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Die Turbulenzen an der Börse sind nicht verebbt. Wesentlich weniger Risiko geht ein, wer sein Geld in Schweizer Immobilienfonds statt in Aktien investiert.
Seit Januar sind die Kurse im Schweizer Aktienmarkt um 12,5 Prozent gesunken. Anders die Schweizer Immobilienfonds. Sie haben gemäss Immofonds-Index der Zürcher Kantonalbank (ZKB) im gleichen Zeitraum über 3,5 Prozent an Wert zugelegt. Immobilienfonds sind relativ stabile Geldanlagen mit weit geringeren Kursausschlägen als Aktien (siehe PDF).
Empfohlener Anlagehorizont liegt bei fünf bis sieben Jahren
Schweizer Immobilienfonds werden gleich wie Aktien an der Börse gehandelt. Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis.
Der beste Immobilienfonds im laufenden Jahr ist der Swisscanto IFCA mit einem Gewinn von bisher 13,55 Prozent. Der Fonds investiert in Wohnliegenschaften in der ganzen Schweiz. Der Anteil kommerzieller Objekte liegt bei lediglich 4 Prozent. Das Schlusslicht bildet der Fonds Immobilier Romand mit einer Negativ-Performance von 1 Prozent (PDF). Bei diesem Fonds ist das Geld ausschliesslich in der Westschweiz mit Fokus auf Wohnliegenschaften in der Genferseeregion angelegt.
Potenzielle Anleger sollten nicht nur die kurzfristigen Börsengewinne im Auge behalten, sondern die langfristige Entwicklung eines Fonds. Über die letzten fünf Jahre gesehen haben alle untersuchten Schweizer Immobilienfonds eine positive Performance. Deshalb eignet sich diese Anlageform für langfristig orientierte Investoren. Immobilienspezialist Markus Lackner vom Vermögenszentrum VZ empfiehlt einen Anlagehoriziont von fünf bis
sieben Jahren.
Während der letzten fünf Jahre war der Fonds La Foncière am erfolgreichsten. Er investiert vorwiegend in Westschweizer Wohnliegenschaften. Die durchschnittliche Performance betrug 7,49 Prozent pro Jahr. Aber auch der Solvalor 61 brachte seinen Investoren im Durchschnitt eine Rendite von 6,34 Prozent ein.
Wie sieht es aber in Zukunft aus? Schliesslich hat die Immobilienkrise in den USA die weltweiten Probleme an der Börse ausgelöst. Und auch die Immobilienmärkte in Spanien, Grossbritannien und Irland sorgten in letzter Zeit für schlechte Schlagzeilen. Lackner beruhigt: «In der Schweiz haben wir eine andere Situa-tion. Es ist nicht zu befürchten, dass hier so etwas passiert.»
Lackner erwartet weiterhin eine solide Performance der Immobilienfonds von 4,5 bis 5 Prozent pro Jahr, selbst wenn in der Schweiz die Konjunktur rückläufig ist. Die gesamtwirtschaftliche Entwicklung übe einen geringen Einfluss auf die Immofonds aus, da deren Gelder vornehmlich in Mehrfamilienhäuser investiert werden. Aber aufgepasst: Fonds wie UBS Swissreal oder Schroder Immoplus enthalten hohe Anteile an Büro- und Verkaufsliegenschaften. Diese erhöhen das Anlagerisiko beträchtlich.
Risiko: Geringer als bei Aktien, grösser als bei Obligationen
Dasselbe gilt für Aktien von Immobiliengesellschaften wie Züblin, Allreal oder PSP Swiss Property. Hier ist das Risiko im Vergleich zu normalen Immofonds grösser, weil hauptsächlich in Geschäftsliegenschaften investiert wird und die Werte wegen der Aktienentwicklung stärker schwanken. Punkto Rendite sind Immobilienfonds laut VZ-Finanzanalyst Lackner «ein Mittelding zwischen Aktien und Obligationen». Auch beim Risiko liegen sie zwischen den beiden Anlageformen.
Die gegenwärtigen Turbulenzen am Aktienmarkt dürfen laut Lackner nicht dazu verleiten, nur auf Immofonds zu setzen. «Sie sind ein gutes Diversifikationsmittel und haben nicht nur jetzt, sondern auch in einem guten Börsenumfeld ihre Berechtigung.»
23. September 2008 | Thomas Lattmann
