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Artikel | saldo 20/2007

28 von 200 A-Post-Briefen hatten Verspätung

Auf die A-Post ist in Sachen Pünktlichkeit kein Verlass. Auch wenn die Post das Gegenteil behauptet. Das zeigt eine saldo-Stichprobe.

Laut der Post erreichen 98 Prozent aller A-Post-Briefe ihr Ziel pünktlich. Diese Zahl verkündete ein stolzer Postchef Ulrich Gygi kürzlich bei der Er-öffnung des Briefzentrums Zürich-Mülligen. Eine saldo-Stichprobe von Anfang November kommt zu einem deutlich schlechteren Ergebnis: Lediglich 86 Prozent der verschickten Briefe trafen am Folgetag beim Empfänger ein.

saldo hat zwischen dem 2. und 9. November 200 Briefe versandt. Aufgegeben wurden sie in je fünf Deutschschweizer Städten und Gemeinden. Alle Briefe waren korrekt frankiert, mit einem A-Post-Vermerk versehen und gut lesbar adressiert. Doch nur 172 der 200 Sendungen kamen rechtzeitig an. 24 Briefe hatten einen Tag Verspätung, 4 kamen sogar mehr als einen Tag zu spät an. Am längsten unterwegs war ein Brief, der am 3. November in Düdingen FR aufgegeben worden war und erst am 8. November in Winterthur ankam.

Die grössten Probleme hatte die Post bei der saldo-Stichprobe offensichtlich im Raum Zürich. So kamen sowohl in der Stadt Zürich als auch in der Zürcher Oberländer Gemeinde Weisslingen nur 14 von 20 Briefen rechtzeitig an.


Stichproben zeigen, dass Zustellung immer länger dauert


Weiter fällt auf, dass die in der Zentralschweiz aufgegebenen Briefe am häufigsten unpünktlich zugestellt wurden. Von 20 in Luzern auf-gegebenen Briefen kamen nur 13 pünktlich an, dasselbe gilt für die 20 in Rothen-thurm SZ eingeworfenen Sendungen.

Ein Blick zurück zeigt, dass die Post noch nie so schlecht abgeschnitten hat: Eine vom «K-Tipp» durchgeführte Stichprobe im Jahr 2004 ergab einen Pünktlichkeitswert von 97 Prozent, bei einer Stichprobe 1996 kamen 88 Prozent rechtzeitig an.

Auf das Resultat der saldo-Stichprobe angesprochen, hält Post-Pressesprecher Oliver Flüeler fest: «Schwierige Strassen- und Schienenverhältnisse, technische Pannen, aber auch menschliche Fehler können in der hochkomplexen Kette der Abläufe für Verspätungen verantwortlich sein.» Bei A-Post-Briefen, die mehr als einen Tag verspätet ankommen, müssen laut Flüeler entweder Adressprobleme vorliegen oder die Briefe in den falschen Verarbeitungsprozess geraten sein: «Landet ein Brief im B-Post-Kanal, ist die Verspätung nicht mehr zu korrigieren.»

Für die Verspätungen im Raum Zürich hat Post-Sprecher Flüeler eine mögliche Erklärung: «Zwischen dem 2. und 4. November gab es im neuen Briefzentrum Zürich-Mülligen eine Häufung technischer Kinderkrankheiten. Diese könnten für punktuelle Verspätungen im Raum Zürich und Ostschweiz verantwortlich sein.»

Absender und Empfänger stehen den Verspätungen bei der A-Post machtlos gegenüber. Etwa Benjamin Marza, Geschäftsleiter des Online-Filmverleihs DVD Star: Er ärgert sich regelmässig über die Post. Immer wieder komme es vor, dass Kunden am Freitag für einen Filmabend am Wochenende DVDs bestellen, die dann statt am Samstag erst am Montag beim Kunden sind. Der Filmabend ist ins Wasser gefallen und die Besteller suchen die Schuld oft beim Verleiher – zu Unrecht. «Wir haben einen ganzen Ordner voll mit Problemfällen, die im Zusammenhang mit A-Post-Sendungen stehen», sagt Marza.

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Post lehnt jede Haftung für Verspätungen ab

Flüeler hält dazu fest: «Gemäss den AGB der Post ist die Haftung für verspätete Briefe ohne Zustellnachweis ausgeschlossen.» Für Marza ist das doppelt ärgerlich: «Die Kunden erhalten den Eindruck eines schlechten Services und wir tragen auch noch den finanziellen Schaden.»



02. Dezember 2007 | Mirjam Fonti


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28 von 200 A-Post-Briefen hatten Verspätung
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Kommentare (1)

 
  • scarlet | 13.12.2007, 17:13

    diese Strasse ist uns nicht bekannt

    Seit Monaten senden wir einem Kunden regelmässig A-Post Pakete,
    an die von ihm angegebene Adresse, wo die Sendungen auch immer ankamen
    - wann ist die andere Frage.

    Nun eines Tages ruft uns der Kunde an, wo sein Paket bleibt.
    Wir forschen nach.
    Auskunft der Post: Das Paket wurde von der Post an seine Privatadresse
    umadressiert (niemand bat die Post darum) und dem Sohn des Kunden
    ausgehängigt.
    ok, wir rufen den Kunden an - er hat gar keinen Sohn, also wem gab die
    Post das Paket. Es ist vom Erdboden verschluckt.
    Also rufen wir wieder die Post an. Prozess beginnt zu laufen, wir
    warten.
    Am nächsten Tag ruft uns der Kunde an, dass das Paket aufgetaucht
    sei. Der Pöstler konnte es, durch die Umadressierung nicht
    zustellen, nahm es auf die Post zurück und liess es dort einfach
    liegen.

    Wir waren beruhigt, aber der Clou folgte mit der Antwort der Post:
    Die Adresse des Kunden sei unkorrekt, diese Strasse gäbe es nicht
    - armer Kunde, er weiss gemäss Post nicht einmal wie seine
    Adresse lautet -, weshalb keinem Boten das Paket zugewiesen werden
    konnte.
    Im Twixtel haben wir recherchiert - unter dieser Strasse und Ortschaft
    - da gibt es x-Menschen, die am falschen Ort/Strasse wohnen.
    Worauf die Post antwortete, dass die Post keinen Einfluss auf
    Telefonbucheinträge hat.

    Anfrage beim Kunden betreffend einer allfälligen
    Adressänderung, der Kunde verneinte, Strasse und Ortschaft seien
    korrekt, so wie bis anhin. Sämtliche künftigen Sendungen
    sind auch wieder angekommen.

    Irrtümlich lief diese Sendung bei der Post sogar als
    Swiss-Mond-Express - ein toller Service nicht mal A-Post schaffen sie
    es !

    Die Post sitzt arrogant auf dem hohen Ross und findet es nicht mal
    nötig eine Entschuldigung auszusprechen.
    Nicht nur in diesem Fall, sondern immer wieder, sind A-Post /
    PriorityPac Sendungen tagelang unterwegs, werden fehlgeleitet oder
    kommen in den falschen Verteiler.

    Die Kosten und Umtriebe bleiben an uns hängen.
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