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Auf die A-Post ist in Sachen Pünktlichkeit kein Verlass. Auch wenn die Post das Gegenteil behauptet. Das zeigt eine saldo-Stichprobe.
Laut der Post erreichen 98 Prozent aller A-Post-Briefe ihr Ziel pünktlich. Diese Zahl verkündete ein stolzer Postchef Ulrich Gygi kürzlich bei der Er-öffnung des Briefzentrums Zürich-Mülligen. Eine saldo-Stichprobe von Anfang November kommt zu einem deutlich schlechteren Ergebnis: Lediglich 86 Prozent der verschickten Briefe trafen am Folgetag beim Empfänger ein.
saldo hat zwischen dem 2. und 9. November 200 Briefe versandt. Aufgegeben wurden sie in je fünf Deutschschweizer Städten und Gemeinden. Alle Briefe waren korrekt frankiert, mit einem A-Post-Vermerk versehen und gut lesbar adressiert. Doch nur 172 der 200 Sendungen kamen rechtzeitig an. 24 Briefe hatten einen Tag Verspätung, 4 kamen sogar mehr als einen Tag zu spät an. Am längsten unterwegs war ein Brief, der am 3. November in Düdingen FR aufgegeben worden war und erst am 8. November in Winterthur ankam.
Die grössten Probleme hatte die Post bei der saldo-Stichprobe offensichtlich im Raum Zürich. So kamen sowohl in der Stadt Zürich als auch in der Zürcher Oberländer Gemeinde Weisslingen nur 14 von 20 Briefen rechtzeitig an.
Stichproben zeigen, dass Zustellung immer länger dauert
Weiter fällt auf, dass die in der Zentralschweiz aufgegebenen Briefe am häufigsten unpünktlich zugestellt wurden. Von 20 in Luzern auf-gegebenen Briefen kamen nur 13 pünktlich an, dasselbe gilt für die 20 in Rothen-thurm SZ eingeworfenen Sendungen.
Ein Blick zurück zeigt, dass die Post noch nie so schlecht abgeschnitten hat: Eine vom «K-Tipp» durchgeführte Stichprobe im Jahr 2004 ergab einen Pünktlichkeitswert von 97 Prozent, bei einer Stichprobe 1996 kamen 88 Prozent rechtzeitig an.
Auf das Resultat der saldo-Stichprobe angesprochen, hält Post-Pressesprecher Oliver Flüeler fest: «Schwierige Strassen- und Schienenverhältnisse, technische Pannen, aber auch menschliche Fehler können in der hochkomplexen Kette der Abläufe für Verspätungen verantwortlich sein.» Bei A-Post-Briefen, die mehr als einen Tag verspätet ankommen, müssen laut Flüeler entweder Adressprobleme vorliegen oder die Briefe in den falschen Verarbeitungsprozess geraten sein: «Landet ein Brief im B-Post-Kanal, ist die Verspätung nicht mehr zu korrigieren.»
Für die Verspätungen im Raum Zürich hat Post-Sprecher Flüeler eine mögliche Erklärung: «Zwischen dem 2. und 4. November gab es im neuen Briefzentrum Zürich-Mülligen eine Häufung technischer Kinderkrankheiten. Diese könnten für punktuelle Verspätungen im Raum Zürich und Ostschweiz verantwortlich sein.»
Absender und Empfänger stehen den Verspätungen bei der A-Post machtlos gegenüber. Etwa Benjamin Marza, Geschäftsleiter des Online-Filmverleihs DVD Star: Er ärgert sich regelmässig über die Post. Immer wieder komme es vor, dass Kunden am Freitag für einen Filmabend am Wochenende DVDs bestellen, die dann statt am Samstag erst am Montag beim Kunden sind. Der Filmabend ist ins Wasser gefallen und die Besteller suchen die Schuld oft beim Verleiher – zu Unrecht. «Wir haben einen ganzen Ordner voll mit Problemfällen, die im Zusammenhang mit A-Post-Sendungen stehen», sagt Marza.
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Post lehnt jede Haftung für Verspätungen ab
Flüeler hält dazu fest: «Gemäss den AGB der Post ist die Haftung für verspätete Briefe ohne Zustellnachweis ausgeschlossen.» Für Marza ist das doppelt ärgerlich: «Die Kunden erhalten den Eindruck eines schlechten Services und wir tragen auch noch den finanziellen Schaden.»
02. Dezember 2007 | Mirjam Fonti
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