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Noch habe ich das Knacken in den Ohren, als das Schienbein des Torhüters brach. Der Stürmer rannte ungebremst in ihn hinein. Ort des Geschehens: Fussball-Grümpelturnier in einem Zürcher Aussenquartier. Ich war ein kleiner Junge und schaute zu. Doch nichts konnte mich abhalten: Auch ich spielte Fussball, bis ich erwachsen war. Und auch ich bezahlte einen hohen Preis: Knieverletzungen, gerissene und vernarbte Bänder. Anderen geht es schlimmer (siehe Seite 14).
Fussball spielen, biken, skaten oder Tennis - die meisten Menschen suchen den schnellen Sport, um fit zu bleiben. Und nehmen dafür ein hohes Risiko in Kauf. Es gibt eine gesunde Alternative: Walking, schnelles Gehen. Lächerlich? Nein, wiederentdeckt, modern.
Analog der Ernährung: Weg vom Fast Food zum genussvollen Slow Food. Die Zeitung «Los Angeles Times» hat kürzlich Walking zum Trend des Jahres erkoren. Am 26. April war in den USA Walking-Tag für Arbeitnehmer. Sie durften marschieren statt im Büro zu sitzen.
Der Vorteil von Walking: Es braucht keine Hilfsmittel wie Bälle, Räder oder Stöcke - nur die Füsse. Walker beanspruchen die gleichen Muskeln wie Jogger und verbrennen rund 280 Kilokalorien pro Stunde. Studien zeigen, dass schnelles Gehen vor Übergewicht, Herzinfarkt, Diabetes und Demenz schützt. Weniger als eine halbe Stunde pro Tag reicht. Verletzungsgefahr: praktisch null. Das ist doch eine echte Alternative zu den Schnellsportarten - von denen man sich oft an Krücken verabschieden muss.
Und alle können beim Walken mitmachen.
Auch Sie.
16. Mai 2007 | Tobias Frey, Redaktionsleiter
