wünschen, schauen sich besser bei Finanzinstituten um, die keine 60-plus-Produkte anbieten. Postfinance zahlt auf dem Depositokonto 0,75 Prozent Zins. Kombiniert mit einem Privatkonto (im Set) gibt es sogar 1 Prozent. Das Zinsstufen-Sparkonto der Credit Suisse wirft zwischen 0,75 und 1,125 Prozent ab. Ältere Menschen, die sich vor E-Banking nicht scheuen, können auch auf das Sparkonto Plus von Axabank.ch setzen, wo Neugeld mit 1,6 Prozent Zins belohnt wird.
01. November 2009 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo
