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saldo-Recherchen zeigen: Diverse Bio-Läden führen exotische Bio-Früchte, die per Flugzeug importiert wurden.
Sie sind weit geflogen, bevor sie in Schweizer Bio-Läden im Regal liegen: 8000 Kilometer der Bio-Ingwer aus China, den der Berner Bio-Markt Vatterland anbietet. 5000 Flugkilometer die Bio-Papayas und Bio-Ananas aus Kamerun, die Yardo in St. Gallen im Sortiment hat. Gleich weit waren Bio-Ananas aus Kamerun unterwegs, die der Rägeboge in Winterthur zeitweise anbietet.
Wie saldo-Recherchen ergaben, verkaufen viele Bio-Läden und Reformhäuser eingeflogene Bio-Früchte, deklarieren sie aber nicht als Flugtransporte. Die Ware ordern Grosshändler: Die Eichberg Bio AG in Seon AG etwa lässt nach eigenen Angaben jährlich fast 50 Tonnen Bio-Obst aus Afrika einfliegen, darunter 11 Tonnen Bio-Mangos. Via Verde in Pfaffnau LU importiert per Flugzeug Bio- Obst aus Uganda.
Flugimporte: «Bis zu 50-mal höhere Klimabelastung»
Kritiker halten das für unnötig. Jacqueline Forster, Sprecherin von Bio-Suisse, sagt: «Die Klimabelastung ist bei Flugimporten gemäss
den neusten Studien bis zu 50-mal höher als beim Transport per Bahn, Lastwagen oder Schiff.»
Migros, Coop, Manor und Spar halten sich laut eigenen Angaben an das Motto «Bio fliegt nicht». «Wir wollen den ökologischen Nutzen beim Bio-Landbau nicht durchs Fliegen zunichte machen», so Migros-Sprecherin Monika Weibel. Coop will künftig auch eingeflogene Produkte aus konventionellem Anbau mit Flugtransport-Aufklebern deklarieren.
Eingeflogene Ware: Laut Bio-Händlern reifer und frischer
Bio-Händler wie Marie-Clarie Pellerin vom Rägeboge verteidigen die eingeflogene Bio-Ware als «vertretbare Ausnahme». Das Gros der Frischprodukte stamme aus der Region. Zudem könnten eingeflogene Früchte dank kurzer Transportzeiten länger vor Ort reifen und hätten eine bessere Qualität. «Per Schiff gelieferte Bio-Ananas und Bio-Papayas sind unreif und schmecken nach nichts», sagt Yardo-Geschäftsführer Albert Keel. Ähnlich argumentiert Thomas Vatter von Vatterland: «Ein anderer Transport ist für diese Produkte von der Frische her nicht möglich.»
Zumindest für Bio-Mangos gilt das nicht. Migros und Coop importieren sie per Schiff.
25. September 2007 | Eric Breitinger
