Artikel | K-Tipp 04/2009
Sparlampen: Kunden werden hinters Licht geführt
Die Hersteller stromsparender Lampen führen Konsumenten an der Nase herum. Der K-Tipp sagt, worauf man beim Kauf achten muss.
Seit dem 1. Januar ist der Verkauf der besonders energiefressenden Glühbirnen der Energie-Klassen F und G nicht mehr erlaubt. Und ab 2012 will der Bund den Verkauf von Glühbirnen generell verbieten. Grund: Die Glühbirne ist ein zu grosser Stromfresser. Sie wandelt nur fünf Prozent der Energie in Licht um, der Rest verpufft als Wärme.
LED-Lampen noch kein Glübirnen-Ersatz
Grossverteiler, Baumärkte und Fachhändler haben reagiert: Sie bieten mittlerweile deutlich mehr stromsparende Lampen an als Glühbirnen. Doch beim Kauf werden die Kunden oft hinters Licht geführt, wie das Beispiel von LED-Lampen im Glühbirnen-Look zeigt. Keine LED-Lampe kann derzeit eine gängige Glühbirne ersetzen. Obwohl sie zehnmal teurer sind, erreichen die lichtstärksten Exemplare nicht einmal eine Backofen-Lampe von 15 Watt. Dies bestätigt auch Stefan Gasser, Lichtexperte bei der Schweizerischen Agentur für Energieeffizienz (Safe): «LEDs kann man heute nur für Spots mit kleinen Leistungen und Leseleuchten brauchen. Ein richtiger Durchbruch der LED-Technik ist erst in drei bis fünf Jahren zu erwarten.»
Zudem sind LED-Lampen mangelhaft kennzeichnet. Oft fehlen Angaben zur Lichtstärke in Lumen, wie zum Beispiel bei der Firma Pearl aus Pratteln (BL) oder bei der Conrad-Marke Home Star. Bei den Energiesparlampen wiederum versprechen die Hersteller zu viel. Osram, Philips oder Megaman signalisieren auf der Verpackung, dass eine 11-Watt-Energiesparlampe gleich hell leuchtet wie eine 60-Watt-Glühbirne. Diese Umrechnung stimmt aber nicht: «Die Behauptung, eine 11-Watt-Sparlampe ersetze eine 60-Watt-Glühlampe, ist zu optimistisch. Um die 60-Watt-Glühbirne zu ersetzen, würde ich eher eine 15-Watt-Sparlampe empfehlen», sagt Stefan Gasser.
Bis zu 80 Prozent weniger Strom
Mit der richtigen Energiesparlampe (siehe Tabelle im pdf-Artikel) kann man Strom und Geld sparen. Sparlampen sind zwar im Vergleich zu Glühbirnen nach wie vor deutlich teurer. Sie halten aber länger und brauchen bis zu 80 Prozent weniger Strom.
Sparlampen: Das müssen Sie wissen
- Stärke: Das Rechnen in Watt-Glühbirnen-Helligkeit sollten Sie sich abgewöhnen. Mit Watt wird nur der Stromverbrauch deklariert. Wer die Lichtstärke einer Lampe wissen will, muss die Lumenzahl auf der Verpackung beachten. Mit ihr wird die gesamte Lichtabgabe gemessen. Zum Vergleich: Eine Kerze erreicht etwa 12 Lumen, eine gewöhnliche 60-Watt-Birne 800 bis 900 Lumen.
- Farbe: Beim Kauf einer stromsparenden Lampe darauf achten, dass ihre Farbe als warmweiss angegeben wird. In einigen Fällen ist diese mit der Code-Nummer «827» angegeben. In anderen Fällen wieder mit «2700 Kelvin». Diese Farbe entspricht der Farbe einer Glühbirne.
- Lebensdauer: Eine schlechte Energiesparlampe schafft oft nur 5000 Ein- und Ausschaltungen, eine gute 500’000. Die Schaltfestigkeit wird meist nicht deklariert, man kann sie aber leicht erkennen: Nur Sparlampen mit einer angegebenen Lebensdauer von 12’000 oder 15’000 Stunden sind schaltfest. Lampen mit unter 10’000 Stunden Lebensdauer sind für den Wohnbereich nicht geeignet.
- Betriebsbereitschaft: Lassen Sie sich nicht vom ersten Eindruck täuschen. Während eine Glühbirne sofort voll brennt, benötigt eine Sparlampe 30 bis 120 Sekunden, bis sie die volle Helligkeit erreicht.
- Spot und Dimmen: «Sparlampen in Spotausführung oder dimmbare Sparlampen sind zwar erhältlich, werden aber die meisten Konsumenten enttäuschen», sagt Lichtexperte Stefan Gasser. Spot-Sparlampen geben kaum einen Spoteffekt und sind nur etwa doppelt so effizient wie Halogenspots. Gedimmte Sparlampen wirken eher trist.
- Elektrosmog: Energiesparlampen verursachen elektromagnetische Strahlung. Baubiologen empfehlen, sie nicht dort einzusetzen, wo der Kopf nah bei der Lampe ist. Mehr Infos im Ratgeber «Gesundheitsrisiko Elektrosmog», zu bestellen unter www.ktipp.ch.
- LED: Experten raten zurzeit noch vom Kauf von LED-Lampen als Ersatz für Glühbirnen ab. Einzig als Spotlampen und Leseleuchten gibt es bereits gute Exemplare auf dem Markt. Siehe www.topten.ch.
- Energy-Saver: Seit kurzem gibts im Handel eine neue Generation von Lampen, die bei Osram «Halogen Energy Saver» (siehe Bild im pdf-Artikel) und bei Philips «EcoClassic30» heissen. Es sind Halogenlampen, die Glühbirnen zum Verwechseln ähnlich sehen. Sie sind dimmbar, erreichen sofort die volle Leuchtkraft, sparen aber im Vergleich zu Energiesparlampen deutlich weniger Strom.
21. Februar 2009 | Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp
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