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Artikel | K-Tipp 08/2008

6000 Franken für einen Ordner

Wie zieht man Jobsuchenden das Geld aus der Tasche? Mit einer Mischung aus Druck und rosigen Versprechungen, wie Opfer der Firma Max-Life berichten.

Die Masche ist nicht neu. Doch nach wie vor fallen viele Stellensuchende darauf herein. Sie stossen auf ein Inserat, die Partnervermittlung Max-Life suche Single-Berater. Sie hoffen auf den im Inserat angekündigten «gehobenen Verdienst».

Sie unterschreiben – und lassen sich bis zu 6000 Franken abknöpfen, laut Vertrag «als Entgelt für das von der Max-Life GmbH zur Verfügung gestellte Know-how sowie als Abgeltung für die Ausbildung». Hinterher haben die Stellensuchenden allen Grund, diesem Geld nachzutrauern. Fragt sich nur: Weshalb waren sie als Stellensuchende bereit, einer Firma bis zu 6000 Franken vorzuschiessen? Drei Betroffene erzählen:


Fall 1: Elvira Kern (Name geändert)

«Auf das Inserat von Max-Life habe ich reagiert, weil es mir im Job und psychisch nicht gut ging. An einem Treffen schwärmte die Max-Life-Vertreterin vom tollen Verdienst als Single-Beraterin. Sie untermauerte dies, indem sie beindruckende Zahlen auf ein Blatt kritzelte. Zudem gab sie an, sie selber habe dank dieser Arbeit Wohneigentum kaufen können.

Zu den 6000 Franken meinte sie, ich würde das Geld ja wieder zurückerhalten, wenn ich als Single-Beraterin genügend Umsatz – konkret 90 000 Franken in 18 Monaten – erzielte. Das sei kein Problem.

Trotzdem wollte ich die Sache erst überdenken. Doch schon auf dem Heimweg rief mich die Frau an und drängte zur Unterschrift. Man werde sonst jemand anderen berücksichtigen, setzte sie mich unter Druck. Also fuhr ich zu Max-Life ins aargauische Fislisbach und unterschrieb.»


Fall 2: Petra Franz (Name geändert)

«Die Firma, bei der ich damals arbeitete, hatte Konkurs angemeldet. Da kam die Anzeige von Max-Life wie gerufen. Bei einem Treffen wurde mir die Tätigkeit als Single-Beraterin in den schönsten Farben geschildert. Zur Unterschrift gebracht hat mich letztlich aber, dass mir Max-Life eine lange Adressliste in Aussicht stellte und versicherte, es seien ausnahmslos Personen auf Partnersuche darauf verzeichnet. Ich war deshalb sicher, den Einstieg in die neue Arbeit problemlos zu schaffen.»


Fall 3: Katrin Vollmer (Name geändert)

«Ich war arbeitslos. Also meldete ich mich auf das Max-Life-Inserat. Als mir eine Mitarbeiterin der Firma eröffnete, dass ich 6000 Franken zahlen sollte, machte mich das schon skeptisch. Doch sie sagte, Max-Life wolle sich so gegen Leute absichern, die Schulung und Unterlagen in Anspruch nähmen, um sich danach sofort abzusetzen und selbständig zu machen. Und immer wieder unterstrich sie, wie schön es sei, als Single-Beraterin anderen Menschen zum Glück zu verhelfen. Da wurde ich schwach – zumal sie mir klar zu verstehen gab, dass ich nicht die einzige Interessentin sei.»


Ihr Ja zu Max-Life bereuen die drei Frauen heute sehr. Die Ausbildungs-Schnellbleiche und der Schulungsordner seien niemals 6000 Franken, sondern wenig bis gar nichts wert, sind sie sich einig. Umsatz erzielten sie als Single-Beraterinnen praktisch keinen. Auch die zur Verfügung gestellten Adresslisten hätten kaum etwas gebracht: «Ein Grossteil der darauf verzeichneten Personen war verheiratet oder hatte eine feste Beziehung», so Petra Franz.

Der K-Tipp bat Max-Life-Chef Christian Süssli Anfang April schriftlich um eine Stellungnahme zu den geschilderten Erfahrungsberichten. Bis Redaktionsschluss traf keine Antwort ein.


Geld zurück? Die Chance besteht

Wer einen Vertrag als Berater unterzeichnet und der Partnervermittlungsfirma mehrere tausend Franken für «Ausbildung» und Unterlagen zahlt, kann zumindest einen Teil des Geldes zurückfordern. Das zeigt der Fall einer Betroffenen, die der (praktisch gleich wie Max- Life vorgehenden) Firma Life Bernardi GmbH 4850 Franken überwiesen hatte.

Die Frau widerrief ihre Unterschrift kurz nach Vertragsabschluss. Mit Unterstützung der Zeitschrift Saldo klagte sie vor dem Amtsgericht Dornach SO auf Rückgabe des Geldes.

Ihr Anwalt machte geltend, sie habe keinerlei Leistungen in Anspruch genommen und sei rechtzeitig vor Kursbeginn vom Vertrag zurückgetreten. Das Verfahren endete mit einem Vergleich: Life Bernardi muss der Frau 3000 Franken zurückzahlen.

