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Crashtests des deutschen Automobilclubs ADAC zeigen: Tiere gehören im Auto in Transportboxen. Sonst können sie bei Unfällen zum Geschoss werden.
Den Hund ungesichert auf dem Rücksitz oder gar auf der Hutablage mitfahren zu lassen, ist bei vielen Autofahrern beliebt, aber gefährlich. Bei einer Vollbremsung droht das Tier nach vorne geschleudert zu werden: Ein 20 Kilogramm schwerer Vierbeiner wird dabei schnell zum 500 Kilogramm schweren Geschoss, das sich und andere verletzen kann.
Gefährlich sind ungesicherte Hunde gemäss Fachleuten auch, weil sie den Fahrer durch ihr Bellen oder Herumtollen leicht ablenken können. Es gibt keine Statistiken, wie oft tierische Beifahrer an Unfällen beteiligt sind. Aber die Forschung belege, dass immer wieder Unfälle vorkommen, sagt der ADAC-Sicherheitsexperte Hubert Paulus: «Nur gibt das kein Autofahrer gerne zu.»
Ohne Sicherung droht dem Halter eine Busse
Wer erwischt wird, muss zudem mit einer Busse rechnen: Das Schweizer Strassenverkehrsgesetz schreibt vor, Tiere so zu transportieren, dass sie den Fahrer nicht behindern oder gefährden dürfen.
Geschirre sind nur zweite Wahl
Der deutsche ADAC hat nun gängige Sicherungssysteme erstmals in Crashtests geprüft. Ergebnis: «Transportboxen sind in allen Belangen das Beste», sagt ADAC-Experte Paulus. Bei den Crashtests boten sie für den Menschen wie für das Tier den grössten Schutz.
Kleinere Transportboxen, beispielsweise für Katzen, sollte der Wagenlenker im Fussraum hinter den Vordersitzen deponieren. Grosse Boxen gehören hinter die Rücksitze, aber auf jeden Fall quer zur Fahrtrichtung. Experten raten zudem, das Tier vor der ersten Ausfahrt an die Box zu gewöhnen, etwa indem sie ihm daheim als Schlafplatz diene.
Nur zweite Wahl sind für die Sicherheitsexperten Geschirre. Diese zieht man Hund oder Katze über Kopf und Brustkorb. Viele Tiere akzeptieren solche Geschirre jedoch nicht, zumal sie möglichst straff am Körper und im Fahrzeug fixiert sein müssen. Anderenfalls droht das Tier bei einem Unfall in Richtung Vordersitz oder sogar in die Windschutzscheibe geschleudert zu werden.
Für problematisch halten die ADAC-Experten billige Schutzgitter und -decken. Die Tests zeigten: Einfache Trenngitter, die man zwischen Boden und Decke des Autos klemmt, halten bei Kollisionen oft selbst mittelgrosse Hunde nicht auf. Ausserdem erlauben sie den Vierbeinern, sich in Fahrtrichtung hinzulegen. Bei einem Aufprall droht ihnen dann eine Stauchung der Wirbelsäule.
Schutzdecke: Schützt vor allem das Polster
Ebenfalls nur einen geringen Nutzen bringen gemäss ADAC Schutzdecken. Für den Transport fixiert man diese an den vorderen Kopfstützen und breitet sie auf der Rückbank aus. Solche Decken schützen die Autopolster zwar vor Verschmutzungen. Im Test jedoch schnitten sie schlecht ab: Bei stärkeren Kollisionen bieten sie weder für die Tiere noch für die Wageninsassen einen ausreichenden Schutz vor Verletzungen.
28. April 2008 | Eric Breitinger
