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Artikel | saldo 09/2009

So lassen sich Websites leicht archivieren

Internet-Inhalte kann man nicht so leicht ablegen wie ein Papierdokument. Doch es gibt praktische Werkzeuge, um interessante Websites aufzubewahren.

Dokumente auf Papier vermitteln ihre Informationen noch nach Jahrhunderten – meist ohne Hilfsmittel. Grössere Hürden stellen sich bei digitalen Dokumenten: Sie sind in unterschiedlichen, sich häufig ändernden Dateiformaten abgefasst. Dabei ist der Nutzer auf Lesegeräte wie Computer oder Handy angewiesen.

Bei Inhalten im Internet ist es noch komplizierter: Das Web ist ein flüchtiges Medium, die meisten Sites ändern ihre Inhalte häufig. Selbst die Betreiber von Internetseiten speichern sie nicht oder nicht regelmässig. So geht über die Jahre ein bedeutender Teil von Informationen für immer verloren. Folge: Wer sich im Web ein Lesezeichen setzt, um einen Inhalt später wieder aufzurufen, stellt oftmals fest, dass sich die Seite nicht mehr abrufen lässt. Grund genug, interessante Dokumente der grössten Informations- und Wissensplattform für unterschiedliche Gelegenheiten zu speichern. Das kann man auf eine der folgenden Arten tun:

  • Auf Papier ausdrucken: Am einfachsten ist das Ausdrucken einer Website. Das hat jedoch Tücken. Das Format der meisten Internetseiten ist grösser als das normale A4-Format. Praktisch sind Websites, die eine für Drucker optimierte Version des Hauptinhaltes anbieten – ohne Navigationselemente oder Werbung. Dies zeigt ein Druckersymbol auf der Website zum Anklicken an.
  • Als digitales Bild einfrieren: Sinnvoll ist das digitale Speichern von Internetseiten. Das spart Druckerpapier und erlaubt den späteren Zugriff auf eine Datei. Am einfachsten geschieht dies mit einem sogenannten Screenshot, bei dem die Website als Bild gespeichert wird. Sowohl Windows wie Mac OSX bieten diese Möglichkeit an. Allerdings: Screenshots speichern nur den sichtbaren Inhalt eines Fensters und schneiden den Rest der Seite ab. Es gibt aber auch spezialisierte Programme oder die kostenlose Erweiterung Screengrab für den Browser Firefox. Screengrab erstellt ein Abbild der ganzen Seite – in ihrer gesamten Länge über den sichtbaren Bereich des Fensters hinaus – und speichert diesen im Fotoformat PNG oder JPEG. Diese Methode hat einen entscheidenden Nachteil: Auf einem Bild sind die Texte nur als Pixel erfasst und lassen sich deshalb nicht per Stichwort durchsuchen.
  • Im PDF-Format speichern: Websites lassen sich auch im verbreiteten Dokumentenformat PDF speichern. Das hat den Vorteil, dass jedes Wort über die Suchfunktion gefunden werden kann, was beim Archivieren vieler Seiten nützlich ist. Ein kostenloser Service unter der Adresse www.web2pdfconvert.com erledigt diese Aufgabe zufriedenstellend, ohne dass man dazu ein Programm braucht. Auf Mac-Computern kann man über eine Option beim Drucken jedes Dokument – auch Websites – digital als PDF speichern. Doch auch die PDF-Methode hat einen Nachteil: Die Inhalte der Website sind «eingefroren». Das heisst: Links und dynamische Elemente funktionieren nicht.
  • Im Original-Format speichern: Die komfortabelste Methode ist die Konservierung einer Website im Originalformat (HTML) mitsamt allen Inhalten und Links. Das ist über spezielle Programme oder eine Erweiterung des Browsers möglich. Websites lassen sich so ohne Internetverbindung anzeigen wie auch unbefristet speichern. Das heisst, man kann sie vollumfänglich nutzen, auch wenn das Original nicht mehr zugänglich ist. An Grenzen stossen solche Programme beim Thema Multimedia, wo eine vollständige Kopie einer Seite meist nicht gelingt. Hier braucht es spezielle Software (siehe unten).



Firefox-Erweiterung Scrapbook ist am praktischsten

Das interessanteste Programm, um Websites als digitale Kopie zu speichern, heisst Scrapbook. Diese leistungsfähige, kostenlose Erweiterung für den Browser Firefox kann mehrere Ebenen einer Website speichern und die Daten vor dem Speichern bearbeiten. So lassen sich unerwünschte Elemente wie Grafiken oder Werbung eliminieren, Textpassagen farblich markieren und Notizen einfügen. Die gespeicherten Websites werden übersichtlich aufgelistet und lassen sich per Stichwort durchsuchen. Wer das Internet regelmässig als Wissensdatenbank nutzt, sollte dieses komfortable Werkzeug testen. Scrapbook lässt sich im Firefox unter dem Menüpunkt «Add-ons» herunterladen.

Als Alternative zur Browser-Lösung gibt es auch Programme wie Local Website Archive 3.0 für Windows oder Web Dumper für Windows und Mac. Die Basis-Version von Local Website Archive ist gratis, das Programm Web Dumper kostet 20 Euro, bietet aber mehr Optionen. Es erlaubt, die Anzahl der zu speichernden Seiten zu bestimmen und gezielt Dateien für die Speicherung auszufiltern.


Multimedia-Daten: Videos aus dem Netz herunterladen

Radio- und TV-Beiträge im Internet können kaum heruntergeladen werden, wenn sie im Streaming-Verfahren gesendet werden. Dasselbe gilt für Videos von Portalen wie Youtube oder Myvideo.de, die Filmchen im Flash-Format speichern. Die Betreiber von Videoportalen bieten den Download meist auch selbst nicht an.

Es gibt allerdings viele Hilfsprogramme, um Videos aus dem Netz herunterzuladen. Dazu gehören die Windows-Programme Youtube 2.0 oder Videograbber. Für den Browser Firefox gibt es ausserdem viele kostenlose Erweiterungen für den Video-Download, zum Beispiel Flash Got, Download Helper, Fast Video Download oder Video Download Helper, die über das Menü Add-ons des Browsers zu finden sind. Einige Erweiterungen sind aber anspruchsvoll in der Bedienung.

10. Mai 2009 | Claude Settele


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