20. April 2008 | Gery Schwager


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Kommentare (5)

 
  • Christa68 | 20.02.2009, 22:38

    Habe andere Erfahrungen gemacht!

    Als Mitarbeiterin von Max-Life kann ich dieses "Gejammer"
    hier nicht ganz verstehen. Wer sich wirklich ernsthaft und seriös
    einsetzt kann durchaus gutes Geld verdienen. Ich bin nun seit einigen
    Monaten dabei und kann wirklich nicht klagen, sowie auch einige meiner
    Kollegen. Klar gibt es immer erfolglose Mitarbeiter, aber ob das
    wirklich nur an der Firma liegen soll?! Auch die KH-Zahlung finde ich
    als gerechtfertigt, da man überall für Kurse und Ausbildung
    bezahlen muss. Partnervermittlung ist eine Branche, die mich schon
    immer gereizt hat. In meinem Umfeld wurde ich zwar gewarnt und
    belächelt, doch meistens von Leuten, die diese Branche nicht
    kannten. Heute kann ich für mich sagen, dass es eine gute
    Entscheidung war. Von der Tätigkeit, sowie auch finanziell. Ich
    kann nur für mich sprechen, da ich weiss, dass ein anderer
    "Arbeits-Kollege", der mit mir am Einführungskurs war
    nicht mehr dabei ist. Wobei ich behaupten möchte, dass der Grund
    nicht das Unternehmen ist. Denn bereits während der Einarbeitung
    wird schnell klar, dass es Personen gibt, die mit dieser
    Tätigkeit wahrscheinlich schlicht überfordert sind oder sich
    "das grosse Geld" mit wenig Aufwand vorstellten. Da es sich
    bei Partnervermittlung um ein doch eher komplexes und sensibles Thema
    handelt, ist eine richtige Vorbereitung unumgänglich und dies ist
    sicher mit Einsatz verbunden, welcher sich durchaus lohnen kann. Ich
    für meinen Teil habe eine Tätigkeit gefunden, die mir Freude
    macht, interessant und spannend ist. Dies ist meine Meinung.
  • suesslideppx | 20.11.2008, 20:54

    Hallo Gleichgesinnter

    Super Mike, dass Sie sich gemeldet haben. Es gibt ja einen k-tipp
    Artikel vom Okt.05, als sich 30 Geschädigte gemeldet haben.
    Dieser Fall ist immernoch hängig. Ich habe jetzt aber
    herausgefunden
    wer den Fall bearbeitet. Gerne gebe ich weitere Auskünfte an alle
    die es betrifft..unter ultraline5@bluewin.ch
    Bin auch bereit für einen Treff
    Kopf hoch und bis bald
  • mikestone | 19.11.2008, 11:21

    Max Life eine absolute Abzockerei

    Habe im Januar 08 bei Max Life begonnen. Einführung ist eine
    absolute Schnellbleiche. Die zugeteilten Adresse sind Schrott. Die
    Anrufe sind meist von Psychopaten und sexuell gestörten Leute.
    Mit diesem Material ist es unmöglich den erwünschten Umsatz
    von 90'000.-- zu errreichen. Das ist ja der Trick von Herrn
    Süssli und damit muss er niemanden die Fr. 6000.--
    zurückbezahlen. Wenn er dies bei 50 Leuten macht im Jahr, rechnet
    selber.
    Ich bin der Meinung dass alle Geschädigten Personen sich zusammen
    tun sollten um diesem Abzocker ein Ende zu bereiten. Nur gemeinsam ist
    man stark.
    Wie können wir miteinander kommunizieren.
  • suesslideppx | 13.11.2008, 20:02

    ...und er betreibt weiterhin sein skrupelloses Vorgehen.. MAX-LIFE

    Ich hatte das gleiche Erlebnis am 01. Nov. 08
    4 Stunden Einführung wo nichts Neues herauskam, nur leere
    Versprechungen, Hochstaplerei und nichts dahinter. Sein Know-how
    hat er sich aus dem PC (auf jeder Single-Plattform ersichtlich)
    angeeignet. Für dieses KH und den Ordner verlangt er 6000,-Fr.
    Bitte dies hier weitersenden und die \"Finger weg von diesem
    Betrüger\". Man muss Ihm das Handwerk legen, sich zusammen
    tun und
    gemeinsam etwas dagegen unternehmen
    Wer hat bereits gleiche Erfahrungen mit diesem Betrüger gemacht,
    bitte um Infos.
  • suesslideppx | 13.11.2008, 19:58

    und er betreibt weiterhin sein skrupelloses Vorgehen

    Ich hatte das gleiche Erlebnis am 01. Nov. 08
    4 Stunden Einführung wo nichts Neues herauskam, nur leere
    Versprechungen, Hochstaplerei und nichts dahinter. Sein Know-how
    hat er sich aus dem PC (auf jeder Single-Plattform ersichtlich)
    angeeignet. Für dieses KH und den Ordner verlangt er 6000,-Fr.
    Bitte dies hier weitersenden und die "Finger weg von diesem
    Betrüger". Man muss Ihm das Handwerk legen, sich zusammen
    tun und
    gemeinsam etwas dagegen unternehmen
    Wer hat bereits gleiche Erfahrungen mit diesem Betrüger gemacht,
    bitte um Infos.
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