|
(0) |
Mit einigen Verhaltensregeln und einem kostenlosen Antivirus-Programm kann man den Computer gut vor den Gefahren des Internets schützen.
Wer heute mit einem ungeschützten Computer im Internet surft, ist zahlreichen Gefahren ausgesetzt: Eindringende Schädlinge wie Viren, Würmer oder Trojaner zerstören Daten, spähen Passwörter und Kreditkartennummern aus. Oder sie verschicken gar vom eigenen Computer aus Werbung und greifen weitere gekaperte Computer an.
Doch viele Anwender kümmern sich zu wenig darum, ihren eigenen Computer gegen Schädlinge zu sichern. Kommt hinzu: Selbst teure Sicherheitspakete, die ihnen diesen Aufwand abnehmen sollen, offenbaren in Tests immer wieder Schwachstellen und behindern teilweise das Arbeiten mit dem Computer.
Dabei liesse sich mit ein paar Verhaltensregeln und einem kostenlosen Antivirus-Programm bereits viel Sicherheit erreichen. saldo zeigt, was dabei die wichtigsten Punkte sind.
1. Updates fürdas Betriebssystem installieren
Hacker entdecken immer wieder Lücken in den Betriebssystemen Windows und Mac OS X, über die sie Schädlinge auf den Computer des Nutzers einschleusen können. Microsoft bringt jeden zweiten Dienstag eines Monats das neuste Sicherheits-Update heraus.
Bei Windows XP und Vista ist voreingestellt, dass dieses Update automatisch geladen und installiert wird. Falls dies nicht der Fall ist, kann man diese Funktion über «Systemsteuerung/Sicherheitscenter» aktivieren. Manuell lassen sich über «Start/Windows Update» Sicherheitsaktualisierungen aufspielen.
Unter OS X zeigt «Apfel/ Software-Aktualisierung» verfügbare Updates. Über den Menüpunkt «Einstellungen» lässt sich vorgeben, wann automatisch nach Updates gesucht werden soll – einmal wöchentlich ist zu empfehlen.
2. Den Browser auf den neusten Stand bringen
Auch Schwachstellen im Internet-Browser machen den Computer angreifbar. Die Browser-Hersteller schliessen neu entdeckte Sicherheitslücken regelmässig durch Updates. Der Internet Explorer lässt sich über das «Windows-Update» auf den allerneusten Stand bringen, unter Firefox lässt sich über den Menüpunkt «Einstellungen/Erweitert/Update» einstellen, dass der Browser selbständig nach Updates suchen und diese falls gewünscht gleich auch installieren soll.
3. Firewalls hochfahren
Firewalls überprüfen den ein- und ausgehenden Datenverkehr zwischen Computer und Internet. Heute besitzen die meisten ADSL- und Kabel-Modems sowie alle WLAN-Router für kabellosen Internetzugang eine externe, Hardware-basierte Firewall. Sie lässt nur bestimmte Datentypen in den Computer hinein, beispielsweise Internetseiten oder E-Mail-Verkehr. Alle anderen Datenarten werden geblockt, sodass Hacker nicht einfach in den eigenen Computer eindringen können.
Wenn die Firewall im Modem beziehungsweise im Router nicht voreingestellt aktiviert ist, lässt sich das über den Punkt «Sicherheit» im Konfigurationsmenü des Gerätes einstellen, das über die Adressleiste des Internet-Browsers aufgerufen wird. Die Adresse findet sich im jeweiligen Handbuch zum Gerät. Besitzt das Gerät noch keine eingebaute Firewall, kann man es nachrüsten. Beispielsweise durch Installieren des kostenlosen Programms Zone Alarm www.zone alarm.com.
