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saldo zeigt, wie sich von Computerdaten schnell und einfach Sicherheitskopien anfertigen lassen. Damit ersparen Sie sich viel Ärger.
Auf jeder Computer-Festplatte hat es viele wichtige Daten: Briefverkehr, E-Mails, Rechnungen, Bewerbungsdossier, Adressbuch- und Kalenderverzeichnisse, Internet-Lesezeichen, Digitalbilder, Videos und MP3-Musik. Doch es gibt auch viele Möglichkeiten, diese Daten zu verlieren: Überspannung durch Blitzschlag, Stromausfall, Kaffee auf der Tastatur, Beschädigung durch einen Sturz oder Virenbefall aus dem Internet. Aber auch die ständige mechanische Beanspruchung kann die Festplatte schädigen und die darauf gespeicherten Daten für immer unlesbar machen.
Die Lösung des Problems: Man legt die Daten auf ein anderes Speichermedium als Sicherheitskopie ab und lagert sie parallel an zwei unabhängigen Stellen. Backup nennt sich das in der Fachsprache.
Sollten die Daten auf der Festplatte nicht mehr lesbar sein, lassen sie sich über die Sicherheitskopie wiederherstellen. Da meist täglich neue Daten auf der Festplatte hinzukommen, ist ein regelmässiges Backup sinnvoll, um die Sicherheitskopie stets auf dem aktuellsten Stand zu halten.
Sicherheitskopien: Am einfachsten mit Backup-Programmen
Im Prinzip lässt sich eine Sicherheitskopie manuell erstellen. Dazu muss aber jede zu kopierende Datei beziehungsweise jeder Ordner einzeln von der Festplatte auf den anderen Datenträger kopiert werden. Bei Musikdateien, Textdokumenten und Bildern ist das kein Problem, wenn sie im dafür vorgesehenen Ordner «Eigene Dateien» liegen. Dann lassen sie sich in einem Rutsch auf den Datenträger kopieren.
Doch die E-Mails liegen an anderer, für den normalen Nutzer unbekannter Stelle auf der Festplatte, genauso die Internet-Favoriten, der Kalender oder das Adressbuch. Beim manuellen Backup muss deshalb jedes dieser Programme gestartet und die Daten müssen mühsam über die «Export»- oder «Archivierungs»-Funktion abgespeichert werden.
Komfortabler und zuverlässiger erledigen diese Arbeit Backup-Programme (siehe Tabelle). Das Prinzip dahinter ist immer dasselbe: Der Nutzer markiert im Programmfenster, welche Dateien, Ordner oder Dateitypen (Musik, Videos, Bilder, E-Mails usw.) gesichert werden sollen. Anschliessend wird die Sicherheitskopie auf dem ausgewählten Datenträger abgelegt. Um Speicherplatz zu sparen, geschieht dies oft auch in komprimierter Form.
Alle Programme erinnern zudem den Nutzer regelmässig daran, das Backup zu machen, oder führen es automatisch nach dem Einschalten des Computers, beim Herunterfahren oder zu einer bestimmten Uhrzeit durch.
Auto-Save-Funktion: Sofortige Sicherung im Hintergrund
Die bequemste und sicherste Lösung ist das automatische, im Hintergrund ablaufende sofortige Sichern, sobald eine Änderung an einer Datei vorgenommen wurde. Diese Auto-Save-Funktion bieten jedoch nur die kostenpflichtigen Programme. Ähnlich arbeitet die in Apples neuer Betriebssystemversion Leopard integrierte Backup-Funktion Time Machine. Damit diese Sofortsicherung funktioniert, muss der Datenträger für die Sicherheitskopie aber immer mit dem Computer verbunden sein.
Beim ersten Backup werden stets alle Dateien in der Sicherheitskopie gespeichert. Bei jedem folgenden Backup werden nur noch alle veränderten oder neu hinzugekommenen Dateien gespeichert. Müssen im Falle eines Falles Dateien wiederhergestellt werden, kann der Nutzer sie im Backup-Index auswählen und wieder zurück auf die Festplatte kopieren.
Eine kostenlose und einfache Backup-Lösung bringt Windows XP gleich mit: das Programm NT Backup. Es befindet sich bei Windows XP Professional im Startmenü. Unter Windows XP Home muss es von der Installations-CD aus dem Ordner VALUE ADDMSFTNTBACKUP mit Doppelklick auf die Datei NTBACKUP.MSI erst
installiert werden. NT Backup sichert alle Dateien im Ordner «Eigene Dateien», den E-Mail-Verkehr, das Outlook-Adressbuch und persönliche Windows-Einstellungen sowie weitere frei wählbare Dateien und Ordner auf eine externe Festplatte. Der Nachteil gegenüber den kostenpflichtigen Lösungen: kein Auto-Save, auf CD/DVD lässt sich nicht sichern, das Backup lässt sich nicht mit einem Passwort schützen und die Daten werden nicht komprimiert.
