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Passwörter sollen sicher sein – aber merken kann sie sich dann keiner mehr. Doch das Problem lässt sich leicht lösen.
Ohne Passwort funktioniert im Internet kaum etwas: Online-Banking, Ebay, Online-Shops und viele andere Dienste geben den Zugang erst frei, wenn der Besucher seine Identität mit Nickname und Passwort beweist.
Damit sich niemand unberechtigt Zugang verschafft, raten Experten ab von leicht zu erratenden Passwörtern wie Namen, Geburtsdaten oder Tastaturfolgen wie QWERTZ. Ein sicheres Passwort besteht aus einer zufälligen Folge von Gross- und Kleinbuchstaben, Zahlen und Sonderzeichen wie zum Beispiel BZSKe2SJ. Genauso wichtig ist es, für jeden Zugang ein eigenes Passwort zu wählen und nicht aus Bequemlichkeit immer dasselbe.
Das Problem an der Sache: Sichere Passwörter kann sich keiner merken, zumal jeder Internetnutzer im Schnitt zwischen 15 und 20 Zugangsdaten besitzt. Doch es gibt einfache Mittel, um Passwörter leicht zu verwalten:
Passwörter in eine verschlüsselte Textdatei kopieren
Wer nur wenige Zugangsdaten verwalten muss und diese auch nicht täglich benötigt, kann sie über seine Textverarbeitung erfassen, als einfache Textdatei abspeichern und diese anschliessend mit einem Verschlüsselungsprogramm wie beispielsweise File Crypter für Unbefugte unlesbar machen.
Vorteil: Der Nutzer muss sich nur noch das Passwort für die Verschlüsselung der entsprechenden Textdatei merken.
Nachteil: Bei jedem Zugriff auf die Passwörter muss die Datei erst wieder entschlüsselt werden.
Verwaltung mit spezieller Passwort-Software
Bequemer arbeiten spezielle Passwortprogramme (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Sie verwalten jeden Zugang quasi in einer eigenen Visitenkarte, in die Nickname und Passwort eingetragen werden. Ein Master-Passwort verschlüsselt schliesslich die Zugangsdaten.
Das Passwortprogramm läuft idealerweise ständig im Hintergrund. Benötigt der Nutzer beim Surfen seine Zugangsdaten, beispielsweise auf der Anmeldeseite von Ebay, ruft er das Passwortprogramm auf und zieht mit der Maus von seiner Ebay-Visitenkarte den Nickname in das Nickname-Feld und das Passwort in das Passwortfeld auf der Ebay-Seite. Eine Eingabe der Angaben per Tastatur ist nicht erforderlich.
Auch beim Anlegen eines neuen Zugangs sind die Passwortprogramme behilflich, indem sie für den Nutzer sichere Passwörter generieren. Top-Programme wie zum Beispiel Password Depot führen auf Wunsch den Anmeldevorgang automatisch aus und verwalten auch Sicherheitsnummern (TAN) für das Online-Banking, die ebenso nur mit der Maus ins richtige Feld gezogen werden.
Vorteil: Ideal für Computernutzer mit vielen Zugangdaten.
Nachteil: Wenn das Master-Passwort vergessen wird, besteht keine Möglichkeit mehr, an die Passwörter heranzukommen.
Passwort-Manager im Internet-Browser nutzen
Alle gebräuchlichen Internet-Browser wie etwa Internet Explorer, Firefox oder Opera merken sich auf Internetseiten eingegebene Zugangsdaten und tragen sie bei deren nächstem Aufruf automatisch in die Felder für Nickname und Passwort ein. Diese integrierten Passwort-Manager funktionieren allerdings nicht immer ganz reibungslos. In Firefox lassen sich die Passwörter mit einem Master-Passwort verschlüsseln.
Vorteil: Praktisch und kostenlos.
Nachteil: Die Möglichkeiten zur Verwaltung der Passwörter sind im Vergleich zu den Passwortprogrammen eingeschränkt.
Gratis Browser-Ergänzung für Firefox und Explorer
Eine clevere, sichere und zudem kostenlose Alternative ist Pwd Hash, eine von der Stanford-Universität entwickelte Zusatz-Software (Plug-in) für Internet Explorer und Firefox. Der Nutzer braucht sich nur noch ein Passwort zu merken, das er auf allen Internetseiten verwenden kann, denn Pwd Hash erstellt daraus ein nur für die gerade angezeigte Seite gültiges Passwort.
Meldet sich der Nutzer beispielsweise neu auf Ebay Schweiz mit dem Passwort ZUGANG an, trägt Pwd Hash tatsächlich das sichere Passwort BZSKe2SJ ein. Bei einer Neuanmeldung auf Amazon hingegen würde mit ZUGANG als Passwort die Zeichenfolge kiuWQ9Wy erstellt. Auch bereits bestehende Zugänge lassen sich durch Änderung des Passwortes mit Pwd Hash umstellen.
Vorteil: Man muss sich nur ein Passwort merken und surft trotzdem sicher.
Nachteil: Im Gegensatz zu den anderen Methoden muss man sich den Nickname für die verschiedenen Zugänge merken oder notieren.
28. April 2008 | Andreas Grote