Das Gegenstück zur externen Firewall ist die Personal Firewall, eine auf dem Computer installierte Software, die den Datenverkehr ins Internet kontrolliert. Alle ausgehenden Daten müssen durch sie hindurch. Sie regelt, welche auf dem Computer befindlichen Programme Daten ins Internet senden dürfen. Will beispielsweise ein Spionageprogramm ausgespähte Passwörter an den Hacker versenden oder ein Schädling sich selbst per E-Mail weiterverschicken, dann kann das die Personal Firewall in vielen Fällen verhindern.
Windows XP, Windows Vista sowie Mac OS X besitzen eine Personal Firewall, die als Voreinstellung aktiviert ist. Sollte das nicht der Fall sein, so kann dies bei Windows und Vista über «Systemsteuerung/Sicherheitscenter» nachgeholt werden. Bei OS X aktiviert man die Personal Firewall unter «Systemeinstellungen/Sharing/ Firewall».
4. Vorsicht beim Surfen im Internet
Vor allem Schmuddelseiten mit Erotikbildern und -videos, Gratisprogrammen oder Tauschbörsen gelten als Virenschleudern. Immer öfter aber manipulieren Hacker den Server selbst, auf dem eine Internetseite gespeichert ist. Nimmt der Server-Administrator Sicherheitsvorkehrungen nicht ernst genug, können Hacker die Internetseite so verändern, dass sich Nutzer quasi schon beim Ansurfen der Seite einen Virus auf ihren Rechner holen.
5. Aufgepasst beim Öffnen von E-Mails
Die grössten Chancen, Schädlinge auf den Computer des Nutzers zu laden, haben Hacker aber immer noch über den Faktor Mensch. Mit geschickt formulierten und täuschend echt von einer Bank oder bekannten Internetseiten nachgemachten E-Mails fordern Hacker den Nutzer auf, seine Benutzerdaten wie Passwörter, PINs oder Kreditkartennummer auf einer verlinkten Seite einzugeben (sogenanntes Phishing). Oder sie locken ihn, harmlos aussehende Dateien mit Bildern oder Software im E-Mail-Anhang zu öffnen, die unbemerkt Schädlinge auf dem Computer installieren, welche dann die Firewall herunterfahren oder umgehen.
Daher nur Anhänge von E-Mails öffnen, von denen der Absender bekannt und vertrauenswürdig ist oder von dem ein Anhang angefordert oder angekündigt wurde. Im Zweifel beim Absender nachfragen, denn auch die Absenderadresse kann gefälscht sein.
6. Ein Antivirus-Programm installieren
Trotz aller Vorsichtsmassnahmen kann es passieren, dass ein Schädling durchrutscht. Dann sollte ein auf dem Computer installiertes Virenprogramm ihn abfangen. Ein guter Basisschutz für den Privatnutzer ist das kostenlose Programm Antivir von Avira, das jetzt in der Version 8 noch schneller arbeitet.
Mehr Schutz bieten kommerzielle Lösungen wie etwa jene von Norton, Kaspersky oder G-Data. Sie verlangsamen aber das Arbeiten mit dem Computer stark und wiegen den Nutzer in falscher Sicherheit, da dieser meint, er sei nun vollkommen geschützt.
Alle Hersteller von Antiviren-Programmen stellen Updates für ihre Programme bereit, sobald ein neuer Schädling im Umlauf ist. Das Aktualisieren sollte daher möglichst täglich und automatisch während einer Internetsitzung erfolgen.
Findet die Antivirus-Software auf dem Computer einen Schädling, entfernt sie ihn. Manche Schädlinge aber blockieren das. Hier hilft nur das Starten des Computers von einer zuvor gebrannten Notfall-CD. Sie lässt sich mit einigen kommerziellen Antivirus-Paketen anfertigen. Von Antivir gibt es das kostenlose Antivir Rescue System zum Download.
OS-X-Nutzer brauchen zumindest im Privatbereich kein Antivirus-Programm, denn Viren sind auf dem Mac noch immer eine Seltenheit.
So arbeiten PC-Schädlinge
23. Juni 2008 | Andreas Grote
