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Physiotherapie und Medikamente nützen bei Arthrose im Kniegelenk gleich viel wie eine Operation, sagen nun Forscher.
Bei Knie-Arthrose bringt eine Operation nichts: Das zeigt die neue Studie eines kanadischen Wissenschaftler-Teams, die in der Fachzeitschrift «New England Journal of Medicine» veröffentlicht wurde.
Die Forscher verglichen zwei Gruppen von Patienten mit Arthrose im Kniegelenk. Die Betroffenen waren durchschnittlich 60 Jahre alt. Die erste Gruppe erhielt nur Physiotherapie und Medikamente. Die Patienten der zweiten Gruppe wurden auch am Knie operiert: Mittels Gelenkspiegelung trugen die Ärzte krankes Gewebe ab und glätteten die Oberflächen des Kniegelenks.
Zwei Jahre später untersuchten die Forscher die Patienten nochmals: Den operierten Patienten ging es nicht besser als jenen der anderen Gruppe. Fazit der kanadischen Forscher: «Bei Knie-Arthrose bringen Physiotherapie und Medikamente den gleichen Nutzen wie eine Gelenkspiegelung.» Deshalb solle man besser auf die Operation verzichten.
Für den Winterthurer Kniespezialisten und Chirurgen Luzi Dubs ist die neue Studie eine Bestätigung: «Kniegelenk-Arthrose kann weder mit Medikamenten noch durch Operation vollständig geheilt werden.» Schweizer Ärzte wenden die Gelenkspiegelung laut Dubs ohne- hin zurückhaltend an – bloss bei anhaltend störenden, schmerzhaften Schwellungen. Oder vor grösseren Operationen, wenn ein Patient weder auf Physiotherapie noch auf Medikamente angesprochen hat.
06. Oktober 2008 | ag
