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Auf die Pannendienste von TCS, VCS und Migros ist nicht immer Verlass, wie eine K-Tipp-Stichprobe zeigt. Und: Lokale Garagen entpuppen sich als reine Abschleppdienste.
Pannendienste versprechen schnelle Hilfe rund um die Uhr: Im vergangenen Jahr rückten sie alle 75 Sekunden aus. Welche Pannenhilfe in der Praxis den besten und schnellsten Service vor Ort leistet, wollte der K-Tipp in einer Stichprobe herausfinden.
Die Versuchsanordnung war für alle getesteten Pannenhilfen dieselbe: Der unabhängige Fahrzeugexperte und ehemalige TCS- Pannenhelfer Silvio Gaiardelli aus Zürich präparierte jeweils den Testwagen, indem er die Sicherung für die Kontrolle der Benzinzufuhr unbrauchbar machte. Folge: Der Motor stottert nur, springt aber nicht mehr an. Im Idealfall müsste der Fehler in wenigen Minuten erkannt und die Sicherung mit einem Handgriff ersetzt werden können. «Das ist ein Fehler, den ein Dritt-Jahr-Lehrling finden müsste», sagt Gaiardelli.
Die vier Pannenstandorte waren Glattbrugg ZH, Basel, St. Gallen und die Autobahn A2 bei Erstfeld UR. Geprüft wurden die grossen Anbieter Touring-Club Schweiz (TCS), Automobilclub der Schweiz (ACS), Verkehrsclub der Schweiz (VCS) und Migros Assistance sowie je pro Pannenstandort eine lokale Garage, die auch Pannenhilfe anbietet. Als Testauto diente ein zehn Jahre alter Volvo V70.
Die Resultate der Stichprobe: Die lokalen Garagisten mit Pannenhilfe-Angebot suchen gar nicht erst nach der Ursache der Panne, sondern wollen das Auto sofort abschleppen. Beispiel: Auf der A2-Autobahnraststätte «Gotthard» genügte dem Mechaniker der Firma Monn AG in Flüelen schon ein bisschen Rütteln an ein paar Schläuchen, um zu sagen: «Nichts zu machen. Ich muss abschleppen.» Für diese Fehldiagnose allein verlangte er schon einmal 120 Franken. Patrik Monn erwidert, dass nach dem Abschleppen das Problem in der Garage gelöst worden wäre.
Auch Jensen Toyota in Glattbrugg und Bender AG in Basel kamen schnell zum gleichen Fehlschluss. Immerhin: Sie verlangten nichts für einen kurzen Blick unter die Haube. In St. Gallen wollten die angerufenen Garagisten gar nicht erst ausrücken.
Und so schnitten die vier Pannenhilfe-Anbieter ab:
Mitgliedschaft nicht zwingend
Die Mitgliedschaft beim TCS kostet – je nach Wohnort – zwischen 87 und 105 Franken. Der VCS verlangt 65 Franken. Aber: Beim TCS und beim VCS ist auch ein Beitritt noch während der Pannenhilfe möglich. Der VCS verlangt in diesem Fall 45 Franken, der TCS 149 Franken. Wichtig: Nach der Pannenhilfe die Versicherung rechtzeitig wieder auflösen, sonst verlängert sie sich automatisch für das Folgejahr. Beim TCS ist dieses Vorgehen nur einmal möglich. Bei einer erneuten Panne werden die effektiven Kosten in Rechnung gestellt, die schnell mehrere hundert Franken betragen können.
Beim ACS kann man nicht vor Ort Mitglied werden. Der Pannendienst kommt trotzdem, verrechnet aber die effektiven Kosten. Die Migros dagegen hilft nur Anrufern, die eine Migros-Police vorweisen können.
13. September 2009 | Darko Cetojevic, Daniel Jaggi
