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Artikel | saldo 11/2009

SBB-Sparbillette: Höchstrabatt gibt es nur ohne Halbtax

Die SBB bieten diesen Sommer im Internet bis zu 100’000 Sparbillette pro Tag an. Vom Maximalrabatt von 60 Prozent können die Kunden aber nur in Ausnahmefällen profitieren.

 

 

Wer auf www.sbb.ch eine Fahrplanabfrage tätigt, erhält seit Ende Mai häufig den Hinweis, dass für die gewünschte Strecke Sparbillette verfügbar sind. Die SBB stellen – gemäss eigenen Angaben – täglich bis zu 100’000 Sparbillette bereit. Unter dem Menüpunkt «Click & Rail» sind schon seit sechs Jahren vergünstigte Online-Bahnbillette erhältlich. Neu werden allerdings wesentlich mehr Tickets angeboten, und sie sind direkt in den Fahrplan integriert.

«Die Kunden profitieren von Rabatten bis zu 60 Prozent», werben die SBB für ihre Sparbillette. Diesen maximalen Rabatt dürften aber die wenigsten Zugbenutzer erreichen. Die vergünstigten Tickets sind nur für direkte SBB-Fernverkehrsverbindungen (ohne Umsteigen) verfügbar und für Züge ausserhalb der Stosszeiten. Je nach mutmasslicher Auslastung eines Zuges wird ein tieferer oder höherer Rabatt gewährt. Ein saldo-Vergleich der Sparbillett-Angebote zeigt: Die Rabattbandbreite reicht – in diversen Abstufungen – von 10 bis 60 Prozent im Vergleich zum regulären Preis.

Wann und wie viel Ermässigung angeboten wird, erinnert an eine Lotterie. Das dahinterliegende System bleibt intransparent. Den Höchstrabatt erhält man nur auf wenigen Zügen. Auf relativ gut ausgelasteten Strecken wie etwa Zürich–Bern ist die Zahl von Zugfahrten mit Ermässigung weit geringer als auf weniger stark frequentierten Verbindungen wie Chur–Zürich. Das Sparbillett-Angebot für die 1. Klasse ist bescheiden. Für manche Tage und auf gewissen Strecken sucht man sogar vergeblich nach vergünstigten 1.-Klasse-Tickets.


«Damit unser Aufwand gering bleibt, vertreiben wir Spartickets nur online»

saldo hat versucht, die jeweils billigsten Billette für eine bestimmte Strecke und Klasse zu ermitteln. Ob es sich bei den gefundenen Angeboten tatsächlich um den tiefstmöglichen Preis handelt, haben die SBB weder bestätigen noch dementieren wollen. Gemäss der saldo-Erhebung profitieren nur Bahnpassagiere ohne Halbtaxabo von Rabatten bis 60 Prozent (siehe Tabelle im pdf-Artikel). So kostet etwa die Fahrt von Basel nach Visp in der 2. Klasse im besten Fall Fr. 30.40 statt 76 Franken. Wer aber schon ein Halbtaxabo besitzt, spart in der 2. Klasse im Vergleich zum halben Preis maximal 40 Prozent.

In der 1. Klasse lassen sich ohne Halbtaxabo nur auf einzelnen Strecken wie Luzern–Basel oder Chur–Zürich bis 60 Prozent sparen. In der Regel beträgt die Ermässigung maximal 40 Prozent. Für Besitzer von Halbtaxabos liegt der höchste Rabatt in der 1. Klasse meist bei 25 Prozent, in Ausnahmefällen bei 40 Prozent. Wer ein Sparticket kaufen will, braucht zwingend einen Computer mit Internetanschluss, eine Kreditkarte oder Postcard sowie einen hochauflösenden Drucker oder ein MMS-fähiges Mobiltelefon. Am Schalter und am Automaten sind die Billette nicht erhältlich. «Es handelt sich beim Sparbillett um ein Schnäppchen. Deshalb vertreiben wir es nur online, wo unser Aufwand gering bleibt», erklärt SBB-Sprecher Roman Marti.


Sparbillette-Aktion läuft vorerst nur bis am 26. August

Umso grösser ist der Aufwand des Bahnkunden: Er muss für die Hin- und Rückfahrt ein separates Online-Ticket anfordern und auf den Drucker oder das Handy ausgeben lassen. Unter Umständen ist es sogar nötig, eine einfache Fahrt aus einzelnen Sparstrecken zusammenzustückeln. Zu beachten ist ferner, dass das Sparbillett nur für den gewählten Zug gültig ist. Verpasst man diesen, verfällt das Ticket ohne Anspruch auf Rückerstattung. Ob sich der Aufwand und die Einschränkungen für die in den meisten Fällen eher geringe Ersparnis lohnen, muss jeder selbst entscheiden.

Die SBB wollen mit den vergünstigten Billetten die freien Plätze zu den Nebenverkehrszeiten besser auslasten und mehr Raum schaffen für die Pendler während der Spitzenzeiten. Die Aktion ist begrenzt: Der letzte Verkaufstag für Sparbillette ist der 12. August, der letzte Reisetag der 26. August. Was danach kommt, ist offen: «Wir werden den Versuch auswerten und unsere Schlüsse ziehen», sagt Sprecher Roman Marti.


Vorgehen: So kommen Sie zu verbilligten SBB-Tickets

  • Auf www.sbb.ch den Link Sparbillette-Aktion anklicken und gewünschte Zugverbindung angeben. Oder – falls bereits eine Fahrplanabfrage getätigt wurde – dem Link zu den Sparbilletten folgen.
  • Aus den angebotenen Zügen den passendsten mit einem Mausklick auf «Wählen» bestätigen.
  • «Weiter ohne Login» anwählen.
  • Name und Geburtsdatum angeben, da es sich beim Sparbillett um ein persönliches Ticket mit Ausweispflicht handelt. «In den Warenkorb» anklicken.
  • Falls noch weitere Tickets gelöst werden sollen, «Weitere Angebote» oder «Rückfahrt» wählen. Für den Abschluss des Billettkaufs «Zur Kasse» anklicken.
  • Adresse eingeben.
  • Kartentyp wählen und E-Mail-Adresse angeben.
  • Kreditkartennummer eintragen. Kauf bestätigen.
  • Das erhaltene Online-Ticket ausdrucken.



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06. Juni 2009 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo


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