Unter Windows Vista steht ab Version Home Premium die Funktion «Sichern und Wiederherstellen» zur Verfügung. Hier braucht der Nutzer im Programmfenster nur anzuklicken, welche Dateikategorie (Musik, Videos, Mails, Dokumente usw.) oder ob gleich die ganze Festplatte gesichert werden soll («Spiegeln» oder «Image» genannt). Gespeichert wird auf allen Datenträgern, es fehlen aber Auto-Save und die Möglichkeit, einzelne Dateien oder Ordner fürs Backup auszuwählen.
Die in Windows integrierte Software sowie die Gratisprogramme reichen durchaus für den normalen Hausgebrauch. Mehr Funktionen, Auto-Save, Passwortschutz fürs Backup und eine durchdachtere Bedienungsoberfläche bieten nur kostenpflichtige Programme.
Datenträger: Auf die Datenmenge kommt es an
Für die Sicherheitskopien gibt es je nach Umfang der Dateien verschiedene Datenträger:
Externe Festplatte: Ideal für Sicherheitskopien. Sie bietet viel Speicherplatz, und gute Markengeräte mit 320 Gigabyte (GB) und mehr sind bereits ab 150 Franken erhältlich. Der Preis pro GB liegt damit in einem ähnlichen Bereich wie bei einer DVD. Die externe Festplatte ist mit einem USB- oder Firewire-Anschluss des Computers verbunden und speichert unter Windows und Mac fast so schnell wie die interne Festplatte.
Wiederbeschreibbare CDs und DVDs: Sie sind am Namenszusatz RW zu erkennen, kosten relativ wenig und sind leicht zu verstauen. Die Kapazität von 700 Megabyte (MB) beziehungsweise 4,7 GB eignet sich aber eher zur Sicherung überschaubarer Datenmengen wie Textdokumente, E-Mails und kleine MP3-Sammlungen.
Mehrere hundert Digitalbilder oder Videos liessen sich hingegen nur umständlich auf mehreren Scheiben ablegen. Das Speichern der Sicherheitskopie vollzieht sich zudem nur langsam und die Silberscheiben sind gegen Kratzer und Umwelteinflüsse empfindlich.
USB-Speichersticks oder Speicherkarten: Eine kostengünstige Variante für das Backup: Sticks und Karten mit 2 GB und mehr Speicherkapazität gibt es ab 20 Franken. Sie sind leicht und aktuelle Modelle (USB 2.0) speichern relativ schnell. Die Speicherkapazität ist aber wie bei CD und DVD nicht sehr gross. Weil die Sticks so klein sind, besteht zudem das Risiko, dass sie verloren gehen.
Online-Speicherplatz: Manche Anbieter wie Google oder Yahoo stellen Online-Speicherplatz gratis zur Verfügung. Die Speicherkapazität ist auch hier begrenzt, das Hochladen der Sicherheitskopie auf den Server des Anbieters dauert selbst mit Kabel- oder ADSL-Internetanschluss sehr lange. Zudem gibt der Nutzer die Kontrolle und Sicherheit seiner Daten aus der Hand, zumal die Daten in den meisten Fällen unverschlüsselt und somit für jeden lesbar abgespeichert werden. Vorteil: Überall, wo es einen Internetanschluss gibt, hat man Zugang zu all seinen Daten.
Gelöschte Dateien wiederherstellen
Schnell ist eine Datei ungewollt gelöscht. Aber auch ein Systemabsturz oder Computerviren beschädigen Dateien. Das Betriebssystem ist da hilflos. Der Ausweg sind Datenrettungsprogramme. Sie können in vielen Fällen die Daten rekonstruieren, denn Windows und Mac OS X löschen im Normalfall nicht physikalisch, sondern nur die Verweise auf die Dateien im Festplattenindex.
Programme wie die beiden kostenlosen, aber bewährten PC-Inspector oder Data Recovery für Windows oder die kostenpflichtigen Data Rescue oder Macintosh Data Recovery für Mac-Nutzer scannen die Festplatte und zeigen an, welche Dateien sich wiederherstellen lassen.
Die Erfolgsquote ist bei kleineren Dateien höher. Bei grossen besteht die Gefahr, dass Teile davon bereits mit anderen Daten überschrieben wurden.
22. Januar 2008 | Andreas Grote
