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Artikel | saldo 02/2008

Handy-TV bringt noch stärkere Strahlung

Die Swisscom will ab Juni Fernsehen fürs Handy anbieten. Kritiker warnen: Die Sender verursachen massiven Elektrosmog.



Kunden sollen im Juni in den Städten Basel, Bern, Genf und Zürich die Spiele der Fussball-Europameisterschaft auf dem Handy verfolgen können. 26 Sendemasten will die Swisscom bis dann mit speziellen Sendern aufrüsten, um die vier Städte abzudecken.

Jetzt wird aber bekannt: Die neuen Sender erzeugen besonders viel Elektrosmog. Hans-Ulrich Jakob vom Verein Gigaherz: «Die Sender strahlen etwa fünfmal stärker als herkömmliche Handy-Antennen.»

Zum Beispiel die Swisscom-Antenne am Zürichberg: Sie enthält bereits vier Radio- und einen TV-Sender mit Leistungen zwischen 200 und 1000 Watt. Der geplante Handy-TV-Sender soll mit 13 000 Watt senden dürfen.

Was dies für die Bevölkerung bedeutet, zeigt ein Pilotversuch der Swisscom in Bern. In einem Wohnquartier, das 4 Kilometer vom Handy-TV-Sender entfernt war, mass Jakob ein elektrisches Feld mit einer Strahlung von 0,35 Volt pro Meter. Laut dem Elektrosmog-Experten ist dies viel zu hoch: «Wir wissen, dass bereits 0,2 Volt pro Meter massive Schlafstörungen auslösen können.»

Die Swisscom schreibt, die Sender hielten die Grenzwerte ein. Sie gälten laut Gesetz als Rundfunksender, die ein grösseres Gebiet abdeckten. Deshalb sei ein Vergleich mit Handy-Sendern «nicht zulässig». Swisscom gibt sich zudem «überzeugt, dass mobiles Fernsehen einem wachsenden Kundenbedürfnis entspricht».

Jakob bezweifelt dies: «Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele Leute das Angebot nutzen werden.» Für eine Fussballübertragung sei ein Handy-Bildschirm viel zu klein. «Den Ball wird man kaum erkennen können.»

Gigaherz hat gegen zwei Antennen in Zürich und Bern Einsprache erhoben, um ein Beispiel zu setzen. «Wenn nötig, gehen wir bis vor Bundesgericht», sagt Jakob.

Hilfe bei Einsprachen: Verein Gigaherz, zu erreichen via www.gigaherz.ch oder Tel. 031 731 04 31.

02. Februar 2008


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