Artikel | K-Tipp 16/2009
Damit die Spielsucht keine Chance hat
Nicht immer haben die Eltern Zeit, selbst zu kontrollieren, wie ihre Kinder den PC nutzen. Darum ist es wichtig, dass sie Spielkonsolen und Computer richtig konfigurieren.
Für Kinder sind Computer, Internet und Spielkonsolen eine spannende Sache. Doch es lauern Gefahren – sei es, dass sie stundenlang vor den Geräten sitzen oder Spiele spielen, für die sie zu jung sind. Was viele nicht wissen: Die PC-Betriebssysteme und die Spielkonsolen haben oft integrierte «Erziehungshilfen», mit denen die Eltern den Zugang kontrollieren und beschränken können. Der K-Tipp zeigt, welche Voreinstellungen an den Konsolen und in den Betriebssystemen möglich und sinnvoll sind.
Tipps für den Alltag
Das Deutsche Familienministerium hat eine praktische Broschüre zum Thema Kinder und Internetnutzung herausgegeben. Pädagogen geben darin Eltern konkrete Tipps für den Alltag:
- Kinder im Vorschulalter sollten pro Woche das Internet nicht länger als zwei bis drei Stunden nutzen. Im Primarschulalter liegen sechs Stunden pro Woche drin.
- Bei Jugendlichen sollten die Eltern darauf achten, dass der gesamte Medienkonsum vor allem nicht zulasten anderer Freizeitbeschäftigungen geht.
- Technische Massnahmen zur Kontrolle reichen nicht aus, betonen die Autoren: «Ein eigenes Verzeichnis mit Lesezeichen für das Kind, das gemeinsam von Kindern und Eltern gepflegt und erweitert werden kann, ist der einfachste Schritt, dem Kind den Zugang zum Internet zu öffnen, ohne es gleichzeitig – wie es die technischen Hilfsmittel tun – vom Internet abzuhängen.»
- Spätestens wenn das Kind in der Schule den Auftrag erhält, im Internet nach Material und Informationen zu suchen, ist der Zeitpunkt gekommen, den Umgang mit den üblichen Suchmaschinen zu lernen.
Betriebssystem: Die verschiedenen Schutzfunktionen
- Windows Vista: Auf Windows Vista kann man Schutzeinstellungen unter > Start > Systemsteuerung > Benutzerkonten vornehmen. Unter «Anderes Konto verwalten» richtet man einen Standardbenutzer «Kind1» ein. Dann kann man bestimmen, welche Programme das Kind verwenden und zu welchen Zeiten es den PC nutzen darf. Unter «Webfilter» kann man den Zugriff aufs Internet einschränken. Und unter «Spielesteuerung» kann man Altersfreigaben für Spiele festlegen. Kommt ein neues Spiel, muss dieses erst von den Eltern zugelassen werden.
- Windows XP: Windows XP hat keine Kinderschutzfunktionen. Diese muss man mit Zusatzprogrammen wie «Kindersicherung 2009» (Download auf www.salfeld.de) selbst installieren. Das Programm erlaubt, die PC-Nutzung auf bestimmte Tageszeiten und eine bestimmte Stundenzahl pro Woche einzuschränken. Zudem enthält die Software einen Internetfilter. Das Programm kann man vor dem Kauf (29.90 Euro) während 30 Tagen testen. Eine kostenlose Alternative mit weniger Funktionen ist das «Parents Friend».
- Mac OSX: Auf neueren Macs mit Betriebssystem Leopard findet sich in den Systemeinstellungen die Option «Kindersicherung». Sie bietet ähnlich viele Schutzfunktionen wie Windows Vista. Die Eltern können hier zum Beispiel bestimmen, auf welche Programme die Kinder Zugriff haben. Zudem können sie festlegen, zu welchen Zeiten der Computer überhaupt benutzt werden darf und welche Seiten im Internet nicht zugänglich sein sollen. Schliesslich können sie sogar ein Protokoll der Computernutzung ihres Nachwuchses erstellen lassen.
- Xbox 360: Die Spielkonsole Xbox 360 von Microsoft verfügt über einen praktischen Schutzmechanismus, der einer allfälligen Spielwut von Kindern vorbeugt: eine Zeituhr. Sie verbirgt sich im Menü unter > Meine Xbox > Systemeinstellungen > Jugendschutz > Konsolensteuerung > Familien-Timer. Man kann dort jedem Nutzer ein tägliches oder wöchentliches Zeitbudget zuteilen. Ist es aufgebraucht, schaltet sich die Spielkonsole aus. Ferner lässt sich einstellen, dass nur altersgerechte Spiele gestartet werden können.
- Playstation 3: Die Konsole Playstation 3 von Sony kennt im Gegensatz zur Xbox kein Zeitbudget. Aber wenigstens lässt sich auch auf diesem Gerät verhindern, dass die Kinder mit der Playstation im Internet unbeschränkt surfen können. Die entsprechenden Sicherheitseinstellungen kann man im Menü unter > Werkzeuge > Browser > Sicherheit vornehmen. Gesonderte Altersbeschränkungen lassen sich für das Abspielen von Filmen (Blu-ray, DVD) und gekauften Spielen aktivieren.
- Nintendo Wii: Auf der Spielkonsole Nintendo Wii kann man die Nutzung von Spielen und den Zugang zum Internet detailliert einschränken. Und zwar im Menü unter > Optionen > Wii-Systemeinstellungen 2 > Altersbeschränkungen. Im Gegensatz zur Xbox hat Nintendo allerdings keine Zeitbudget-Funktionen.
Die Broschüre «Ein Netz für Kinder» lässt sich hier gratis herunterladen unter.
28. September 2009 | Kurt Haupt
- Beitrag als PDF
-
Damit die Spielsucht keine Chance hat
Download PDF 36 KB