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Artikel | saldo 07/2009

Netbooks: Was die Computer-Winzlinge können – und was nicht

Die neue Generation von Laptops ist klein und billig. saldo zeigt, für wen diese sogenannten Netbooks geeignet sind.

Bis vor kurzem war die Entwicklung bei Notebooks vorhersehbar: Die Geräte wurden immer schneller, hatten grössere Speicher und waren deshalb stets vielseitiger einsetzbar. Dann tauchte mit dem Asus Eee PC 700 ein Laptop auf, der nicht in den Trend passte: klein, nur mit den nötigsten Programmen versehen und günstig. Inzwischen führten diese Netbooks in den Computer-Geschäften zu einem Boom. Vor zu hohen Erwartungen ist jedoch zu warnen: Die Minigeräte können viel weniger als die üblichen Computer. saldo beantwortet die wichtigsten Fragen zu den Netbooks.

Worin unterscheiden sich Netbooks von normalen Notebooks?
Von aussen sehen Netbooks wie kleine Notebooks aus, sogenannte Subnotebooks. Der Hauptunterschied liegt im Innern: Subnotebooks enthalten leistungsfähige Technik auf kleinstem Raum und kosten mehrere tausend Franken. Die Hersteller von Netbooks verzichten dagegen auf jeden Schnickschnack. Sie haben einen vergleichsweise langsamen Prozessor und eine geringe Monitorauflösung. Entsprechend tief ist der Preis von 400 bis 700 Franken.

Worin liegen die Stärken von Netbooks?
Sie sind klein und leicht und daher ideal für unterwegs.  Gut bedient ist, wer im Zug Briefe schreibt oder in den Ferien im Internet surft und seine Mails liest. Auch als Zwischenspeicher für Digitalfotos auf Reisen bietet sich das Gerät an.

Wo sparen die Hersteller von Netbooks?
In praktisch allen Netbooks fehlt ein DVD-Laufwerk, um CDs abzuspielen oder DVDs zu brennen. Dazu braucht man ein externes Laufwerk. Ein externer DVD-Brenner kostet rund 60 bis 100 Franken und lässt sich via USB-Anschluss mit dem Netbook verbinden. Bescheiden sind der Arbeitsspeicher und die Rechenleistung. Daher stossen Netbooks bei aufwendigen Programmen schnell an ihre Grenze. Ansonsten geben sich Netbooks auch bei den Anschlüssen zugeknöpft: Schnelle HDMI- oder Firewire-Anschlüsse sucht man vergeblich. Nur USB und ein Cardreader für Speicherkarten sind üblich.

Sind Netbooks zu klein zum Arbeiten?
Der Bildschirm ist meist zwischen 7 und 10 Zoll gross (das entspricht einer Monitordiagonalen von 17,8 beziehungsweise 25 Zentimetern) und hat eine Auflösung von 1024 x 600 Bildpunkten. Eine A4-Seite im Word lässt sich somit nicht in Originalgrösse darstellen. Verkleinerte Darstellungen oder häufiges Scrollen gehören daher zur Arbeit. Ein kleiner Bildschirm bedeutet meist auch eine kleine Tastatur. Wer breite Hände hat, sollte im Laden testen, mit welchem Gerät sich angenehm schreiben lässt.

Kann man auch Spiele und Multimedia-Anwendungen ausführen?
Videoschnitt-Programme und Spiele gehören zu den rechenintensivsten Anwendungen. Netbooks sind damit schnell überfordert und stocken. Grafik- oder Fotoprogramme haben ausserdem oft Extrafenster, die auf dem kleinen Monitor viel Platz beanspruchen.

Kann man auf den Geräten Filme ansehen?
Filme im DVD-Format lassen sich gut via Netbook abspielen – sofern ein DVD-Laufwerk angeschlossen ist oder man den Film auf die Festplatte kopiert. Mehr Mühe hat der Rechner mit stark komprimierten Formaten wie DivX. Je nach Auflösung und Datenrate können einige Geräte solche Filme nicht zeigen. Gänzlich überfordert sind Netbooks mit hochaufgelösten HD-Filmen.

Kann ich mit einem Netbook immer und überall online gehen?
Wie der Name sagt, ist der Gang ins Internet mit Netbooks Standard. Ein kabelloser WLAN-Anschluss ist in allen Geräten dabei. Man ist jedoch auf nahe gelegene öffentliche Internetzugänge (Hotspots) angewiesen. Wer dagegen überall online gehen will, braucht einen zusätzlichen UMTS-Adapter, den man per USB anschliesst.

Welches Betriebssystem sollte man wählen?
Netbooks laufen meist mit Windows XP oder Linux. Zwar haben Windows-Nutzer Berührungsängste mit dem Linux-Betriebssystem. Doch auf Netbooks läuft Linux deutlich sparsamer als Windows und schont damit den Akku. Einziger Nachteil: Eigene Windows-Software kann man auf Linux-Rechnern meist nicht installieren. Meiden sollte man Geräte mit Windows Vista. Das rechenintensive System bringt Netbooks schnell an ihre Grenzen.

Braucht man einen glänzenden Monitor?
In dunklen Innenräumen sorgen glänzende Bildschirmoberflächen für sattere Farben. In hellen Zimmern oder im Freien irritieren dagegen die Spiegelungen auf dem Monitor. Da man Netbooks häufig unterwegs einsetzt, sollte man auf ein Gerät mit entspiegeltem Monitor achten.

Welcher Prozessor ist zu empfehlen?
Der Prozessor ist der Motor des Computers. Bei Netbooks sind Atom- und Nano-Prozessoren beste Wahl. Der Nano ist leistungsstark, braucht aber viel Strom. Der Atom ist im Vergleich schwächer, dafür energiesparender. In beiden Bereichen schlecht sind Celeron- und C7-Prozessoren. Diese sollte man meiden.

Festplatte oder Flash-Speicher?
In teuren Notebooks sind vermehrt schnelle Flash-Speicher statt einer Festplatte eingebaut. In Netbooks stecken dagegen häufig lahme Versionen. Für Windows-Rechner empfiehlt sich daher ein Gerät mit Festplatte. Das Linux-System läuft dagegen meist auch auf Flash-Speichern flott. Festplatten haben mehr Speicherplatz als Flash-Speicher.

13. April 2009 | Marc Mair-Noack, Redaktion saldo


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