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Artikel | saldo 14/2007

Die Ostschweiz ist am billigsten

Viele Beurkundungen beim Notar muss man nicht im Wohnkanton machen lassen. Und kann so Geld sparen.

Bei den Tarifen der Notare gibt es von Kanton zu Kanton grosse Unterschiede. Vor allem bei Haus- oder Wohnungskäufen sind sie massiv – Pech, wer in einem Kanton wohnt, wo die Notare kräftig zulangen (siehe Kasten).
Was viele aber nicht wissen: Für manche notariellen Dienstleistungen braucht es keinen Notar aus dem Wohnkanton. Ein Blick über die Kantonsgrenze lohnt sich deshalb bei einem Ehe-, Erb- oder Bürgschaftsvertrag, einer Unterschriftsbeglaubigung, einem Inventar für einen Ehevertrag oder einer Erbschaft sowie einer Firmengründung.
Beispiel Ehevertrag: Am günstigsten schliesst man einen solchen Vertrag bei einem Notar im Kanton Appenzell Ausserrhoden ab. Unabhängig davon, ob man 300 000 oder 700 000 Franken Vermögen hat: Der Tarif beträgt laut Berechnung des Preisüberwachers durchschnittlich 163 Franken. Im Kanton Luzern bezahlt man dafür im Schnitt 1125 Franken – fast siebenmal mehr. Am teuersten ist ein Ehevertrag im Kanton Tessin. Bei 300 000 Franken Vermögen kostet er genau 1529 Franken, bei 700 000 Franken Vermögen 2975 Franken.
Beispiel Firmengründung: Gründet man im Kanton Appenzell Ausserrhoden eine Aktiengesellschaft mit einem Gesellschaftskapital von 300 000 Franken, kostet das laut Preisüberwacher 350 Franken. Im Nachbarkanton Appenzell Innerhoden kostet es durchschnittlich bereits 1300 Franken – in Genf 2800 Franken.
Gross sind die Unterschiede auch, wenn man sich eine Unterschrift beglaubigen lassen muss, um sich zum Beispiel in einem Handelsregister als Verwaltungsrat einzutragen. Speziell dafür in einen anderen Kanton zu fahren, lohnt sich allerdings nicht – denn die Kosten für diese Beglaubigung sind gering: Am billigsten mit 9 Franken ist der Kanton Zug, am teuersten mit 50 Franken der Kanton Luzern.
Neben der Preisdifferenz gibt es noch andere Gründe, einen Notar jenseits der Kantonsgrenzen zu suchen. Im Kanton Thurgau sind die Notartarife für Firmengründungen zwar auch vergleichsweise tief. Dennoch sei es selten, dass er bei einer ausserkantonalen Gründung zuständig sei, sagt Christian Rubi vom Notariat Frauenfeld. «Wenn sich Zürcher entschliessen, eine AG bei uns zu gründen, hat das nicht nur mit dem Geld zu tun, sondern auch mit dem Tempo», sagt der Notar. «Offenbar ist eine Firmengründung bei uns in Frauenfeld einfacher und schneller – das sagen die Leute jedenfalls, wenn sie aus anderen Kantonen zu uns kommen.»
Der Grund für die grossen Differenzen liegt in der unterschiedlichen Organisation der Notariate. Am günstigsten ist die monopolisierte Dienstleistung dort, wo der Notar Staatsangestellter ist: Etwa in Appenzell Ausserrhoden, Thurgau oder Zürich. Am teuersten sind die Tarife dort, wo private Notare auf eigene Rechnung arbeiten: In den Kantonen Aargau, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Genf, Jura, Tessin, Uri, Waadt und Wallis.
Der Preisüberwacher Rudolf Strahm hat die Preise für Notar-Dienstleistungen kürzlich erhoben und deutliche Kritik erhoben: «Die Tarifdifferenzen zwischen den Kantonen müssen kleiner werden.»



Handänderungen: Hier langen die Notare zu

Wer eine Wohnung oder ein Haus kauft, muss dies in dem Kanton beurkunden lassen, in dem die Liegenschaft steht. Bei einer der wichtigsten Dienstleistungen von Notaren gilt also die freie Ortswahl nicht. Die Gebührenunterschiede sind massiv: Wer im Kanton Schwyz ein Haus für 700 000 Franken kauft, bezahlt 630 Franken. Im Kanton Genf sind es 3950 Franken.
Auch für ein Grundpfand werden unterschiedlich hohe Tarife veranschlagt: Im Kanton Glarus sind es maximal 50 Franken, im Kanton Wallis werden für ein Grundpfand von 500 000 Franken 2375 Franken verlangt.�

12. September 2007 | Thomas Zemp


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Kommentare (1)

 
  • Nendaz | 08.12.2010, 22:27

    Dem Staat Geld wegnehmen

    könnte es auch heissen.Scheinbar ist in den Kantonen mit
    Privat-Notaren der staatliche Notar zu teuer geworden und man hat ihn
    abgeschaft. Man könnte es doch auch bei der Polizei anwenden. Der
    Staat erlässt Gesetze und Vorschriften und der Privatpolizist
    kassiert auf eigene Rechnung die Bussen ein. So könnte man die
    unsinnigen Kosten für unseren immerkritisierten
    Sicherheitsapparat sparen? oder ?
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