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Bankberater wollen ihren Kunden vermehrt sogenannte aktive Indexanlagen verkaufen. Wenig erfahrene Investoren sollten nicht darauf einsteigen.
Eine aktive Indexanlage ist eigentlich ein Widerspruch in sich. Denn ein Anlageprodukt, das einen Index abbildet, braucht kein aktives Management. Das Produkt investiert einfach in die im betreffenden Index enthaltenen Unternehmen.
Hohe Gebühren lassen sich ohne aktives Management allerdings nur schlecht rechtfertigen. Deshalb entwickeln immer mehr An-bieter – vor allem Banken – neue Indexprodukte, die einen Index nicht mehr eins zu eins abbilden. Oder die Anbieter passen eine bestehende Produktegruppe entsprechend an. Beispielsweise Credit Suisse. Die Grossbank hat Mitte August ihre Index-Match-Produkte in Systematic Alpha umgetauft, eine aktive Verwaltung eingesetzt – und die Gebühren von 0,9 auf 1,25 Prozent erhöht.
Solche aktiven Indexprodukte beschränken sich aufgrund bestimmter Kriterien auf einen Teil der Unternehmen aus dem Index. Der Fondsmanager muss diese Unternehmen einzeln auswählen. So entsteht eine aktive Indexanlage.
Kriterien können beispielsweise sein: höchste Dividende, grösstes Wachstum, günstigste Bewertung usw. Ziel dieses Auswahlprozesses ist eine bessere Performance als der Basisindex.
Die Vorteile für den Anbieter sind klar: Er kann höhere Gebühren verlangen und die Performance solcher Produkte lässt sich nur schwerlich vergleichen.
Durchschnittliche Anleger sind überfordert
Der Anleger hingegen ist mehr gefordert als bei herkömmlichen Indexanlagen. Er muss beurteilen können, ob er besser auf die grösste Dividendenrendite oder auf das grösste Wachstum setzen soll.
Durchschnittliche Investoren sind mit solchen Fragen überfordert. Diese Anlageform eignet sich deshalb nicht für sie.
Aktive Indexfonds
Kosten rechnen sich nicht
Grundsätzlich gilt: Je komplizierter die Strategie, desto höher die Gebühren.
Diese Zusatzkosten rechnen sich für den Anleger nur, wenn dadurch eine Mehrrendite gegenüber dem Basisindex erzielt wird (siehe auch Seite 16).
Wer aber für die einfachsten Dienstleistungen – zum Beispiel für die Auswahl von
Firmen nach der höchsten Dividendenrendite – mehr als 1 Prozent verlangt, macht vor allem eines: Kasse auf Kosten des Kunden.�
31. August 2007 | Patrick Herger
