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Aufgepasst beim Kalkulieren von Ferien im Hausboot: Der Mietpreis sagt wenig aus. Jedes Extra kostet separat. Und die Prospekte verschweigen das Alter der Boote.
Mit dem Kahn über die Kanäle in Frankreich, England oder Irland schippern und am Abend gemütlich in der freien Natur grillieren: Das Mieten von Hausbooten macht den Traum möglich. Die Saison dauert von März bis Ende Oktober. In den Monaten Juni bis August sind die Preise am teuersten. Wer sparen will, bucht in der Nebensaison: Das vierplätzige Modell Caprice der Chartergesellschaft Le Boat etwa kostet in der Hochsaison bei TCS Reisen für eine Woche auf den Kanälen Südfrankreichs bis zu 4700 Franken pro Woche, Ende April sind es rund 2000 Franken weniger, im Mai immerhin rund 1000 Franken weniger. Aber aufgepasst: Im Frühling und Herbst ist auf dem Wasser mit Nebel zu rechnen.
Vermietung der Hausboote zum Fixpreis
Sparen lässt sich auch in der Hochsaison: Je mehr Leute sich ein Schiff teilen, desto günstiger der Preis für den Einzelnen. Denn die Boote werden zu einem Fixpreis vermietet – die Anzahl Gäste spielt keine Rolle. Trotz Kostenreduktion sollte sich jeder vor dem Buchen überlegen, mit wie vielen anderen Personen er es auf engstem Raum aushält. Wichtig: Bei Booten mit zwei getrennten Kabinen können sich diese in Grösse und Ausstattung stark unterscheiden. Oft fehlen solche Angaben im Katalog oder im Internet. Nicht immer ist ein Grundriss einsehbar. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Kabinen vielfach nur durch dünne Wände voneinander getrennt sind.
Preislich ist das Buchen via Internet direkt bei den Chartergesellschaften interessant: Tui-Tochter Le Boat bietet sämtliche Boote der Marken Crown Blue Line, Connoisseur und Emerald Star online an. Preisbeispiel: Für das vierplätzige Modell Caprice verlangt Le Boat für elf Nächte auf den Kanälen der Camargue (F) ohne Extras Fr. 6347.50. Bei den Schweizer Reisebüros TCS Reisen und Aquatravel hätte dasselbe Boot für die gleiche Dauer um die 6800 Franken gekostet. Romy Lanz von Aquatravel weist allerdings darauf hin, dass Kunden den Preis in Euro zahlen können. Dann reduziere sich der Preis auf das Niveau von Le Boat.
Anbieter machen meist keine Angaben zum Alter der Schiffe
Das Buchen via Internet oder Katalog hat für Hausboot-Neulinge Tücken. Aufgrund der Angaben lässt sich kaum feststellen, wie alt ein Boot ist und in welchem Zustand es sich befindet. Schiffe mit den Attributen «Top» oder «Modern» können bis zehn Jahre alt sein. Begriffe wie «älteres Design» oder «Classic» weisen auf noch ältere Boote hin. Jean Stalder von Marina Travel, Bern, ist seit über 30 Jahren auf dem Wasser unterwegs. Er empfiehlt auch für Ferien in Frankreich englische Chartergesellschaften, da Bootsferien in Grossbritannien seit über 100 Jahren Tradition haben und eine grosse Infrastruktur zur Verfügung steht. Er empfiehlt grössere Anbieter: «Viele Kleine kaufen Boote, die grosse Vermieter ausgemustert haben.»
Tipps: Das sollten Hausboot-Neulinge wissen
Bootsfahrten: Infos für Freizeitkapitäne
In Frankreich, Holland, Belgien, Italien, England und Schottland können Hausboote ab 18 Jahren ohne Bootsführerschein gefahren werden. In Irland gilt ein Mindestalter von 21 Jahren. Die Bootsinstruktion dauert in der Regel inklusive Fahrübungen zwischen 15 und 30 Minuten. Schleusenfreie Strecken gibt es in der Camargue in Frankreich oder in den Norfolk Broads, England. Das Passieren der Schleusen ist meist gratis. Wichtige Utensilien für Freizeitkapitäne: Handschuhe für das Arbeiten mit den Seilen, Schuhe mit rutschfesten Sohlen, Sonnenbrille, Sonnenschutz, Regenbekleidung und Taschenlampe.
Nützliche Informationen zu Hausbootferien finden sich unter www.marinatravel.ch, www.nautic.ch, www.irlandtours.ch, www.aquatravel.ch oder www.atelierduvoyage.ch.
01. März 2009 | Andreas Schildknecht
